zuletzt bearbeitet: 27.04.2011 13:23 Uhr
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Im Wald ist der Computer schnell vergessen
Culmitz - Die Balance auf einem zwischen zwei Bäumen gespannten Seil zu halten, ist ganz schön schwer. Leichter geht's mit einem Partner, auf den man sich stützen kann: So vergnüglich die Spiele sind, mit denen sich 17 Kinder der Hofer Eichendorff-Schule in dieser Woche in und am Culmitzer "Bärenhäusl" die Zeit vertreiben, so lehrreich sind sie auch.
Organisiert hat die Freizeit in dem Nailaer Ortsteil der Kinderschutzbund Hof, der die Buben und Mädchen auch während des restlichen Schuljahres nach dem Unterricht betreut. In dieser Woche wird er unterstützt von der Aktion "Hilfe für Nachbarn", initiiert von der Frankenpost und den hochfränkischen Sparkassen. Es ist - nicht zuletzt aus finanziellen Gründen - die seit Langem erste Freizeit des Kinderschutzbundes, und deshalb ist Vorsitzende Ingeborg Poswa auch froh über die großzügige Spende der Aktion "Hilfe für Nachbarn". Den Kindern jedenfalls geht es draußen in der freien Natur sichtlich gut. Begeistert machen sie bei allem mit, was ihre Betreuer Klaus Zeitler, Jürgen Schmitz, Eike Stolz und Miriam Weigold unter Anleitung des Erlebnispädagogen Michael Wilfert mit ihnen den ganzen Tag anstellen. Dabei sind die Seiltänze im Wald nur ein Bruchteil des Angebots. Von früh bis spät sind die Kinder gefordert, sei es beim gemeinsamen Kochen, bei einer Schatzsuche, beim Bogenschießen oder zur Nachtwanderung. So ganz nebenbei lernen die Buben und Mädchen, dass es viele andere Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung gibt, als vor dem Computer zu sitzen.
Das ist nur eines der pädagogischen Ziele, die sich die Mitarbeiter des Kinderschutzbundes für diese Freizeit gesetzt haben. Wie Vorsitzende Ingeborg Poswa erklärt, wollen die Betreuer eine intensivere Beziehung zu den Kindern aufbauen, als dies während der Schulzeit möglich ist. Denn in den Ferien seien die Kinder zugänglicher als nach dem oft anstrengenden Unterricht und den folgenden Hausaufgaben.
Bei den Spielen am Culmitzer "Bärenhäusl" lernen die Grundschüler aus der ersten bis vierten Klasse der Eichendorff-Schule aber auch, Verantwortung für andere zu übernehmen, sich im Team mit anderen zu arrangieren und Konflikte zu lösen, ohne sich deswegen gleich mit anderen Kindern zu streiten. Wie Betreuer Klaus Zeitler sagt, sind viele der Kinder wie ausgewechselt. Sie blühten regelrecht auf.
Glücklich sind die Mitarbeiter des Kinderschutzbundes auch darüber, dass sich bei der Freizeit Kinder unterschiedlicher Nationalitäten näher kommen und lernen, die Eigenarten des jeweils anderen zu akzeptieren. "Das Zusammenleben in einem Haus und die Spiele schweißen die Gruppe richtig zusammen", stellte Klaus Zeitler bereits gestern, am zweiten Tag der Freizeit, fest, während die Kinder beim Bogenschießen geduldig warteten, bis sie an die Reihe kamen.
Auch Geduld zu haben ist etwas, das den Kindern in den Ferien scheinbar leichter fällt als sonst. Und in Culmitz macht sogar das Aufstehen um 7 Uhr richtig Spaß. Schließlich wartet ein aufregender Tag auf die Buben und Mädchen.
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