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Das "Dorfläidla" öffnet am Dienstag

Infrastruktur | Dank der Hilfe vieler Grafengehaiger Bürger kann nächste Woche Einweihung für das neue Geschäft im Ort gefeiert werden. Geschäftsführer Michael Laaber ist überwältigt.
Von Helmut Engel
  • fpks_Laeidla_1_180310 Viele fleißige Hände halfen, damit alle Regale an einem Abend aufgestellt werden konnten. Geschäftsführer Michael Laaber hat großen Respekt vor den Grafengehaigern, "wie die alle zugelangt haben". Fotos: Engel
     
  • fpks_Laeidla_5_180310 Bis Dienstag muss alles fertig sein.
     
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Grafengehaig - Ab Dienstag, früh um sechs Uhr, wird es in Grafengehaig endlich wieder täglich nach frisch gebackenen Brötchen duften: Denn dann öffnet das "Dorfläidla" und ein lang gehegter Wunsch der Bürger geht in Erfüllung. Die Grafengehaiger können wieder im Dorf einkaufen und wenn ihr Geschäft auch "Dorfläidla" heißt, so ist es doch eine Nummer größer. Es gibt alles, was man zum Leben braucht.

Den Großteil der Waren liefert zweimal wöchentlich die Lebensmittel-Handelsgesellschaft LHG Eibelstadt bei Würzburg. Besonders bei frischen Produkten legt Geschäftsführer Michael Laaber Wert auf regionale Produkte. So kommt das frische Obst und Gemüse vom Fruchthof Stadtsteinach und auch zahlreiche Hofläden beliefern den Dorfladen mit Wurstwaren in Gläsern und Dosen sowie selbstgebrannte Weinbrände und Liköre. Auch Fertiggerichte vom Biobauern sind im Angebot. Das Fleisch von der Metzgerei Taubenreuther in Wüstenselbitz muss vorbestellt werden. Frische Wurstwaren kommen aus Lanzendorf, Brot und Backwaren von der Bäckerei Dumler Kupferberg.

"Wir suchen aber immer noch Lieferanten", gesteht der Geschäftsführer, der auch gerne Kartoffeln von heimischen Bauern oder Honig von Imkern anbieten würde. Trotz aller Frische kauft man in Grafengehaig nicht teurer ein, als in den Einkaufmärkten der Region, verspricht Laaber. Außerdem steht im Geschäft auch ein Terminal der Sparkasse Kulmbach-Kronach.

Doch bis es endlich soweit war, hatten alle, die sich für das "Dorfläidla" engagieren, regelrechte Kärrnerarbeit zu verrichten. Den gedanklichen Anstoß gab Heike Söllner, die von solch einem Modell im Staatsanzeiger gelesen und mit Bürgermeister Werner Burger darüber gesprochen hat. "Dies wäre doch auch für Grafengehaig eine Lösung." Das Gemeindeoberhaupt war Feuer und Flamme, "so was brauchen wir unbedingt auch", war sein Kommentar und ließ nicht mehr locker. Der Gemeinderat fuhr Anfang 2009 nach Heilgersdorf, um sich dort den florierenden Dorfladen anzuschauen und sich erste Ratschläge von Geschäftsführer Volker Hahn geben zu lassen.

Workshop klärt offene Fragen

Dieser war dann auch bei der Bürgerversammlung in Grafengehaig anwesend. Einhellig sei begrüßt worden, dass Grafengehaig wieder eine Einkaufsmöglichkeit erhalten soll. Bei einem Workshop im August befasste sich der Gemeinderat mit der Gestaltung, der Finanzierung, der rechtlichen Basis, dem Warenangebot und der Frage der Arbeitsplätze. Nur wenige Tage nach dem Workshop gab es zur Kärwa einen Probelauf im Läidla, mit Kaffee und Kuchen und einer Kärwamaß. Das wichtigste an der Aktion: Man konnte die Leute fragen, ob sie mitarbeiten und sich finanziell beteiligen. 125 Bürger brachten 27 000 Euro ein. Dazu kamen Spenden von der Sparkasse und der Raiffeisenbank Oberland mit insgesamt 12 500 Euro. Als Geschäftsführer stellte sich der Marktleugaster Michael Laaber für "Gottes Lohn" zur Verfügung.

Am 29. Dezember wurde die GmbH beim Notar eingetragen und am 11. Januar folgte der Eintrag ins Handelsregister. Immer wieder musste er antreiben: "Ich glaube ich bin den etwa 30 freiwilligen Helfern und Bürgermeister Burger ganz schön auf den Nerv gegangen", bekennt der Geschäftsführer. Der hatte sich einen Termin gesetzt, "noch vor Ostern sollte eröffnet werden". Vor zwei Wochen hätte er selbst noch nicht daran geglaubt, "doch Respekt vor den Grafengehaigern", die hätten alle zusammengelangt. "Das war eine tolle Erfahrung für mich", bekennt Laaber. Die meisten Renovierungsarbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt. Nur für die Fußboden- und den Trockenbauarbeiten habe man Firmen beauftragt. Hilfe kam auch von der Firma Horn, deren Betriebselektriker half, und von der Firma Wirth aus Walberngrün.

Vier neuwertige Kühltruhen konnten günstig erstanden werden und die vier Jahre alte Ladentheke, die neu über 35 000 Euro gekostet hat und aus einer Ladenauflösung in München stammt, bekam man für "einen Apfel und ein Ei".

Ab Dienstag nun bleibt das Geld in Grafengehaig und vier Grafengehaiger, eine Vollzeit- und drei Teilzeitkräfte, haben einen neuen Arbeitsplatz. "Und genau dies war es, was wir erreichen wollten", so Laaber.

    
    

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