» zur Übersicht Kulmbach-Stadt
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   
Traumjob im Kreißsaal

Hermine Bäuerlein ist Hebamme aus Leidenschaft. Auch nach fast 30 Jahren Berufserfahrung ist jede Geburt für sie nach wie vor ein einmaliges Erlebnis. Routine kommt dabei nie auf.

Von Gabriele Fölsche
  • fpks_am_hebamme_180810 Das Wunder der Geburt ist für Hebamme Hermine Bäuerlein (links) jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Schon hunderte werdende Mütter hat sie auf dem Weg durch die Schwangerschaft bis zur Geburt begleitet - so auch Maria Sack, stolze Mama der kleinen Elli. Foto: Fölsche
     
Bild von

Kulmbach - Werdende Mütter kommen gerne nach Kulmbach auf die 1a - die Entbindungsstation. Eine Pinnwand, geziert mit vielen Danksagungskarten und niedlichen Babyfotos, zeugt von der Zufriedenheit der Mütter, die hier die Geburt ihres Kindes und die ersten Tage des neuen Lebens dem Team aus Ärzten, Hebammen und Schwestern anvertrauten. Fast am Ende des langen Flures befindet sich der Kreißsaal - Arbeitsplatz für sieben Hebammen, die in drei Schichten rund um die Uhr für die Gebärenden da sind. Dort trifft man auch Hermine Bäuerlein - Hebamme aus Leidenschaft.

Seit fast 30 Jahren ist Hermine Bäuerlein Hebamme am Kulmbacher Klinikum. Hunderten Kindern hat sie bereits auf die Welt geholfen. Ihren Beruf möchte sie nicht missen, denn das Wunder der Geburt sei immer wieder etwas einmaliges. "Es kommt keine Routine auf. Jede Geburt ist anders", sagt die 48-Jährige.

Schon früh stand für Hermine Bäuerlein fest, dass sie einen Beruf ergreifen möchte, in dem sie mit Menschen zusammenarbeitet. Kinderkrankenschwester und eben Hebamme zog sie damals als Berufswunsch in Erwägung. Die Entscheidung fiel letztlich auf die Arbeit im Kreißsaal.

Ihre Ausbildung absolvierte Hermine Bäuerlein, die in Sassendorf im Landkreis Bamberg lebt, in Bamberg und kam nach erfolgreichem Abschluss schließlich 1982 ans Kulmbacher Klinikum. "Hier bin ich dann kleben geblieben", erinnert sie sich und erzählt von ihren Aufgaben als Hebamme. Ihre Tätigkeit umfasst Geburtsvorbereitungskurse ebenso wie die Leitung der Geburt und die Nachsorge. "Wir schauen zum Beispiel nach, ob die Nabelschnur des Säuglings verheilt und helfen bei Stillproblemen", erzählt sie. Das Berufsbild sei vielfältig und verlange nicht nur während der Geburt Einfühlungsvermögen von den Hebammen. "Eine Hebamme muss führen und stützen, beistehen und verstehen", sagt Bäuerlein - man müsse sich in die Frauen hineinversetzen können - "und manchmal auch in die Väter", sagt die 48-Jährige lachend. Denn es komme schon mal vor, dass ein werdender Vater vor Aufregung Unterstützung braucht - sei es, indem man ihm ein Glas Wasser reicht oder ihn ans offene Fenster stellt. "Die meisten Männer sind aber doch sehr tapfer", sagt Bäuerlein.

Emotionale Momente

Das Leiten einer Geburt und das Wunder des neuen Lebens ist für die erfahrene Hebamme noch immer etwas ganz Besonderes. Die Arbeit auf die Vor- oder Nachsorge zu beschränken, käme für Hermine Bäuerlein daher nicht in Frage: "Ich brauche den Kick der Geburt schon. Eine Geburt ist ein emotionales Erlebnis und meist mit sehr viel Freude verbunden. Das ist das Schöne an diesem Beruf." Auch wenn Gefühle des Glücks überwiegen, gebe es natürlich auch Schicksalsschläge, die auch der Hebamme nahe gehen: "Ich bin ein gefühlsbetonter Mensch und weine auch mal mit. Traurige Ereignisse kann ich dann nicht so einfach abschütteln."

Immer mehr Kaiserschnitte

In den vielen Jahren, in denen Hermine Bäuerlein nun als Hebamme arbeitet, habe sich etliches gewandelt. "Viele Frauen entscheiden sich heute wesentlich häufiger für die Geburt durch den schmerzfreieren Kaiserschnitt. Einige Eltern wollen den Termin planen", erzählt Bäuerlein, die selbst jedoch die natürliche Geburt empfiehlt, denn "der Geburtsstress stärkt die Abwehr des Kindes, es hat weniger Anpassungsstörungen. Die Atmung funktioniert besser, da dass Fruchtwasser aus den Lungen gedrückt wird".

Dass sie sich damals für den Beruf der Hebamme entschieden hat, bereut Hermine Bäuerlein, wie sie sagt auf keinen Fall, denn Langeweile, so sagt sie, kommt dabei nie auf.



    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf frankenpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Kulmbach-Stadt

Stadt kämpft gegen Leerstände an

Flächenmanagement heißt das Zauberwort, mit dem in Kulmbach verwaiste Immobilien künftig effektiver wiederbelebt werden sollen. Die Innenstadt muss im Blick bleiben, sind im Stadtrat alle einig. »mehr
    
    

 
Wehmut in der Schankstube

Der "Adler" darf nicht sterben, sagen die Erben des Traditionsgasthofes in Burghaig. Die Eigentümerfamilie geht jetzt in... »mehr
    
 
    

 
Gastlichkeit, Stammtische und eine Ehe

Doris Laaber war Wirtin und eine richtige Institution. Sie erinnert sich an die erfolgreichen Zeiten des beliebten Gasth... »mehr
    
 
    

 
Bildungswege auf 75 Seiten

Michael Schramm und Dr. Ralf Hartnack stellen den neuen Schulwegweiser vor. »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

Party

 
    

Nachrichten

 
    

Sport

    
    

Prospekte aus der Region

Reichel Holzspezi
    
    

Magazine

Azubi 2012
Wir in Wunsiedel Februar 2012
Nördliches Fichtelgebirge Ausgabe 4
Thüringen im Blick
Schlaglichter 2011
Gesundheitsführer Kulmbach
Gesundheitsführer Naila
Hochzeitsmagazin November 2011
Frankenreiter November
Börsenforum Oktober 2011
Leserreisen Oktober 2011
Berufsmagazin
Besser Bauen schöner Wohnen
5. Sechsämterland Holztage
Gesundheitsführer Hof 2011
Gesundheitsführer Münchberg
Gesundheitsführer Selb
Erfolgreiche Familienunternehmen
Bikers Guide
Gesundheitsführer Rehau
Gesundheitsführer Wunsiedel
    
Anzeige
Marktplatz und Bayreuther Woche
Logo Frankenwäldler
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    
    

Mit roten Händen gegen Kindersoldaten

Mit knallroter Farbe die Hände anmalen: Das machten am Mittwoch eine Menge Politiker in Berlin. Die Politiker waren Abgeordnete des deutschen Parlaments - des Bundestages. »mehr
    
    

Die Sache mit dem Essensgutschein

Frage des Tages
Ein Leser hat einen Gutschein von einer Pizzeria in Höhe von 20 Euro. Die Gaststätte hat jetzt aber einen anderen Besitzer, und dieser will den Gutschein nicht akzeptieren. Von dem Pächterwechsel hatte der Gast nichts erfahren. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Die neuen Party-Pix vom Wochenende 

Fasching in Schönwald, HipHop-Party im Hofer H.1, 80er-Fete im Rockwerk - hier geht es zu den aktuellen Bildern vom Feier-Wochenende. »mehr
    
    

Börseninformationen