zuletzt bearbeitet: 02.02.2009 21:24 Uhr
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"Auch Anmache kann strafbar sein"
Im Raum Bayreuth sucht die Polizei nach einem 50- bis 60-jährigen Mann, der versucht hat, drei Schulmädchen zu entführen. Gibt es Parallelen zu dem Fall in Rehau?
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Gerhard Puchta, Leiter der
Polizeistation Rehau -
Was harmlos aussieht, kann für Kinder und Jugendliche schnell zur Falle werden. In manchen Orten bietet die Polizei daher sogenannte Selbstbehauptungskurse an. Dabei fragt der Trainer aus dem Auto heraus nach dem Weg. Nur Sekunden später wird das Kind ins Auto gezerrt. Während der Kurse wird das richtige Verhalten in Situationen wie dieser trainiert. Foto: dpa
Herr Puchta, im Raum Bayreuth sucht die Polizei nach einem 50- bis 60-jährigen Mann, der versucht hat, drei Schulmädchen zu entführen. Gibt es Parallelen zu dem Fall in Rehau?
Nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht. Die beiden Mädchen aus Rehau wurden von zwei Männern angesprochen, die auf etwa 20 Jahre geschätzt werden. Nicht nur von den Mädchen selbst, sondern auch von anderen Zeugen.
Was war genau passiert?
Im Kassenbereich des Neukaufs in der Gerberstraße wurden die Mädchen von zwei jungen Männern gefragt, ob sie mit ihnen mitfahren wollen. Da sie auf das Angebot nicht eingegangen sind, verließen die Männer das Geschäft. Kurz darauf fuhren sie mit einem blauen Auto, vermutlich ein Opel, vor und bedeuteten den Mädchen, einzusteigen. Als sich diese weigerten, suchten die Männer das Weite.
Wie alt waren die Mädchen?
Beide werden heuer 14 Jahre alt. In der Zeitung war von Zwölfjährigen die Rede, das war ein Versehen von uns.
14 Jahre . . . Könnte es eine Anmache gewesen sein?
Ausgeschlossen ist das natürlich nicht. Aber wir nehmen den Fall sehr ernst.
So ernst wie die Vorfälle im Raum Bayreuth, mit Phantombild und stärkerer Polizeipräsenz?
Wir nehmen ihn ernst, seien Sie gewiss. Allerdings muss man unterscheiden: Dort sollten kleine sieben- und neunjährige Mädchen von einem über 50-jährigen Mann früh auf dem Schulweg entführt werden. Hier in Rehau haben zwei etwa 20-jährige Männer fast 14-Jährige angesprochen, am helllichten Tage in einem belebten Einkaufsmarkt. Das hat eine ganz andere Qualität als dieser Fall.
Heißt das, es wird kein Phantombild angefertigt?
Das heißt, dass weiter ermittelt wird. In alle Richtungen.
Werden die Mädchen ein zweites Mal vernommen?
Möglicherweise, so wie alle anderen Zeugen dieses Vorfalls auch. Wir bleiben mit allen in Kontakt, um Fragen zeitnah beantwortet zu bekommen.
Gibt es trotzdem eine Abstimmung mit den Bayreuther Kollegen?
Natürlich.
Sie erwähnen Zeugen. Konnten die Näheres zum Nummernschild sagen?
Dazu kann ich nichts sagen.
Nur für den Fall: Hätten sich die Männer mit einer Anmache denn strafbar gemacht?
Kann sein. Das kommt darauf an, wie aufdringlich sie vorgegangen sind. Das kann bis zur versuchten Nötigung gewertet werden. Das Gespräch führte
Susanne Glas
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