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Kaufplatz in Insolvenz verwickelt

Kulmbach - Der Kaufplatz in Kulmbach kommt nicht zur Ruhe. Jetzt wurde bekannt, dass der Eigentümer des Einkaufszentrums Insolvenz angemeldet hat. Immer mehr Mieter haben dem Center in den vergangenen Monaten den Rücken gekehrt. Nur noch wenige Geschäfte sind geöffnet. Der Gebäudekomplex macht zunehmend einen ungepflegten Eindruck. Schon lange sind keine Reparaturen mehr durchgeführt worden. Nicht einmal, als das Dach undicht wurde und es zu Wassereinbrüchen kam, die sogar Geschäfte teils erheblich unter Wasser setzten.

Post aus Luxemburg

Kürzlich wurde, wie berichtet, bekannt, dass Centermanager Jan-Patrick Weitzner und sogar der Hausmeister des Kaufplatzes entlassen worden sind. Kurz zuvor hatte Weitzner auch sein eigenes Geschäft "Alba Moda" im Kaufplatz geschlossen und damit einen weiteren Laden mit verklebten Fenstern und leeren Flächen hinterlassen. Das Geschäft habe an dieser Stelle keine Chance gehabt, so der Manager des gesamten Zentrums Mitte August gegenüber der Frankenpost. Doch damit nicht genug: Jetzt hat sich bei den verbliebenen Mietern in dem Kulmbacher Center ein Rechtsanwalt aus Luxemburg gemeldet und angezeigt, dass er als Insolvenzverwalter ab sofort der zuständige Ansprechpartner sei.

Der luxemburgische Immobilienfonds "Heddon", dem neben dem Kaufplatz auch das Einkaufszentrum "Atrium" in Bamberg gehört, ist offenbar zahlungsunfähig. Unklarheit herrscht allerdings darüber, ob das gesamte Unternehmen insolvent ist oder nur ein Teil. Die Immobilienfonds, die Heddon von Luxemburg aus verwaltet, sind in einzelne Bereiche aufgesplittet. Sicher ist aber: Die Mieter sowohl im Kaufplatz als auch im "Atrium" haben Post vom Insolvenzverwalter erhalten. Einem Insolvenzregister in Luxemburg ist zu entnehmen, dass bereits Ende Juli für eine Firma "Winchester Heddon Holding" sowie für "Heddon 2" als auch "Heddon 3" Insolvenz angemeldet wurde und der Luxemburger Anwalt Yann Baden zum Insolvenzverwalter bestimmt worden ist.

Reparaturstau

Mieter im Kaufplatz haben sich bereits seit Monaten immer wieder darüber beklagt, dass Ansprechpartner auf Vermieterseite praktisch dauernd wechselten und man niemanden finden könne, der Fragen beantworte. So bleibt den Geschäftsleuten aus dem Kaufplatz einmal mehr nichts anderes als abzuwarten, wie es nach der Insolvenz nun weitergeht. Die Hoffnung, dass der Reparaturstau an dem Gebäude innen wie außen nun bald einmal behoben wird, haben wohl die meisten Mieter jetzt endgültig begraben. Die Kenntnis, dass sogar Mieter, die seit Jahren nicht mehr im Kaufplatz sind, noch Post vom Insolvenzverwalter bekommen haben, steigert das Vertrauen nicht.

Die Stimmung im Kaufplatz kann kaum mehr tiefer sinken. Von den einst "19 starken Partnern", mit denen das Center geworben hatte, sind nahezu drei Viertel längst ausgezogen. Regelrecht zur Krise wurde die Angelegenheit, als auch noch der Ankermieter, die Lebensmittelkette "Diska", vor rund einem Jahr für immer ihre Filiale im Kaufplatz schloss und damit auch immer weniger Laufkundschaft den Weg in das Einkaufszentrum fand. mb

    
    

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