zuletzt bearbeitet: 27.04.2011 12:58 Uhr
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Kommunen planen gemeinsam für die Zukunft
Stadtumbau | Neun Städte des nördlichen Fichtelgebirges stellen sich mit Hilfe von Programmen auf die künftigen Herausforderungen ein.
Weißenstadt - Gemeinsam sind sie stark: Bereits im Jahr 2005 haben sich die Kommunen Kirchenlamitz, Marktleuthen, Oberkotzau, Röslau, Schönwald, Schwarzenbach an der Saale, Sparneck, Weißenstadt und Zell für ein Interkommunalen Entwicklungskonzept zusammengetan. Die neun Städte und Gemeinden, die insgesamt rund 35 000 Einwohner zählen, wollen sich mit Planungen, Bauvorhaben, gemeinsamen Angeboten und Synergieeffekten auf vielen Gebieten auf die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte vom Tourismus über Wirtschaftsförderung bis zum Stadtumbau aufgrund der demografischen Entwicklung vorbereiten. Handlungsbedarf besteht: In den vergangenen zwölf Jahren haben die beteiligten Kommunen zusammen rund 4000 Einwohner verloren.
Und die Bilanz der vergangenen Jahre - am Dienstag bei einem Pressegespräch von den Planern und den beteiligten Bürgermeistern präsentiert - kann sich sehen lassen. Mit dem Projekt habe man bundesweit Interesse erregt, sagte der Weißenstädter Bürgermeister Frank Dreyer. Im Rahmen des Stadtumbaus West habe man bereits einiges verwirklicht und man könne erste Erfolge vorweisen. Dreyer: "Das Projekt hat uns nicht nur alle weiter vorangebracht, sondern auch näher zusammengebracht."
Erfolg schweißt zusammen
Petra Gräßel, Referatsleiterin Städtebau bei der Regierung von Oberfranken, unterstrich die bisherige Bilanz mit einigen Zahlen. Nach dem Umbau der Winterling-Industriebrache in Kirchenlamitz und Schwarzenbach habe man bereits erste Interessenten für eine Ansiedlung. Insgesamt gebe es in Bayern zehn interkommunale Arbeitsgemeinschaften. Sieben davon wurden in Oberfranken gegründet.
Nicht nur die Not, auch der Erfolg schweiße die beteiligten Kommunen zusammen, sagte die Referatsleiterin. Das nördliche Fichtelgebirge sei einer der Gewinner: Von 24 Millionen Euro Fördergeldern flossen immerhin 14 in die Arbeitsgemeinschaft der neun Kommunen und lösten Investitionen von 25 Millionen Euro aus.
Mit Investitionen von neun Millionen Euro in diesem Jahr sei man bei einer Gesamtsumme von 46 Millionen Euro in ganz Bayern gut im Rennen. Ziel der Gemeinschaften sei es, in den Kommunen die Versorgungseinrichtungen zu erhalten und mit vielfältigen Planungen auf den demografischen Wandel zu reagieren.
Der Kirchenlamitzer Bürgermeister Thomas Schwarz freute sich, dass 2009 der Durchbruch für ein gemeinsames touristisches Konzept und eine gemeinsame Homepage gelungen sei. Das Citymobil verkehre derzeit als Bürgerbus. Er bedauerte jedoch, dass die Förderung von 80 Prozent für Maßnahmen auf 60 Prozent heruntergefahren wurde. Schwarz appellierte an die Politiker, hier zugunsten strukturschwacher Gebiete wieder aufzustocken.
Rico Enge vom Planungsbüro "Umbau Stadt" in Weimar verwies darauf, dass der Klimaschutz schon bei den Kommunen beginne. Deshalb spiele die Frage alternativer Energien und nachwachsender Rohstoffe bei den Planungen eine große Rolle. Schließlich wolle man die Wertschöpfung so weit wie möglich in der Region halten.
Die Kommunen sollten dabei nicht in Konkurrenz stehen, sondern gemeinsam profitieren. Das beginne beim gemeinsamen Touristikangebot bis zu einer attraktiven Homepage im Internet. Eine der Visionen sei eine bessere Vermarktung des Kornberg-Turms, sei es als Aussichtsturm, sei es als Hotel.
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