zuletzt bearbeitet: 04.06.2010 22:59 Uhr
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Kenner bayerischer Befindlichkeiten
Bundespräsidenten-Amt | Die Aufstellung von Christian Wulff stößt auf Begeisterung. Bei seinem Besuch in Rehau im Vorjahr hat der niedersächsische Ministerpräsident offenbar überzeugt.
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Auf dem Rehauer Maxplatz hat sich Christian Wulff (Zweiter von rechts), damals "nur" niedersächsischer Ministerpräsident, heute heißer Anwärter auf das Amt des Bundespräsidenten, gut unterhalten. Unser Bild zeigt ihn mit (vorn von links) Bürgermeister Michael Abraham, CSU-Fraktionschef im Stadtrat Jürgen Icks, Stadtrat Harald Ehm und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel. Fotos: Archiv Sammer
Rehau - Wer ist dieser Mann eigentlich? Oder: "Zehn Fakten über Christian Wulff" - Nachdem feststand, wen die schwarz-gelbe Regierung als Nachfolger für Horst Köhler ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten schickt, haben sich viele Medien in der Pflicht gesehen, dem Volk zu erklären, wer Wulff eigentlich ist. Den Rehauern muss das niemand sagen, denn erst Anfang August vergangenen Jahres war Christian Wulff auf Einladung der Rehauer CSU zu Gast in der Industriestadt im Grünen. An jenem lauen Sommerabend hielt er am Maxplatz eine 50-minütige Rede, die zwar nicht zu Beifallsstürmen führte, bei seinen Tischnachbarn aber nachhaltig Eindruck hinterlassen hat.
"Für mich ist Christian Wulff die Idealbesetzung, wenn es um das Amt des Bundespräsidenten geht", schwärmte Martin Schöffel am Freitag im Gespräch mit der Frankenpost. Er habe in Rehau einen "glänzenden Auftritt" abgeliefert, sich dabei als Kenner der bayerischen Befindlichkeiten erwiesen und ihn überdies mit einem konservativen Wertesystem überzeugt, sagt der CSU-Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Wunsiedel. "Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass er das Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten aufgibt", sagt Schöffel. Er sei sich sicher, dass Wulff "das deutsche Vaterland sowohl in der Welt als auch nach innen bestens vertreten wird".
"Ich habe ihn als sehr offen in Erinnerung. Er kann auf Menschen zugehen", sagt der Rehauer Bürgermeister und CSU-Chef Michael Abraham. Wulff nenne die Probleme nicht nur beim Namen, er komme vor allem mit Lösungsvorschlägen daher. "Insofern halte ich es für eine gute Lösung, ihn als Bundespräsidenten vorzuschlagen, auch wenn sie mich überrascht hat", gesteht Abraham. Zum einen habe er das Bundespräsidenten-Amt immer als Krönung einer politischen Karriere gesehen. Zum anderen habe sich Wulff in Niedersachsen als "herausragender Ministerpräsident" verdient gemacht. "Ihn da in schwierigen Zeiten wie diesen herauszunehmen, ist problematisch", findet der Bürgermeister. Andererseits habe sich Wulff durch seine Arbeit dort als "uneingeschränkt glaubwürdiger und kompetenter Kandidat" für das erste Amt im Staat verdient gemacht.
Als "rhetorisch herausragend" hat der Rehauer Stadtrat Harald Ehm Christian Wulf von dessen Besuch in Rehau in Erinnerung. "Er ist ein erfolgreicher Ministerpräsident und wird ein überzeugender Bundespräsident sein", gibt er sich überzeugt. Sehr gut findet Ehm, dass man in Berlin zu einer schnellen Lösung gefunden hat. "Das Land hat neben Köhlers Rücktritt viele weitere Probleme. Für lange Personaldebatten ist eigentlich keine Zeit", sagt er.
Einer, der näher an Wulff und dem Geschehen in Berlin ist, als viele andere, ist Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Hof/Wunsiedel. Er sagt: "Christian Wulff ist für dieses Amt der richtige Mann, vor allem in einer Zeit, in der die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet!" Wulff sei nämlich "kein Polarisierer, sondern einer, der versucht zu integrieren und zusammenzuführen". Deshalb sei er in Niedersachsen auch so außerordentlich beliebt. Überraschend sei die Aufstellung Wulffs für ihn nicht gewesen: "Er war von vornherein einer der möglichen Kandidaten, und zwar nicht erst seit Köhlers Rücktritt", sagt Friedrich. Erst am Donnerstag habe er sich mit Wulff unterhalten. "Und wissen Sie, was er zu mir gesagt hat?", fragt Friedrich schmunzelnd: "War das damals nicht schön in Rehau!"
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