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Eine Managerin mit vielen Talenten

Landfrauentag | Bei der traditionellen Veranstaltung in der Köditzer Göstrahalle bleiben die großen Probleme diesmal ganz bewusst tabu.
Von Simone Weber
  • fpha_cp_landfrauen_040310 Helmut Lottes hat seinen Landfrauenchor wie immer gut im Griff - links vorne im Bild Kreisbäuerin Karin Wolfrum. Weitere Bilder unter www.frankenpost.de. Fotos: Sammer
     
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Köditz - Drei Dinge hat Kreisbäuerin Karin Wolfrum beim Landfrauentag in der Göstrahalle gleich vorweggenommen: "Heute wollen wir weder jammern, noch Probleme wälzen, heute nehmen wir uns ganz bewusst Zeit für uns selbst." Damit sprach die Kreisbäuerin sicher vielen Landfrauen aus der Seele, die gestern in Köditz viele gute Bekannte wieder getroffen und fern vom ganz normalen Alltag, einen zwanglosen und unterhaltsamen Nachmittag erlebt haben.

"Ohne Frauen kein Land" - ein Thema, dass Pfarrerin Uschi Aschoff von St. Johannis in Bayreuth in erfrischender Weise unter die Lupe genommen hat. Immer wieder griff sie Geschichten aus dem Leben auf und schaffte so eine Atmosphäre im Saal, die ihr gerne zuhören ließen. Und Zuhörer gab es bei dieser traditionsreichen Veranstaltung genug. So waren zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, Kirche, Landwirtschaftsamt, Bauernverband und vielen weiteren Institutionen gekommen. Auch viele Ehrengäste mischten sich unter die Landfrauen, unter ihnen Bezirksbäuerin Anneliese Göller, BBV-Bezirkspräsident Werner Reihl und der Hofer Landrat Bernd Hering.

Überraschungsgast aus Selbitz

Passend zum Thema des Nachmittags hat der Landfrauenchor auch seine Liedauswahl getroffen. "Hör nicht auf zu träumen, träume deinen Traum" sang der Chor unter der Regie von Helmut Lottes.

Dass die Landfrauen jedes Jahr viel auf die Beine stellen, machte Kreisbäuerin Karin Wolfrum einmal mehr deutlich. "Wir sind dabei", sagte sie, "wenn es um Pflege-Seminare geht, wir wollen, dass es an Schulen endlich Milch-Automaten gibt, wir treffen uns, um Mundarttexte zu hören, wir wollen ganz einfach über den Tellerrand hinausschauen." Wolfrum forderte die Landfrauen dazu auf, einmal an sich zu denken, und sich eine kleine Auszeit zu gönnen.

    
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Landfrauentag in Köditz
Köditz
03.03.2010
    

Mit Martina Benoit, die derzeit noch in Selbitz weilt, kündigte Karin Wolfrum noch einen Überraschungsgast an und bat um Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti. Die Missionarsfamilie hatte Anfang des Jahres das schlimme Beben in Port-au-Prince überlebt. Benoit, deren Mann bereits wieder in Haiti ist, schilderte noch einmal das furchtbare Erlebnis. Jetzt gelte es, die vielen traumatisierten Kinder nicht aus dem Blick zu verlieren, sagte sie.

Vor Werteverlust gewarnt

Dass es auf dem Land ohne Frauen nicht geht, stimmte Pfarrerin Uschi Aschoff in ihrer Rede einmal mehr zu. Sie bezeichnete die Landfrauen als Managerinnen mit ungeahnten Talenten. Aschoff spannte hier den Bogen von der Chefin eines Unternehmens, über Kindererziehung, Ehefrau, guter Gastgeberin bis hin zur (fast)-Tierärztin. Weniger die körperliche Arbeit sei angesichts modernster Maschinen in der Landwirtschaft heute für die Landfrauen belastend, es sei in vielen Fällen die Psyche, die unter den zahlreichen Aufgaben leide. So kämpften heute viele kleine Betrieb ums Überleben. Das schaffe Ängste. Aschoff warnte vor dem Werteverlust, vor der Respektlosigkeit gegenüber den Mitmenschen und forderte dazu auf, den Glauben wieder mehr in den Mittelpunkt des Lebens zu rücken.

Bezirksbäuerin Anneliese Göller machte in ihrem Grußwort deutlich, dass bei den Landfrauen die Familie immer noch an erster Stelle stehe. Aber: In der Männerdomäne Landwirtschaft hätten sich heute die Frauen ihren Platz erkämpft. Immer mehr Frauen würden sich heute für eine landwirtschaftliche Ausbildung entscheiden.

Landrat Bernd Hering bezeichnete die Landfrauen als eine aktive Gemeinschaft, die vor allem in Sachen Weiterbildung Großes leiste.

Auf die Frauen zählt auch BBV-Bezirkspräsident Werner Reihl, wenn es in der Landwirtwirtschaft darum gehe, die großen Herausforderungen zu meistern. Und auch, wenn Karin Wolfrum zum Auftakt des Landfrauentages angekündigt hatte, nicht zu jammern, mochte es zweiter Bürgermeister Reinhold Frank dennoch nicht verschweigen, dass 2009 für die Bauern ein schwieriges Jahr gewesen sei. Frank: "Nur in der Gemeinschaft sind wir stark. Nur so werden wir die schwierige Situation meistern."

    
    

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