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Das Korn-Haus soll verschwinden

Schandfleck | Der Markt Wirsberg kämpft darum, das marode Anwesen Kulmbacher Straße 9 zu beseitigen.
Von Werner Reißaus
  • fpks_AM_wirsberg1_180310 Alles andere als ein Schmuckstück: Bürgermeister Hermann Anselstetter (links) will alle Möglichkeiten ausschöpfen, den Schandfleck in der Kulmbacher Straße möglichst bald zu beseitigen.
     
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Wirsberg - Das sogenannte Korn-Haus in der Kulmbacher Straße 9 in Wirsberg ist in den Augen der Gemeinde ein einziger Schandfleck und soll verschwinden. Seit 1999 bemühen sich die Verantwortlichen im Rathaus um eine einvernehmliche Lösung, doch jetzt will man Nägel mit Köpfen machen. Über einige Umwege wurde jetzt auch der Eigentümer ausgemacht, der das Anwesen mehr oder weniger "über Nacht" geerbt hat.

Der Schreinermeister Heinrich Korn aus dem benachbarten Neuenmarkt hatte das Grundstück 1910 erworben und zehn Jahre später darauf eine Bretterhalle gebaut. 1936 folgte der Wohnhausneubau mit Möbellager im Obergeschoss, das nach dem Krieg zu einer Wohnung umgerüstet worden war. Seit vielen Jahren ist das Korn-Haus nicht mehr bewohnt und dem Verfall preisgegeben. Bürgermeister Hermann Anselstetter: "Bei uns tauchte in den letzten Jahren verstärkt das Problem auf, dass sich Gäste, Tagesausflügler und auch Einheimische permanent über den schlechten Zustand des Gebäudes beschweren."

Mit dem letzten Besitzer aus der Familie Korn, Herbert Korn, hatte die Gemeinde immer wieder Kontakt über dessen Betreuerin, nachdem dieser ins Altenpflegeheim verlegt werden musste. In seiner Sitzung am 27. Oktober 2000 bot der Markt an, das Haus zu übernehmen und abreißen zu lassen, weil es damals schon zu verfallen drohte und eine Gefahrenquelle für Fußgänger und Kraftfahrer auf der stark befahrenen Kreisstraße bestand. Als die Gemeinde Wirsberg schließlich grünes Licht bekam, starb Eigentümer Herbert Korn wenig später am 7. Dezember 2001. Die Gemeinde musste das weitere Vorgehen mit den Erben absprechen.

Erst am 23. Januar 2007 hatte das Amtsgericht den alleinigen Erben ausgemacht, der in Gärtenroth bei Burgkunstadt lebt. Auch dieser hatte sich lange Zeit geweigert, das Erbe anzunehmen, doch im Jahr 2008 bestätigte das Amtsgericht dann endgültig den Nacherbefall.

Der Zustand des Gebäudes wurde zwischenzeitlich zusehends schlechter. Hinzu kam noch, dass unverschlossene Türen und Fenster sowie eingebrochene Dachziegel Zwangsmaßnahmen notwendig machten. Bürgermeister Anselstetter spricht von unhaltbaren Zuständen.

Vor rund einem Jahr kam es zum Treffen mit dem Eigentümer. Anselstetter: "Wir haben ihm dabei das Angebot gemacht, dass wir das Grundstück mit dem Gebäude kostenlos übernehmen und zwei oder drei landwirtschaftliche Grundstücke dazu bekommen, denn der Abbruch kostet ja doch an die 20 000 bis 30 000 Euro. Der Eigentümer hat uns zugesichert, dass er sich das überlegt und wenn er nicht auf unser Angebot eingeht, dann sicherte er uns zu, dass er in der Faschingszeit 2010 den Abbruch in eigener Regie bewältigt. Er hat sich aber nicht mehr gemeldet und jetzt lässt er sich verleugnen."

Wirsberg werde aber nicht locker lassen und habe inzwischen auch die Stadt Burgkunstadt eingeschaltet.

    
    

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