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Ein kometenhafter Aufstieg

Seine bislang beste Platzierung: Der Kulmbacher Christopher Haase ist in einem Lamborghini auf dem Nürburgring Zweiter beim WM-Lauf der FIA-GT 1.

Von Herbert Steininger
  • fpks_AM_Haase_3_040910 Christopher Haases "Dienstfahrzeug", der über 500 PS starke Lamborghini Murcielago R-GT mit der Startnummer 24, vor der Box.
     
  • fpks_AM_haase2_040910 Im Fahrerlager: Christopher Haase (Mitte) im Gespräch mit Teamkollegen.
     
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Kulmbach - Der momentan wohl erfolgreichste Motorsportler Oberfrankens kommt aus Kulmbach: Der 22-jährige Christopher Haase geht derzeit in der FIA GT1-Weltmeisterschaft, der vierten offiziellen WM-Rennserie des internationalen Motorsportverbandes neben der Formel 1, der Rallye- und der Tourenwagen-Fahrzeuge, an den Start. Diese WM ist eine Rennserie für Gran Turismos, sogenannten Supersportwagen.

In seinem "Heimrennen" am Nürburgring, der einzigen Veranstaltung dieser Serie auf deutschem Boden, erreichte der Kirchleuser, der in diesem Jahr mit dem Niederländer Peter Kox auf einem Lamborghini Murcielago R-GT für das Team Reiter Engineering an den Start geht, seine bislang beste Platzierung. Hinter den die Vorqualifikation, die Qualifikation und das Hauptrennen dominierenden Darren Turner (Großbritannien) und Tomas Enge (Tschechien) auf Aston Martin pilotierte Haase den Lamborghini auf Rang zwei. Der Lohn: Kox und Haase verbesserten sich in der Gesamtwertung auf Rang 14. Das Klassement führt derzeit das italienisch-deutsche Duo Andrea Bertolini und Michael Bartels an, die in der Eifel mit ihrem Maserati MC 12 auf den sechsten Platz kamen.

Der Lauf am Nürburgring war bislang der sechste von insgesamt zehn dieser Rennserie. Den Auftakt nahm die FIA GT1-WM in Abu Dhabi, dann ging es nach Silverstone, Brünn, Le Castellet und Spa-Francorchamps. Der Rennzirkus schlägt dann noch seine Zelte an der Algarve in Portimao (Portugal), in Durban (Südafrika), in Interlagos (Brasilien) und zum Abschluss in San Luis in Argentinien auf. Orte, von denen Haase vor knapp vier Jahren nur träumen konnte, als der Kfz-Mechatroniker wie aus dem Nichts auftauchte. "Das habe ich mir damals nicht vorstellen können", gesteht Haase.

Als Mitglied des Sportclubs AC Kulmbach fungierte er hin und wieder als Streckenposten bei kleineren Veranstaltungen. Als eine neue Rennserie, der Dacia Logan Cup, ab 2006 Fuß im Motorsport fassen wollte, bot der Sportchef des AC Kulmbach, Uwe Isert, dem damals 19-Jährigen ein Cockpit an. Geplant waren eigentlich drei Jahre, doch kam das Talent Haases schnell zum Vorschein. Isert staunte nicht schlecht und organisierte noch im Dezember 2006 einen Test beim ADAC GT Masters Team Reiter Engineering. Auch da glänzte der Kulmbacher mit Superzeiten und wanderte in die GT-Klasse: Dort ließ er auf Lamborghini Gallardo GT3 viele alte Hasen noch älter aussehen und beendete die Saison 2007 als ADAC GT Masters Champion. Im darauf folgenden Jahr hielt er sich hervorragend in der Spitzengruppe und holte sich mit Fürst Albert von Thurn und Taxis an seiner Seite den Vizetitel und den Europameisterschaftstitel der FIA GT4 Superlight in einem KTM X-Bow.

2009 schickte Audi zwölf neu entwickelte Audi R8 LMS auf die Rennstrecken und der Kirchleuser steuerte einen dieser Sportwagen mit über 500 PS über die FIA GT3 EM-Strecken. Christopher Mies komplettierte die Fahrerpaarung. Neben dem Titel des Europameisters holte er sich nebenbei zum dritten Mal in Folge die Auszeichnung "Sportler des Jahres" des ADAC Nordbayern.

In der Saison 2010 kehrte Haase von Phoenix Racing zu Lamborghini zurück. Abermals mit Erfolg, wobei ihm sein erlernter Beruf sehr entgegen kommt. "Es ist schon ein Riesenvorteil, wenn du weißt, was mit deinem Auto los ist und was da genau passiert. Es vereinfacht die Situation, wenn ich auf der Strecke bin und es gibt ein Problem."

Von Null auf 200 in nur drei Jahren, wie geht das? "Mit viel Willen und Einsatz, der nötigen Unterstützung - und mit viel Glück", gesteht Haase, der in seiner bisherigen Blitzkarriere von schweren Unfällen verschont geblieben ist. Dazu kommt eine gehörige Portion Fitness, die er sich in den Rennpausen im Gesundheitszentrum Traunstein erarbeitet hat. "Dort hat man für mich ein Programm für die speziellen Belastungen als Rennfahrer entwickelt." Ein privater Sponsor - der Kulmbacher Onlinebroker Flatex - sorgt für Haases finanziellen Hintergrund.

Was kann man heuer noch von ihm erwarten? "Anfänglich hatten wir noch technische Probleme, doch die haben wir jetzt in den Griff bekommen. Für die nächsten Rennen haben wir uns Podiumsplätze vorgenommen", legt Haase die Messlatte für die vier letzten Rennen hoch.

    
    

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