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Benzinpreise sorgen für Aufregung

Preispolitik | An den Zapfsäulen ist Benzin um neun und Diesel um fünf Cent auf einmal teurer geworden. Multis drehen bis zu viermal täglich an der Schraube.
Von Melitta Burger
  • fpks_Bezinpreise_120310 Autofahrer sind derzeit alles andere als amüsiert: Der Preis für Benzin ist am Donnerstag gleich um neun Cent auf einen Schlag teurer geworden. Foto: Burger
     
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Landkreis - "Ich habe erstmal meine Brille geputzt, weil ich dachte, ich seh nicht richtig", schimpft ein Mann an der Zapfsäule der Esso-Tankstelle am Kulmbacher Kreuzstein. Den selben Satz hätte er an den meisten anderen Tankstellen im Landkreis auch sagen können. Innerhalb eines Tages sind die Preise für Benzin um nie dagewesene neun Cent pro Liter geklettert und auch Diesel kletterte fünf Cent auf einmal nach oben. "Die Benzinpreise spielen verrückt", klagt eine Autofahrerin und die Kassiererin gibt ihr Recht. Auch sie hat das gewaltige preisliche Auf und Ab so noch nie erlebt. Seit rund drei Wochen springen die Preise an den Zapfsäulen täglich drei, viermal nach oben und wieder nach unten. Sprünge wie die am Donnerstag allerdings sind selbst für das Tankstellenpersonal einmalig.

Preise genau vergleichen

Wer beim Tanken nicht gewaltig draufzahlen will, muss derzeit nicht nur die Unterschiede zwischen den einzelnen Marken und Tankstellen, sondern auch noch die Tageszeiten genau beachten. Zwei bis dreimal täglich wechseln die Preise an der Shellstation am Kreuzstein in Kulmbach. Corina Mihan beobachtet beachtliche Preisunterschiede innerhalb eines einzigen Tages schon seit rund drei Wochen. Am Mittwoch und Donnerstag ist es selbst der erfahrenen Tankstellenmitarbeiterin auf den Magen geschlagen: "Neun Cent auf einmal beim Benzin und fünf Cent beim Diesel - das gab es noch nie."

Viele haben sich abgefunden

Das bestätigt auch Gerhard Voigt von der Esso-Tankstelle am Kreuzstein. Erst vor ein paar Tagen ist der Preis um sieben Cent geklettert. Am Donnerstag hat Esso dann nachgezogen und wie Shell weitere neun Cent fürs Benzin draufgeschlagen. Derweilen war der Preis bei Shell aber schon wieder um zwei Cent gesunken. "Neun Cent auf einmal, das ist der absolute Höhepunkt bisher", stellt Gerhard Voigt fest. Noch nie habe es derartige Preiserhöhungen auf einen Schlag pro Liter Benzin gegeben.

"Früher waren es höchstens mal zwei Cent. Drei waren schon das höchste der Gefühle", erinnert sich Corina Mihan von Shell. Die meisten Kunden hätten sich schon mit den starken Schwankungen und den hohen Preisen abgefunden: "Sie sagen schon gar nichts mehr, weil sie ja wissen, dass wir in der Tankstelle nichts dafür können." Manche aber seien dennoch sauer. Denen sagt Corina Mihan dann, dass sie beim Tanken auch keine anderen Preise zahlt und sie die Preise auch nicht macht.

Die Tankstellenketten bekommen übrigens die aktuellen Preise von ihren Zentralen automatisch zugestellt. "Was wir verlangen müssen, wird elektronisch an unsere Kassensysteme übermittelt", berichtet die Mitarbeiterin von Shell. Wenn der neue Preis übermittelt ist, wird er auch umgehend verrechnet. Da kann es sein, dass zwei unmittelbar hintereinander tankende Autobesitzer innerhalb von wenigen Minuten eine Differenz von eben besagten neun Cent hinnehmen müssen.

Das Preisgefüge in Kulmbach war am Donnerstagmittag sehr unterschiedlich. Bei Shell kostete der Diesel 1,21, für Bleifrei mussten 1,42 Euro hingeblättert werden. Esso lag mit 1,22 für Diesel mittags am höchsten und auch bleifreier Sprit war dort mit 1,44 am teuersten. Die OMV-Tankstelle in Melkendorf verlangte 1,21 für Diesel und 1,42 für Bleifrei. In Kulmbach am günstigsten: Die Tankstelle der Firma Heinlein am OBI-Markt, bei der sich teils lange Schlangen gebildet hatten. Den Autofahrern war es durchaus aufgefallen, dass dort der Diesel mit 1,16 und Benzin mit 1,36 vergleichsweise schon fast zu "Schnäppchenpreisen" zu haben war.

Mit 1,19 für den Diesel und 1,40 für Benzin lag auch die Marktleugaster Freie Tankstelle Höpfner noch im unteren Preisbereich. Entsprechend gut gingen dort am Donnerstag die Geschäfte. "Benzin ist zur Zeit schweineteuer", bestätigt Hubert Höpfner und weiß aus Erfahrung: "Da schauen die Leute auf jeden Cent."

    
    

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»Alle 6 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

Steuereinnahmen!

von willeried am 16.03.2010 15:27
Da unser Staat fleißig an den Preiserhöhungen profitiert hat er überhaupt kein Interesse sich den eigenen Goldhahn abzudrehen, geschweige denn regulierend einzugreifen.
(0)

Benzinpreise

von sancho m (34) am 15.03.2010 23:01
Wer es noch nicht erkannt hat, die Autofahrer zahlen jetzt für die Pleiten der Araber und sonstigen Ölförderländern. Die seit Jahren das erwirtschaftet Ölgeld verschwenden und verbraten. Dem Staat ist der Benzinpreis in Wirklichkeit doch völlig egal, je höher desdo mehr Steueraufkommen.
(0)

Wenn unsere Regierung so...

von unbekannt am 12.03.2010 22:26
...dumm ist, und diese offensichtlichen Absprachen gegenüber dem kleinen Steuerzahler zuläßt..dann ab in die Tschechei zum Tanken!
Nicht umsonst geht es den Menschen dort zusehens besser. Und das liegt nicht zuletzt am "Kaufkrafttransfer"!
(0)

alles Abzocke

von der_selber m (42) am 12.03.2010 16:45
also daß die großen Ketten ihre Preise elektronisch vorgegeben bekommen lass ich mir noch eingehen.... nur in Selb sind 3 von 4 Tankstellen freie Tankstellen und so ein Zufall mal wieder: die Preise sind immer die gleichen.

Man würd sich bestimmt gern mal den Weg in die Tschechei sparen, aber so wird man ja regelrecht dorthin gedrängt. Zumal der Preis in Selb ohnehin schon immer etwas höher ist als in den Nachbarstädten Richtung Bayreuth
(0)

Mafiöse Strukturen?

von kormet am 12.03.2010 11:29
Ich möchte es vorsichtig ausdrüchen. Und wiedermal schlägt das Kartell zu, es ist bald Ostern. Ist doch des Jahr das gleiche.
(0)
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