zuletzt bearbeitet: 18.08.2010 18:46 Uhr
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Traumjob im Kreißsaal
Hermine Bäuerlein ist Hebamme aus Leidenschaft. Auch nach fast 30 Jahren Berufserfahrung ist jede Geburt für sie nach wie vor ein einmaliges Erlebnis. Routine kommt dabei nie auf.
Kulmbach - Werdende Mütter kommen gerne nach Kulmbach auf die 1a - die Entbindungsstation. Eine Pinnwand, geziert mit vielen Danksagungskarten und niedlichen Babyfotos, zeugt von der Zufriedenheit der Mütter, die hier die Geburt ihres Kindes und die ersten Tage des neuen Lebens dem Team aus Ärzten, Hebammen und Schwestern anvertrauten. Fast am Ende des langen Flures befindet sich der Kreißsaal - Arbeitsplatz für sieben Hebammen, die in drei Schichten rund um die Uhr für die Gebärenden da sind. Dort trifft man auch Hermine Bäuerlein - Hebamme aus Leidenschaft.
Seit fast 30 Jahren ist Hermine Bäuerlein Hebamme am Kulmbacher Klinikum. Hunderten Kindern hat sie bereits auf die Welt geholfen. Ihren Beruf möchte sie nicht missen, denn das Wunder der Geburt sei immer wieder etwas einmaliges. "Es kommt keine Routine auf. Jede Geburt ist anders", sagt die 48-Jährige.
Schon früh stand für Hermine Bäuerlein fest, dass sie einen Beruf ergreifen möchte, in dem sie mit Menschen zusammenarbeitet. Kinderkrankenschwester und eben Hebamme zog sie damals als Berufswunsch in Erwägung. Die Entscheidung fiel letztlich auf die Arbeit im Kreißsaal.
Ihre Ausbildung absolvierte Hermine Bäuerlein, die in Sassendorf im Landkreis Bamberg lebt, in Bamberg und kam nach erfolgreichem Abschluss schließlich 1982 ans Kulmbacher Klinikum. "Hier bin ich dann kleben geblieben", erinnert sie sich und erzählt von ihren Aufgaben als Hebamme. Ihre Tätigkeit umfasst Geburtsvorbereitungskurse ebenso wie die Leitung der Geburt und die Nachsorge. "Wir schauen zum Beispiel nach, ob die Nabelschnur des Säuglings verheilt und helfen bei Stillproblemen", erzählt sie. Das Berufsbild sei vielfältig und verlange nicht nur während der Geburt Einfühlungsvermögen von den Hebammen. "Eine Hebamme muss führen und stützen, beistehen und verstehen", sagt Bäuerlein - man müsse sich in die Frauen hineinversetzen können - "und manchmal auch in die Väter", sagt die 48-Jährige lachend. Denn es komme schon mal vor, dass ein werdender Vater vor Aufregung Unterstützung braucht - sei es, indem man ihm ein Glas Wasser reicht oder ihn ans offene Fenster stellt. "Die meisten Männer sind aber doch sehr tapfer", sagt Bäuerlein.
Emotionale Momente
Das Leiten einer Geburt und das Wunder des neuen Lebens ist für die erfahrene Hebamme noch immer etwas ganz Besonderes. Die Arbeit auf die Vor- oder Nachsorge zu beschränken, käme für Hermine Bäuerlein daher nicht in Frage: "Ich brauche den Kick der Geburt schon. Eine Geburt ist ein emotionales Erlebnis und meist mit sehr viel Freude verbunden. Das ist das Schöne an diesem Beruf." Auch wenn Gefühle des Glücks überwiegen, gebe es natürlich auch Schicksalsschläge, die auch der Hebamme nahe gehen: "Ich bin ein gefühlsbetonter Mensch und weine auch mal mit. Traurige Ereignisse kann ich dann nicht so einfach abschütteln."
Immer mehr Kaiserschnitte
In den vielen Jahren, in denen Hermine Bäuerlein nun als Hebamme arbeitet, habe sich etliches gewandelt. "Viele Frauen entscheiden sich heute wesentlich häufiger für die Geburt durch den schmerzfreieren Kaiserschnitt. Einige Eltern wollen den Termin planen", erzählt Bäuerlein, die selbst jedoch die natürliche Geburt empfiehlt, denn "der Geburtsstress stärkt die Abwehr des Kindes, es hat weniger Anpassungsstörungen. Die Atmung funktioniert besser, da dass Fruchtwasser aus den Lungen gedrückt wird".
Dass sie sich damals für den Beruf der Hebamme entschieden hat, bereut Hermine Bäuerlein, wie sie sagt auf keinen Fall, denn Langeweile, so sagt sie, kommt dabei nie auf.
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