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Forschung im Namen der Liebe

Volksmusikberaterin | Carolin Pruy erkundet, wie sich die Hochzeitsmusik in und um Wirsberg entwickelt hat. Die Ergebnisse sollen mit in das geplante Museum fließen.
Von Anna Ihl
  • fpks_pruy_110709 Auf dem Weg zur Hochzeitsmetropole unterstützt Carolin Pruy die Gemeinde. Die Beraterin für Volksmusik sammelt Hochzeitsmusiken.
     
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Wirsberg - Carolin Pruy hat Feuer gefangen: Die Volksmusikberaterin unterstützt Wirsberg auf dem Weg zur Hochzeitsmetropole. Doch die Recherche über traditionelle Hochzeitsmusik in der Gemeinde ist nicht ganz einfach.

Eigentlich trifft der Franke Carolin Pruy in Wirtshäusern. Oder in Schulen. Da bringt sie traditionelle Volksmusik an Alt und Jung. Doch jetzt kann die Beraterin für Volksmusik in Franken auch mal vor der Haustür stehen; in Hochzeitsmission.

Denn sie hilft der Gemeinde Wirsberg dabei, vom Hochzeitsdorf zur -metropole zu werden. Welche für die Gemeinde typischen Hochzeitsmusiken gab und gibt es, lautet ihr Forschungsauftrag, mit dem sich Wirsbergs Bürgermeister Hermann Anselstetter an sie gewandt hat.

Die Ergebnisse sollen mit in das erste Hochzeitsmuseum Deutschlands einfließen. Das Museum ist ein Teil des Plans, Wirsberg zur Hochzeitsmetropole zu machen und soll alle Bereiche zu diesem Thema beleuchten. Neben Brauchtum, Kleidung und Essen stellt vor allem die Musik einen wichtigen Faktor dar, erklärt der ehrenamtliche Wirsberger Bürgermeister. Doch die Musik lässt sich oft schwer fassen, meint Pruy.

Der Tanz am Abend

Gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es bei einer Eheschließung viele verschiedene Musiken. Die Zeremonie selbst erforderte eine gänzlich andere Musik als das Hochzeitsessen oder der Tanz am Abend. Und freilich gibt es keine Ton- oder Videoaufnahmen, auf die Pruy zurückgreifen kann.

Trotzdem begeistert sich die 29-Jährige für ihre Aufgabe. "Es ist nicht leicht, an Material oder Informationen zu kommen. Schließlich hat bisher noch niemand zu diesem Thema geforscht", sagt sie.

Die Volksmusikberaterin konzentriert sich bei ihrer Recherche darauf, wie sich die Musik zu Hochzeiten in und um Wirsberg entwickelt hat. Doch jedes Jahrzehnt hat andere Merkmale - auf Pruy wartet ein Haufen Arbeit. Es ist ein Großprojekt, darüber ist sie sich im Klaren: "Musik war und ist allgegenwärtig und hat sich immer weiterentwickelt." Doch sie hat einen Plan: Quellensuche. Zeitzeugen sind sehr hilfreich, doch auch Bilder nützen: Oft sind auf Fotos Musikanten mit abgebildet.

Dennoch: Allein geht es nicht. "Rund um Wirsberg brauche ich Menschen, die mir von Hochzeiten erzählen können", sagt Pruy, "und die sich für das Thema genauso begeistern lassen, wie ich." Bei gemeinsamen Hausbesuchen mit Herrmann Anselstetter knüpft sie erste Kontakte. Dass sie die Informationen der Mitteilungswilligen dabei absolut vertraulich behandelt, versteht sich für Carolin Pruy von selbst.

    
    

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