zuletzt bearbeitet: 30.07.2010 22:28 Uhr
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Das Bierfest in Person
Ein ganzes Jahr lang braucht's, um eine Veranstaltung mit Zehntausenden Gästen vorzubereiten. Organisator Michael Schmid hat auch während der Bierwoche lange Arbeitstage und feiert - irgendwie - trotzdem gut gelaunt mit.
Kulmbach - Wenn sich am Samstagvormittag die Bierstadeltüren öffnen, die ersten Liter Bier goldgelb in die gläsernen Maßen fließen, die Musik zünftig aufspielt, Oberbürgermeister Henry Schramm das Fass ansticht und die Gäste zufrieden auf den Bierbänken zusammenrücken: Dann, ja dann, liegt hinter dem Verantwortlichen für die Bierwoche, Michael Schmid, und dem Projektkreis der Kulmbacher Brauerei ein Jahr Vorbereitungszeit. Und just mit dem ersten Tag der Bierwoche beginnt die Organisation aufs Neue, erzählt der 42-Jährige, der im elften Jahr federführend für das Kulmbacher Fest der Feste verantwortlich ist.
"Die Kapellen und die Festwirte sind das erste, was festgelegt wird", erzählt der Kasendorfer. Während die Wirte sich bewerben müssen, entscheidet sich das Engagement der Musikgruppen nach dem Feedback der Gäste noch während der kommenden neun Tage. "Letztlich wird das in unserem Projektkreis besprochen und entschieden. Denn für den funktionierenden Ablauf ziehen viele Hände an einem Strang", so Michael Schmid.
Es ist ein eingespieltes Team, das vor und während der Bierwoche für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Ein Rädchen greift ins andere, damit die Bierfestbesucher nicht plötzlich auf dem Trockenen sitzen. So sorgt Matthias Sperling für die Schanktechnik, Eugen Föhn ist für die Handwerker zuständig, für Inventar wie Gläser und Kühlschränke zeichnet Willi Pausch verantwortlich, während Stefan Degelmann für eine funktionierende Getränkelogistik sorgt. Berthold Viztum, Roland Sammer und Dirk Hain kümmern sich um die Kundenbetreuung und Marco Hader hat die wichtige Aufgabe, die Reservierungen im Stadel und den Biermarkenverkauf zu organisieren, Chris Heinze und Birgit Reichardt entwickeln und steuern in ganz Nordbayern die Werbemaßnahmen und die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Dr. Helga Metzel, übernimmt die sonstige Öffentlichkeitsarbeit.
Während des Jahres trifft sich der Projektkreis regelmäßig. Veränderungsvorschläge werden eingebracht und abgestimmt. "Es ist ein angenehmes Arbeiten. Wir sind eingespielt und die Vorbereitung läuft sehr professionell ab", stellt der 42-Jährige fest. Neuerungen aber werden seinen Worten zufolge mit Feingefühl vorgenommen. "Wir wollen keinen harten Umbruch, sondern langsamen Wandel, angepasst an die Veränderungen der Gesellschaft", betont der Organisator.
Zweieinhalb Wochen dauert es, bis der Stadel samt Inventar aufgebaut ist. Während das Zelt von der Firma Eschenbacher gemietet und aufgestellt wird, gehören die Frontplanen der Brauerei, ebenso wie die Schankanlagen, die Dekoration und die Bühne. Die zentrale Lautsprecheranlage des renommierten Unternehmens Bose wird von der Firma Fernseh Bauer zugemietet. "Diese Anlage benutzen sämtliche Bands, die wir zur Bierwoche engagiert haben. Sie ist so eingestellt, dass die Lautstärke im ganzen Zelt gleich verteilt ist und es vor der Bühne nicht so laut ist. So liegt die Lautstärke in unseren Händen", verrät Schmid. Betreut wird die Anlage von Fernseh-Bauer, der dafür sorgt, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. "Harald Bauer lebt während der Bierwoche quasi unter der Bühne", schmunzelt der Organisator.
Der letzte Akt vor der Eröffnung ist am Freitag um 17 Uhr die Einweisung der Bedienungen. "Die leisten einen Knochenjob", lobt Michael Schmid die quirligen Frauen, aber auch die Wirte mit ihren Crews. Während des Festes ist Michael Schmid Ansprechpartner für Wirte und Bedienungen und sorgt außerdem dafür, dass Sperrstunde und Schankschluss eingehalten werden. "Nach getaner Arbeit setzen wir uns dann oft zusammen und trinken einen Absacker", sagt Schmid, der weiß, dass die Bedienungen auch mal am Ende ihrer Kräfte sind und Zuspruch benötigen.
Doch auch für ihn bedeutet die Bierwoche ein hartes Stück Arbeit. So wird Michael Schmid am Samstag morgens um 7 Uhr das Zelt mit aufsperren, "meist ist am Wochenende gegen 3 Uhr Schluss", erzählt er. Das Bierfest ist für den Projektleiter trotz der Herausforderung die schönste Veranstaltung des Jahres. "Ich mag die außergewöhnliche Atmosphäre", sagt er. Und wenn am Samstag um 11 Uhr das Bierfest mit dem Anstich offiziell beginnt, wird er zum elften Mal in der Nähe der Bühne stehen. In Lederhose und Trachtenhemd, die Hände in die Hüften gestützt und zufrieden lächelnd - denn missmutig kennt man Michael Schmid nicht.
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