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Alles über Donald Duck

Schwarzenbach an der Saale - Mit bis zu 15 000 Besuchern jährlich rechnet Alexander Eberl, wenn das Dr.-Erika-Fuchs-Haus in der Bahnhofstraße 12 in Schwarzenbach an der Saale seine Pforten öffnet. Der Bürgermeister kennt allerdings etliche D.O.N.A.L.D.

Von Thomas Schuberth-Roth
  • fpha_tsr_fuchs_040409 Laut eines vorläufigen Museumskonzepts, das Mirko Hensch vorlegte, sollte ein offener Durchgang den ersten und den zweiten Ausstellungsraum verbinden. Die großzügige Flucht kann sich Hensch mit einem durchgängigen Wandgemälde auf der Wand der Innenhofseite vorstellen. Die gegenüberliegende Wand ist schwarz.
     
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Schwarzenbach an der Saale - Mit bis zu 15 000 Besuchern jährlich rechnet Alexander Eberl, wenn das Dr.-Erika-Fuchs-Haus in der Bahnhofstraße 12 in Schwarzenbach an der Saale seine Pforten öffnet. Der Bürgermeister kennt allerdings etliche D.O.N.A.L.D.-Mitglieder, die diese Zahl für untertrieben halten.
Tatsächlich bauen Donald Duck und sein reicher Onkel Dagobert, Goofy und die Panzerknacker, Micky Maus und Minni nach wie vor auf eine treue Leserschaft. Micky-Maus-Hefte haben auch heute noch eine Auflage von 300 000 Stück.

Der Schwarzenbacher Bürgermeister ist selbst Mitglied bei der D.O.N.A.L.D., das ist die Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus. Eberl weiß, dass das Werk von Dr. Erika Fuchs inzwischen "klassische" Literatur ist und von den Mitgliedern der D.O.N.A.L.D. wissenschaftlich ausgewertet. wird.

Dr. Erika Fuchs übersetzte mehr als 30 Jahre in Schwarzenbach an der Saale die Comics von Disney ins Deutsche und "lehrte Donald Deutsch". Die hohe Qualität ihrer Übersetzungen, die weit mehr waren als Eins-zu-eins-Übersetzungen, brachten Fuchs mehrere Preise ein. Was lag da näher, als der Übersetzerin, "deren Bedeutung für die Entwicklung der Comics und ihre Sprachgestaltung einmalig ist", eben in Schwarzenbach ein Denkmal zu setzen.

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag - wie berichtet - mehrheitlich den Grundsatzbeschluss für den Bau des Museums gefasst. Unumstritten war dabei die "überregionale Strahlkraft" des Vorhabens. Belegt ist diese Strahlkraft nicht allein durch zahlreiche Veröffentlichungen in überregionalen Medien bereits zu einer Zeit, als das Vorhaben nur als Idee in den Köpfen einiger weniger herumschwirrte; auch bekannte Persönlichkeiten wie Elke Heidenreich, Hella von Sinnen oder Reinhard Mey beziehen sich immer wieder auf Erika Fuchs.

Für Diskussionsstoff sorgte in der Sitzung des Stadtrats das vom Bürgermeister vorgelegte Museumskonzept, auch wenn Eberl ausdrücklich darauf hinwies, dass dieses nur ein vorläufiges sein könne und lediglich als Grundlage für die kommenden Gespräche mit entsprechenden Fachstellen dienen werde. Eberl drückt dabei aufs Tempo. Schon nach Ostern hat er einen ersten Termin mit der Abteilung Museum beim Bezirk Oberfranken.

Das "vorläufige Museumskonzept" hat die Dr.-Erika-Fuchs-Stiftung in Auftrag gegeben. Mirko Hensch, Bühnenbildner bei der Bayerischen Staatsoper in München und - natürlich - Mitglied der D.O.N.A.L.D., hat es erarbeitet. "Das Netzwerk hat funktioniert", sagt Alexander Eberl. "Und es wird weiter funktionieren." Es wird auch gebraucht. Donaldist Eberl knüpft in der D.O.N.A.L.D.-Vereinigung bereits fleißig die Fäden.

Viele Ausstellungsstücke hat man bereits zusammen. Als Grundstock dienen allein 3000 Objekte und Bilder aus der Sammlung des Donaldisten Gerhard Severin. Der 54-jährige Jurist ist eigens von Ingolstadt nach Schwarzenbach gezogen und hat sich ans Amtsgericht Hof versetzen lassen, um hier beim Aufbau des Museums mitzuhelfen. Seit 15 Jahren sammelt Severin mit großer Leidenschaft alles rund um die Duck-Familie. Er besitzt mittlerweile Donald-Figuren in allen Größen und aus allen nur erdenklichen Materialien - aus Gummi, Porzellan, Blech, Zinn, Holz und mit funkelnden Bleikristallen verziert. Es sind auch Kuriositäten und Raritäten darunter - so ein fliegender Donald mit Schirm, ein Duck-Cabrio oder - ganz natürlich - die Ente als Pfeffer- und Salz-Streuer. Ein Telefon mit den Comic-Figuren als Band spielt bei Anruf Dixieland.

Das alles soll in dem künftigen Museum präsentiert werden. Doch eine Ausstellung ist nicht alles, was es in dem umgebauten Haus geben soll. Daneben sind fest eingeplant ein Café, ein Museums-Shop und eine Privatwohnung. Gerade auf letztere legt Eberl Wert. Nicht nur, weil so Mieteinnahmen das Defizit senkten, auch "weil es besser ist, ein Haus ist bewohnt".

Die vorgesehenen Geschossflächen, auf denen alles unterkommen soll, betragen etwa 1500 Quadratmeter, also nicht 2000, wie es noch am Dienstag in der Sitzung hieß. "Ich habe das jetzt noch mal nachgerechnet", sagte Eberl gestern auf Anfrage der Frankenpost.

Das Hensch-Konzept geht bereits recht konkret ins Detail. Daraus spricht auch der intime Kenner des fuchsschen Werkes. Da die Häuserzeile der Bahnhofstraße Ensembleschutz genießen, wird sich an der Ansicht der Außenfassade des Anwesens mit der Nummer 12 mit Torbogen und Fenstern nur wenig ändern. Durch das Tor gelangt der Besucher im Hensch-Entwurf in einen Innenhof, an dessen rechter Seite ein langgestreckter Bau Vorderhaus und Rückgebäude verbindet. Ein Café und ein Museumsshop erwarten den Gast.

Über den Innenhof gelangt man weiter zur großzügig dimensionierten Eingangshalle im Rückgebäude. Die 150 Quadratmeter große Halle soll nicht nur als Sammelpunkt für Besuchergruppen dienen, sie soll auch zum Veranstaltungsort umgebaut werden können. Dazu bietet sie eine Bühne und mobile Wandsysteme für Wechselausstellungen. Eine Wand der Halle könnte mit einem großformatigen Druck eines Erika-Fuchs-Porträts verkleidet werden. Eine freitragende Treppe führt in das zweite Obergeschoss zum ersten Ausstellungsraum, wo die permanente Ausstellung als Rundweg durch Rück-, Seitengebäude und Vorderhaus seinen Ausgangspunkt hat. Am Ende der Ausstellung kommt man über eine breite Treppe, die das erste Obergeschoss im Seitentrakt mit dem Erdgeschoss des Rückgebäudes verbindet, zur Halle zurück. Der Museumsbesucher erfährt bei seinem Rundgang nicht nur viel über das Leben und Wirken von Dr. Erika Fuchs, es soll auch einen Nachbau des Wohnraums mit dem Originalschreibtisch, der zurzeit in einem Archiv in München steht, geben. Videoinstallationen, Lese-Ecke und Monitore laden dazu ein, selbst aktiv und kreativ zu werden, etwa Sprechblasen mit eigenen Wortschöpfungen zu füllen.

Übrigens: Eine hauptamtliche Stelle ist im Konzept vorgesehen. Es ist aber nicht die des Museumsleiters. Genau dafür aber hat Eberl einen im Blick: Gerhard Severin. Der Stifter will dies ehrenamtlich leisten.

    
    

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