zuletzt bearbeitet: 11.01.2008 17:51 Uhr
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„Kein Partyveranstalter“: SPD setzt auf Inhalte
Wahlkampfauftakt | Bürgermeisterkandidat hält Holzhackschnitzelanlage für Krankenhaus für denkbar
Münchberg – Mit ihrer Jahreshauptversammlung starteten die Münchberger Sozialdemokraten den Wahlkampfauftakt für die Stadtrats- und Bürgermeisterwahl.
„Münchberg braucht endlich wieder eine Perspektive“, begann Hermann Seiferth seine Rede, in der er das Wahlprogramm und die Stadtratsliste der SPD darstellte. Auf Grundlage ihrer Bürgerbefragung, die sehr gut angenommen worden sei, habe die SPD, so heißt es in einer Pressemitteilung, die Schwerpunkte ihres Programms festgesetzt. Als zentrale Aufgabe hätten sich dabei der Einsatz für Arbeitsplätze in Münchberg, die Schaffung einer attraktiven Innenstadt und der Ausbau der Betreuung für Kinder und Jugendliche ergeben. „Wir treten mit Inhalten an, dadurch unterscheiden wir uns von anderen, bei denen man oft nicht erkennen kann, ob es sich um ernsthafte politische Mitstreiter, um kommerzielle Partyveranstalter oder um eine Faschingsgesellschaft handelt“, erklärte Seiferth und stellt anschließend die zentralen Themen dar.
Angesichts der negativen Entwicklung der Arbeitsplätze in Münchberg sei verständlich, dass dieses Thema den Münchbergern besonders nahe gehe. Neue Arbeitsplätze könnten nur entstehen, wenn für die Wirtschaft optimale Bedingungen geschaffen würden und auf Unternehmer zugegangen werden würde. Dazu müsse endlich ein konsequentes Stadtmarketing umgesetzt werden und die Stadt müsse die „Entscheider“ in den Unternehmen ansprechen, die eine Beziehung zu Münchberg hätten. „Der Wirtschaftsstandort Münchberg muss seine Kernkompetenzen herausstellen“, neben Textil, Logistik und mit Raumedic auch Medizintechnik böten sich hier vor allem Chancen in der Gewinnung regenerativer Energien. Neben Windkraft und Biogasanlage nannte Seiferth hier den geplanten Solarenergiepark und sprach sich dafür aus, zu prüfen, ob zur Beheizung des Krankenhauses die Errichtung einer Holzhackschnitzelanlage machbar sei.
Für die Innenstadt sah er weniger Bedarf an weiteren Untersuchungen und Gutachten als die Notwendigkeit, die bereits seit langem gewonnenen Erkenntnisse endlich umzusetzen. Notwendig sei vor allem eine Sanierung der Bahnhofstraße und des Luisenparkplatzes, die allerdings so über die Bühne gebracht werden müsse, dass sich die Geschäftsleute – anders als bei der Kulmbacher Straße – darauf einstellen könnten. Weiter nannte Seiferth Maßnahmen der Stadtbegrünung, wo mit wenig Geld viel zu machen sei, ein Konzept zur Nutzung von Brachflächen – „einfach schottern und ein Verkaufsschild aufzustellen führt nicht zum Ziel“ – und den durchgängigen Ausbau der Südumgehung, um den Schwerlastverkauf aus der Innenstadt herauszuhalten.
Wichtig für die Lebensqualität wie auch für einen Wirtschaftsstandort sei ein gut ausgebautes Bildungswesen. Münchberg müsse seine Qualitäten aus Schulstandort und als Zentrum für Textilausbildung weiter stärken. Dazu solle die Schule in Poppenreuth ausgebaut und für alle Kinder ein Ganztagsbetreuungsangebot geschaffen werden. Auch werde die SPD dafür eintreten, die Jugendarbeit weiter zu unterstützen und trete für die Schaffung einer Streetworker-Stelle ein, um soziale Brennpunkte in der Stadt zu entschärfen.
Auch die besonderen Probleme der Ortsteile müsse die Stadt berücksichtigen. Seiferth machte deutlich, dass er dafür eintrete, die Infrastruktur hier zu erhalten und zu verhindern, dass einzelne Ortsteile von der Entwicklung abgehängt würden. Dies gelte vor allem auch für den Anschluss an schnelle Kommunikationsverbindungen. Mit der Stadtratsliste, die er anschließend vorstellte, sei eine gute Mischung erreicht worden. Neben erfahrenen Stadtratsmitgliedern kandidieren engagierte neue Kandidaten, Vertreter aus allen Bereichen und aus den Ortsteilen. Münchberg brauche ein überlegtes Wahlprogramm, eine kompetente Mannschaft und einen neuen Bürgermeister, fasste Seiferth zum Schluss zusammen. Dafür trete er und die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD an und versprach, „dass ich für alle Münchberger da sein werde, und ich mir auch nicht zu fein sein werde, mich um die vermeintlichen kleinen Probleme zu kümmern, ohne die großen Aufgaben aus dem Auge zu verlieren.“
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