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Ringen ums Wiesenfest

Der Stadtrat Schauenstein berät über die Zukunft des Wiesenfestes. Leupoldsgrün schlägt ein gemeinsames Fest im jährlichen Wechsel zwischen diesen beiden Orten vor.

Von Werner Rost
  • fpnai_wiesenfestNEU_080910 Noch ist unklar, ob die kleinen und großen Festzug-Teilnehmer weiterhin jedes Jahr in Schauenstein marschieren werden. Fotomontage: Mrasek
     
  • fpsm_Straszenschild_080910 Ringen ums Wiesenfest
     
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Schauenstein - Die Aussprache über die künftige Gestaltung des Wiesenfestes hat in der jüngsten Stadtratssitzung zu einer kontroversen und teilweise emotionalen Debatte geführt. Wie zweiter Bürgermeister Hermann Fraas erläuterte, hat der Leupoldsgrüner Bürgermeister Werner Pfeifer vorgeschlagen, das Wiesenfest künftig gemeinsam zu veranstalten. Pfeifer habe als Veranstaltungsort einen jährlichen Wechsel zwischen den Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft vorgeschlagen, weil die Grundschüler aus beiden Orten kommen.

Hintergrund dieser Überlegungen sind die Defizite, die in beiden Orten bei den Wiesenfesten entstehen. Fraas nannte dazu während der öffentlichen Sitzung keine Zahlen. Wie die Frankenpost aus sicherer Quelle erfahren hat, soll das Leupoldsgrüner Wiesenfest - im Vergleich zum Schauensteiner Fest - ein doppelt so hohes Defizit verursachen.

"Das Wiesenfest ist eine alte Tradition", betonte Fraas, der sich als Festausschuss-Vorsitzender bei der Aussprache zurückhielt und die Fraktionen um Stellungnahmen bat. Manfred Thieroff (SPD) befürchtet ein "gegenseitiges Aufrechnen", wenn das Wiesenfest abwechselnd in Schauenstein und Leupoldsgrün stattfinden würde. Thieroff erinnerte daran, dass das Schauensteiner Fest durch Einsparungen im Laufe der Jahre zu einem "immer geringer werdenden Draufzahlgeschäft" geworden ist. Statt einen Wechsel mit Leupoldsgrün kann sich Thieroff eher einen jährlichen Wechsel innerhalb Schauensteins zwischen dem Wiesenfest und dem Stadtfest der Werbegemeinschaft vorstellen.

Wie Fraas dazu sagte, hat die Vorsitzende Inge Vetter der Schauensteiner Werbegemeinschaft erklärt, dass nächstes Jahr wieder ein Stadtfest stattfinden soll. Dies bestätigte Thomas Münzer (ÜWG), der gleichzeitig für die Werbegemeinschaft sprach. "Wir wollen auf jeden Fall versuchen, ein jährliches Stadtfest zu veranstalten", bestätigte Münzer.

"Wir dürfen das Wiesenfest nicht sterben lassen", betonte Jürgen Werner (CSU). Er sieht weitere Einsparungsmöglichkeiten durch den Verzicht auf teuere Kapellen. Werner zog eine positive Bilanz zum Auftritt des "Selbitztalers" Karl-Hermann Fraas am diesjährigen Wiesenfestmontag. Dabei habe man einige tausend Euro gespart und die Leute hätten sich im Festzelt unterhalten können, was bei Kapellen meist nicht möglich sei.

Dritter Bürgermeister Peter Geiser (ÜWG) sah eine Einsparmöglichkeit durch eine Verkürzung des Festes. Er schlug vor, den Wiesenfestmontag zu streichen, weil sich viele Eltern der Grundschüler einen Tag Urlaub nehmen müssen. Geiser regte dazu eine Meinungsumfrage in der Bevölkerung an. Am ehesten konnte sich Ulla Tögel (ÜWG) mit dem Gedanken anfreunden, das Wiesenfest nicht mehr jährlich in Schauenstein zu veranstalten, sondern im Wechsel mit Leupoldsgrün. Auch in anderen Gemeinden, wie in Konradsreuth, Oberkotzau oder Helmbrechts, finde das Wiesenfest nur noch alle zwei Jahre statt. Tögel schlug vor, als Ersatz das Stadtfest der Werbegemeinschaft etwas größer aufzuziehen.

Thieroff wandte sich gegen eine Befragung der Bevölkerung, weil das Ergebnis davon abhänge, ob die Befragten Kinder im Grundschulalter haben. Selbst in kleinen Orten werde das Wiesenfest jährlich veranstaltet. "Abgesehen von Vereinsjubiläen ist das Wiesenfest das einzige Fest in Schauenstein", sagte Thieroff.

Dem pflichteten Jürgen Werner und die ÜWG-Stadträte Matthias Hausner und Hartmut Kothmann bei. "Das Wiesenfest ist ein wichtiges Fest, um sich zu begegnen, was sonst nur bei Beerdigungen der Fall ist", betonte Werner. Von einer "Stätte der Begegnung" sprach Kothmann.

Ehrenamtliche Helfer

Carola Wild (SPD) sieht eine weitere Einsparmöglichkeit durch ehrenamtliche Wiesenfest-Helfer. "Der Freitag oder der Montag sollte als ,Tag der Jugend' bleiben", wünschte sich Wild. Keine Einwände hätte sie dagegen, den bislang am Montag stattfindenden Festzug der Kindergarten- und Schulkinder in den Festzug am Sonntag zu integrieren.

Siegfried Münzer (ÜWG) sprach sich dafür aus, zumindest das Abendprogramm des Wiesenfest-Montags beizubehalten. Christopher Ukatz schlug vor, alle Vereine "mit ins Boot zu holen". Wenngleich die Räte in ihrer Aussprache keine Entscheidung getroffen haben, wurde deutlich, dass es schwierig sein wird, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

    
    

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