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Klare Absage an die Rente mit 67

Gewerkschaft | Volker Seidel stellt bei Delegiertenversammlung der IG Metall Ostoberfranken in Himmelkron die Ergebnisse einer Befragung vor: Die Bevölkerung will Mindestlöhne und bessere Bildungschancen.
Von Werner Reißaus

Himmelkron - Die IG Metall hat bundesweit eine Befragungsaktion "Gemeinsam für ein gutes Leben" durchgeführt. Daran hatte sich auch die IG Metall Ostoberfranken beteiligt und deren Erster Bevollmächtigter, Volker Seidel, stellte das Ergebnis jetzt in der Delegiertenversammlung im Gasthof Opel vor. Seidel verwies darauf, dass es die größte Beschäftigtenbefragung war, die eine Gewerkschaft je durchgeführt hat. Mehr als 450 000 Menschen haben sich von April bis Juni bundesweit beteiligt. "Die Menschen haben eine klare Vorstellung, was ihnen wichtig ist und was sich in Deutschland ändern muss", sagte Volker Seidel.

Der hohe Rücklauf der Antworten zeige auch, dass die IG Metall in den Betrieben stark verankert ist und bei den Beschäftigten als Interessenvertretung respektiert und anerkannt wird. Das Ergebnis dieser Befragungsaktion zeige auch, dass die Politik selten so weit von den Erwartungen der Menschen entfernt war. Bevollmächtigter Seidel: "So wenig Zutrauen die Menschen in die Politik haben, so sehr vertrauen sie darauf, dass die IG Metall ihren Ängsten und Sorgen, aber auch ihren Anforderungen an die Politik eine unüberhörbare Stimme verleiht. Sie fordern von der Politik nachhaltige Entscheidungen für die Mehrheit der Menschen. Die Befragten wollen sichere Arbeitsplätze mit fairen Bedingungen, eine gerechte Gesellschaft, in der sich Arbeit und Leben besser miteinander vereinbaren lassen. Ebenso wichtig ist ihnen eine gute Zukunft für ihre Kinder und dass sie im Alter sorgenfrei leben können."

Die IG Metall werde die Bundestagskandidaten und Parteienvertreter in Ostoberfranken mit den Ergebnissen konfrontieren und auffordern: "Macht Politik für die Mehrheit der Menschen! Wir werden die Parteien fragen, was ändert ihr nach der Bundestagswahl am 27. September?" Viel zu lang schon orientiere sich die Politik an den Interessen der Banken und der Wirtschaft. Die aktuelle Krise zeige deutlich, so Seidel, dass zugunsten der Gier einiger Weniger immer noch die Kerninteressen der Menschen geopfert würden. Dem stelle die IG Metall mit der Kampagne "Gemeinsam für ein gutes Leben" ein neues Politikmodell entgegen. Seidel weiter: "Die zentralen Interessen der Menschen müssen wieder Grundlage für politische Entscheidungen werden."

Bei der Befragung standen die Themen Arbeit und Einkommen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildung, Mitbestimmung, Mindestlohn und Leiharbeit im Vordergrund. Die vielen Gespräche in den Betrieben, auf der Straße und bei Aktionen haben nach den Worten von Seidel gezeigt, dass man die richtigen Fragen gestellt habe: "Wir sind nah dran an den Menschen und legitimiert, für sie zu sprechen." Die Ergebnisse der Befragung belegen auch, "wie wichtig es den Menschen ist, dass es gerecht zugeht in der Gesellschaft. "

Seidel kündigte eine Großveranstaltung am 5. September in der Commerzbank-Arena in Frankfurt an. Dort will man die Ergebnisse auf den Punkt bringen und Anforderungen an die Politik stellen.

Jürgen Krahmer (LIBA Naila) und Hermann Ransberger (ABM Marktredwitz) wurden in den Vorstand der IG Metall Ostoberfranken nachgewählt.

    
    

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