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Ein Trio für die Kunst

Ehre, wem Ehre gebührt: Der Landkreis Hof vergibt seinen Kunstpreis an den Fotografen Reinhard Feldrapp und den Allround-Künstler Tobias Ott. Mit einem Sonderpreis ehrt Landrat Hering das Lebenswerk von Dr. Wolfgang Schreiner.

Von Sabine Gebhardt
  • Die Geehrten und ihre Laudatoren (von links): Udo Rödel, Tobias Ott, Sabine Böhm, Reinhard Feldrapp, Dr. Wolfgang Schreiner und Bernd Hering. Foto: Sabine Gebhardt
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Schwarzenbach am Wald - Das hat es in der Geschichte des Kunstpreises des Landkreises Hof noch nicht gegeben: Neben dem Hauptpreisträger und dem Träger des Nachwuchspreises hat Landrat Bernd Hering erstmals einen Sonderpreis vergeben. Damit ehrte er Dr. Wolfgang Schreiner aus Bad Steben.

Dr. Wolfgang Schreiner hat 1994 zusammen mit seiner Frau Stefanie Barbara Schreiner mit einer Kunst-Schenkung an den Freistaat-Bayern das Grafik Museum Stiftung Schreiner gegründet, es etliche Jahre ehrenamtlich geleitet und hatte bis vor Kurzem den Vorsitz des Vereins zur Förderung des Grafik Museums inne. Dieses Amt übt nun seine Frau Stefanie Barbara Schreiner aus.

"Ein Großer im Landkreis"

Landrat Hering bescheinigte Wolfgang Schreiner, sich wie kaum ein anderer im Landkreis Hof um die Kunst verdient gemacht zu haben. Hering sagte: "Ich möchte damit Ihr Lebenswerk insgesamt würdigen, das Sie zu einem ,Großen' dieses Landkreises Hof hat werden lassen."

Mit einem langen Zitat aus einem Artikel des früheren Frankenpost-Kulturchefs Ralf Sziegoleit zeichnete Hering Schreiners Werdegang in Sachen Kunst nach: vom Fachmann für Lebensmitteltechnologie und Betriebswirtschaft, der durch die "schicksalhafte Begegnung" mit dem Unternehmer und Kunstmäzen Peter Ludwig zum Kunst-Organisator und leidenschaftlichen Grafik-Sammler wurde. Dem es aber nie nur um die eigene Freude daran ging, der vielmehr durch die Kunst Menschen zueinander bringen will - insbesondere die Menschen aus Ost und West. Der Landrat erinnerte beispielhaft an die Willkommens-Ausstellung in Bad Steben zum Beitritt Bulgariens in die EU. Hering: "Dieses Grafik Museum sucht in seiner Art in der Kunstszene in Deutschland seinesgleichen."

Der Hauptpreisträger Reinhard Feldrapp aus Naila ist laut Laudatorin Sabine Böhm "Foto-Künstler und Bildjournalist", der - sein Vater war bereits Fotograf - "quasi in der Dunkelkammer aufgewachsen ist".

Der Junior lernte das Fotografieren von der Pike auf und machte 1975 seine Meisterprüfung im Fotografenhandwerk; seit 1977 ist er selbstständig. Böhm bezeichnete Feldrapp als "Fotograf und Chronist in einer Person", weil er Entwicklungen von Landschaften und Orten, geschichtliche Ereignisse, Charakterzüge von Menschen und auch ganz persönliche Eindrücke im Bild festhalte. Als Mediendesigner setzt er zudem visuelle Konzepte in moderner Digitaltechnik um. Entdeckerfreude, ein genauer, achtsamer Blick und die Fähigkeit, dem Betrachter immer wieder neue Blickwinkel zu eröffnen, zeichneten Feldrapps Werk aus.

"Botschafter der Region"

Das hat er in vielen Fotoserien dokumentiert. Diese handelten vom Wald, vom bäuerlichen Leben mit dem Schlachten und Verarbeiten von Tieren, von der innerdeutschen Grenze von Hof bis Coburg, vom Porzellan und den Menschen, die es herstellen, und von Ansichten im Hofer Bahnhofsviertel. In zahlreichen Bildbänden hat Feldrapp dem Betrachter die Authentizität und die Schönheit Oberfrankens nahegebracht. Sabine Böhm: "Feldrapp ist ein ausgezeichneter Botschafter unserer Region."

Tobias Ott aus Hof bezeichnet sich selbst als "Kreativist". Er erhielt den Förderpreis. Person und Werk stellte Künstlerkollege Udo Rödel aus Münchberg vor. Ott, 1976 in Stadtsteinach geboren, wurde Industriekaufmann und studierte dann Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft und Informationstechnologie in Hof; er ist ein Fachmann für Anwendungssoftware."Die Kunst läuft nebenher, aber wichtig nebenher", sagte Rödel. "Das gibt ihm die Freiheit, Dinge zu machen, die unkonventionell sind und nicht zu verkaufen." Wie zum Beispiel die Landart-Arbeiten - aus Naturmaterialien geschaffene Gestaltungen, die Ott im Foto festhält. Die Werke selber aber verschwinden wieder durch Wind und Wetter.

Lockruf per GPS

Per GPS lockt der junge Hofer Interessenten auf seine Spuren. Wie die Naturmaterialien schätzt Tobias Ott auch Altes als Rohstoff für seine Gestaltungen. In der Fotografie wendet sich der junge Künstler antiquierten und experimentellen Techniken zu. Materialschlachten brauche der Künstler nicht, dem es um Wahrnehmen und stilles Nachdenken gehe. "So hat er auch mich noch anders sehen gelehrt", gestand Udo Rödel dem Publikum.

Mit einem Festakt verabschieden der Verein zur Förderung des Grafik Museums Stiftung Schreiner und die Staatsbad Bad Steben GmbH Dr. Wolfgang Schreiner als Vorsitzenden des Fördervereins. Der Festakt findet am Mittwoch, 25. Mai, um 17 Uhr im Großen Kurhaussaal in Bad Steben statt. Dazu sind alle Freunde des Grafik Museums eingeladen.

Der Kunstpreis des Landkreises

Der Landkreis Hof würdigt mit seinem Kunstpreis Einzelpersonen oder Personengruppen, die auf den Gebieten der bildenden und der darstellenden Kunst, der Musik und der Literatur besonders anerkennenswerte Leistungen erbracht haben. Der Hauptpreis ist mit 2500 Euro dotiert, der Förderpreis mit 750 Euro. Der diesjährige Sonderpreis ist mit 1000 Euro dotiert. Die Mittel kommen aus Gemeinnützigkeits-Geldern der Sparkasse Hochfranken.

Bisherige Preisträger waren für den Hauptpreis: Udo Rödel aus Münchberg, die Gruppe "Dreyschlag" aus Regnitzlosau, der verstorbene Heimatforscher und Heimatdichter Otto Knopf und "Gerch" Gert Böhm aus Rehau.

Förderpreis: Selda Marlin Soganci aus Naila, das Percussion-Ensemble der Musikschule der Hofer Symphoniker, Nadine Lehner aus Schwarzenbach an der Saale und Sebastian Lang aus Helmbrechts.

Jeder Preisträger erhielt zudem ein Glasobjekt des Hofer Glaskünstlers Peter Schöffel.

Die Preisverleihung fand dieses Mal im Philipp-Wolfrum-Haus in Schwarzenbach am Wald statt. Ein Gitarrenquartett der Musikschule des Landkreises unter Leitung von Martina Hagen-Wunner umrahmte die Preisverleihung mit Musik.


    
    

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