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Freistaat Bayern macht Geld locker

Besuch | Staatssekretär Franz Josef Pschierer ist nach der Besichtigung der Luisenburg und einem Blick hinter die Kulissen beeindruckt und ernüchtert. Der Politiker sagt hohe Förderung für neues Betriebsgebäude zu.
Von Matthias Vieweger
  • fpwun_am_mavie_pschierer_30 Wie dringend die Erneuerung des Betriebsgebäudes der Luisenburg ist, machte Intendant Michael Lerchenberg (links) Staatssekretär Franz Josef Pschierer (rechts) deutlich. Pschierer, der auf Einladung des Abgeordneten Martin Schöffel (Mitte) gekommen war, zeigte sich beeindruckt von dem Modell des Neubaus. Foto: Vieweger
     
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Wunsiedel - Das hat Intendant Michael Lerchenberg nicht ungeschickt angestellt: Bei einer Premiumführung zeigte er Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium, nicht nur die Filetstücke der Luisenburg, sondern auch Grausigkeiten. Bei diesem Blick hinter die Kulissen erfuhr der Gast aus München, dass vieles im alten Betriebsgebäude noch den Charme der 50er-Jahre hat.

In den beengten Räumen fehlt es an allen Ecken und Enden. So gibt es keine Sozialräume, die sanitären Anlagen entsprechen ebenso wenig den modernen Anforderungen wie die Elektroinstallation. Und so weiter. "Wenn wir den Umbau nicht machen, sperrt uns irgendeine Behörde irgendwann die Bude zu", sagte Lerchenberg klipp und klar.

Glänzende Zahlen

Der Staatssekretär nickte bei diesen Worten mit dem Kopf. Immer wieder sagte Pschierer "Wahnsinn", als er sah, unter welch schlechten Bedingungen Näherinnen, Maskenbildnerinnen und natürlich die Schauspieler arbeiten müssten. Umso höher seien deshalb die Leistungen der Darsteller auf der Bühne zu bewerten, sagte Landrat Dr. Karl Döhler bei einem Pressegespräch in der Luisenburg-Gaststätte.

Dort ließ dann auch Pschierer, der diese Besichtigung als "beeindruckend und ernüchternd" bezeichnete, die Katze aus dem Sack. Er gab die Zusage, dass der Freistaat die Erneuerung der Betriebsgebäude auf der Luisenburg, die rund zwölf Millionen Euro kosten wird, "ordentlich fördern" werde. Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, der seinen CSU-Kollegen nach Wunsiedel eingeladen hatte, machte schon einmal klar, was er sich unter "ordentlich" vorstelle: eine 60-prozentige Bezuschussung aus dem Sonderförderprogramm im Rahmen des Artikels 10 des Finanzausgleichsgesetzes (FAG). Ob es so viel werden wird, wollte Pschierer am Freitag noch nicht sagen. Er sagte, dass der Freistaat in jüngster Zeit Maßnahmen mit 45 Prozent gefördert habe. "Da haben wir schon noch etwas Luft nach oben", meinte Landrat Döhler und kündigte weitere Gespräche mit dem Finanzministerium an. Pschierer sagte ferner, dass er dem bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch nach diesem Besuch dringend empfehlen werde, die institutionelle Förderung der Luisenburg, die jährlich zwischen 300 000 und 400 000 Euro beträgt, unbedingt aufrechtzuerhalten.

Intendant Lerchenberg war bei diesem Politiker-Besuch einmal mehr ein glänzender Repräsentant der Luisenburg-Festspiele. Er verwies auf die hervorragenden Einspiel-Ergebnisse und auf die stetig wachsenden Zuschauerzahlen, die unter seiner Führung auf 135 000 Besucher in einer Festspiel-Saison angewachsen seien. Wunsiedel sei eine kleine Stadt mit einem großen Theater, sagte Lerchenberg. Er ging auch auf die Luisenburg als Wirtschaftsfaktor ein und betonte, dass der Tourismus die Wachstums- und Zukunftsbranche der Region werden könnte.

Tourismus und Kultur

"Wir sind es wert, dass man uns unterstützt. Denn wir machen was aus dem Geld", sagte Landrat Döhler. In dieselbe Kerbe schlug zweiter Bürgermeister Roland Schöffel. Der Wunsiedler Stadtrat sei sehr kreativ und habe neben der Luisenburg noch weitere Projekte vor, um die Stadt und die Region voranzubringen. Mit Tourismus und Kultur sei man auf dem richtigen Weg. Der Staatssekretär sicherte zu, dass der Freistaat den ländlichen Raum so gut es nur gehe unterstützen werde.

    
    

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