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Gesunde Zähne sind das A und O

Rumänienhilfe | Ein Ärzteteam behandelt behinderte Menschen in Badacin.

Rehau/Badacin - Die Rehauer wissen seit vielen Jahren, dass Badacin ein Ort in einem entlegenen Winkel Rumäniens ist. Und sie wissen, dass es dort ein Heim für behinderte Menschen gibt, die Hilfe brauchen. Diese Hilfe bekommen sie. Seit rund 20 Jahren kümmert sich die Fachakademie für Heilpädagogik gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Rehau um "Citoph", die Einrichtung für 126 Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in Badacin, einem kleinen Dorf in der Nähe von Simleau.

Als die Rehauer diese Einrichtung "entdeckten", so schreibt die Sozial-Pädagogin Nanne Wienands in einem Bericht, seien die untergebrachten Menschen Kinder gewesen. Heute, 20 Jahre später, sind sie junge Erwachsene. Die oberfränkische Hilfe habe bewirkt, dass sie relativ gut versorgt werden. Die Rehauer Kirchengemeinde habe viele Hilfslieferungen organisiert und die Fachakademie für Heilpädagogik habe in den vergangenen Jahren immer wieder Mitarbeiter für die Arbeit mit den behinderten Menschen ausgebildet. Seit einigen Jahren falle den Dozenten jedoch auf, dass die zahngesundheitliche Versorgung der Citoph-Bewohner nicht gewährleistet ist. Viele litten an starken Zahnschmerzen, heißt es weiter.

Diplompädagogin Hilde Havenith, die Schulleiterin der Fachakademie für Heilpädagogik in Hof, und Diplom-Sozialpädagogin Nanne Wienands suchten nach Abhilfe und fanden schnelle und unbürokratische Unterstützung bei den "Zahnärzten ohne Grenzen". Lorand Szüszner von der Johanniter-Unfallhilfe in Lauf an der Pegnitz stellte den Kontakt her. Nach intensivem Austausch mit den Hoferinnen war das Ärzteteam Annette Kirchner-Schröder aus der Nähe von Kaiserslautern und Dr. Mariana Grinov aus Bistrita in Rumänien gemeinsam mit Lorand Szüszner bereit zum Einsatz in Badacin.

Vor wenigen Tagen war es so weit: Die Zahnärzte fuhren für drei Tage in diese entlegene Ecke Rumäniens. Die Bilanz: Im ersten Anlauf behandelte das Ärzte-Team 49 Patienten, fünf Patienten kamen mit einer zweiten Konsultation, sodass die Mediziner auf 54 Patienten kamen. 68 Zähne waren nicht mehr zu retten und mussten gezogen werden. 16 Füllungen waren erforderlich; es kam zu vier Wurzelbehandlungen und viermal kamen die Patienten mit einer Zahnsteinentfernung davon.

In ihrem Bericht erwähnen die Zahnärzte auch, dass der zukünftige Behandlungsbedarf beim derzeitigen Stand der aufgenommenen Befunde der untersuchten 49 Patienten bei weiteren 141 Extraktionen und 114 Füllungen liegt.

"Wenn man davon ausgeht, dass mehr als siebzig potenzielle Patienten noch nicht untersucht werden konnten, vervielfältigen sich diese Zahlen," sagt Nanne Wienands von der Hofer Fachakademie für Heilpädagogik. Deshalb visieren die "Zahnärzte ohne Grenzen" im Herbst dieses Jahres einen erneuten Einsatz an. "Dafür sind die Initiatorinnen sehr dankbar, denn sie wissen, dass die jungen Menschen in Badacin unter den schlimmen Zahnschmerzen leiden und dass sie sich genau darüber im Klaren sind, dass der Verlust ihrer Zähne - an prothetische Arbeit ist gar nicht zu denken - nicht wieder gutzumachen ist", heißt es weiter. Auch in hygienischer Hinsicht werde alles getan, um das Bewusstsein für die Zahngesundheit zu fördern; aber es fehlte eben die frühe zahnärztliche Begleitung und Versorgung der Bewohner. Örtliche rumänische Zahnärzte in der Nähe der Einrichtung scheuten sich davor, die behinderten Menschen zu behandeln; und Geld für die Behandlung sei nicht vorhanden.

    
    

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