zuletzt bearbeitet: 05.11.2008 19:36 Uhr
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„In Missouri hat Obama knapp verloren“
Jefferson City – Auch an Jefferson City in Missouri, Partnerstadt von Münchberg, ist der Wahlkampf zwischen McCain und Obama nicht spurlos vorbeigegangen. Wir sprachen mit Bürgermeister John Landwehr über das Thema Wahlen und den neuen Präsidenten.
Jefferson City – Auch an Jefferson City in Missouri, Partnerstadt von Münchberg, ist der Wahlkampf zwischen McCain und Obama nicht spurlos vorbeigegangen. Wir sprachen mit Bürgermeister John Landwehr über das Thema Wahlen und den neuen Präsidenten.
Herr Landwehr, haben Sie gedacht, dass die Wahl so ausgehen würde?
John Landwehr: Die Wahl von Barack Obama war keine Überraschung. In den Abstimmungen der vergangenen Wochen lag er ja schon klar vorne.
Wie viele Fans hat Obama denn in Missouri?
In Missouri hat Obama knapp verloren. Und in Cole County, einer Region vergleichbar mit dem Landkreis Hof, hat er sogar mit Pauken und Trompeten verloren. Die Bevölkerung hier ist konservativer als die Nation als Ganzes.
Was bedeutet das Wahlergebnis für die Regierungsarbeit Obamas?
Nachdem der neue Präsident Demokrat ist und auch der Kongress von den Demokraten kontrolliert wird, haben diese viel mehr Möglichkeiten und die Republikaner nun weniger Einfluss.
Und was heißt das für Missouri?
Wir haben zwar nun mit Jay Nixon einen demokratischen Gouverneur mehr, allerdings regieren die Republikaner den Staat. Da braucht es viel mehr Kompromisse, um überhaupt etwas voranzubringen. Oder wir kommen an einen Punkt, wo überhaupt nichts mehr vorwärts geht.
Was soll sich unter Obamas Regierung verändern?
Die allgemeine Meinung ist, dass die Demokraten die Steuern, aber auch die Ausgaben im sozialen Bereich erhöhen werden. Die höheren Steuern werden vor allem die wohlhabenden Bürger und die Unternehmen zu spüren bekommen. Die Republikaner sagen dagegen, dass es allen eher helfen würde, wenn die Unternehmen keine Steuerbelastungen hätten. Es bleibt abzuwarten, wer dann letztlich Recht hat.
Hat der Irakkrieg eine Rolle im Wahlkampf gespielt?
Der Krieg war sogar ein Kernpunkt des Wahlkampfes. Und er hätte für die Wahl von McCain ausschlaggebend sein können, vor allem weil er in letzter Zeit besser verlief. Letztlich hat er jüngst aber an Bedeutung verloren. Die meisten Leute sind der Meinung, dass die wirtschaftlichen Probleme des Landes es Obama einfacher gemacht haben, zu gewinnen. Obwohl sich diese Probleme eigentlich erst durch die Demokraten verstärkt haben, kamen sie unter Präsident Bushs Regierung voll zum Ausbruch. Wohl deshalb wollte das Land als Präsidenten nun jemanden aus der anderen Partei.
Was bleibt von George W. Bush, dem 43. Präsidenten Amerikas?
Ich finde erwähnenswert – vor allem, weil es auch sonst eher unüblich ist –, dass die Republikaner nie wollten, dass man sie mit Bushs Politik in Verbindung bringt. Stattdessen neigten beide Parteien stets dazu, den noch amtierenden Präsidenten während des Wahlkampfes zu kritisieren.
Das Gespräch führte
Christiana Hornfeck
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