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Chöre wollen den Dienst quittieren

Solidaritäts-Gottesdienst | In der Kirche St. Veit stellen sich über 580 Menschen hinter Pfarrer Hermann Welzel. Den Verfasser des anonymen Schreibens verurteilen sie scharf.
Von Helmut Engel
  • Kirchengemeinde Sparneck Auch im Ort selbst wird gegen die Absetzung von Hermann Pfarrer Welzel protestiert. Dieser Bürger hat ein Banner gestaltet. Fotos: Engel
     
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Sparneck - Die evangelische Kirchengemeinde stellt sich hinter ihren vom Dienst suspendierten Pfarrer - und fordert seine Rückkehr. Über 580 Menschen haben am Samstag in der Kirche St. Veit an einer Andacht für Hermann Welzel teilgenommen und ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht, unter anderem mit ihrer Unterschrift. Wie berichtet, hatte Welzel auf ein anonymes Schreiben hin den Missbrauch an einer minderjährigen Konfirmandin eingestanden und war daraufhin vom Dienst suspendiert worden. Der Fall liegt mehr als 23 Jahre zurück.

Nicht nur Sparnecker Christen waren der Einladung des Kirchenvorstandes gefolgt. Auch aus den Nachbargemeinden Zell, Weißdorf und Münchberg, Gefrees und Helmbrechts waren Menschen gekommen. Die Kirchenvorstandsmitglieder Irene Regenhardt und Ute Ruckdeschel zeigten sich beeindruckt von dem Zuspruch. Er zeigte, dass die "niederträchtige Verunglimpfung" durch einen anonymen Brief alle schwer erschüttert hätte, und dass "wir uns nicht durch hinterhältiges Agieren zerstören lassen". Alle stünden hinter Pfarrer Welzel und seiner Familie. Er sei 23 Jahre lang in der Gemeinde vorbildlich tätig gewesen und genieße großes Ansehen. Gemeinsam wolle man dafür kämpfen, "dass unser Pfarrer in sein Amt zurückkehren kann" und die Gemeinde zum gewohnten Alltag zurückfindet.

Von Alltag kann derzeit allerdings keine Rede sein: Die Mitglieder von Kirchen- und Posaunenchor haben gemeinsam erklärt, dass sie ohne ihren Leiter Hermann Welzel keine Gottesdienste mehr gestalten. Laut Irene Regenhardt wird es mit der Suspendierung des Pfarrers auch in der Jugendarbeit, der Altenseelsorge, im Kindergarten und beim Religionsunterricht sehr ruhig. "Unseren Pfarrer können wir nicht ersetzen", sagte sie.

Aufruf junger Mädchen

Melissa Frister, Madlen Hegner, Mina und Sabine Knoll - vier junge Mädchen, die nach dem Sommer von den Präparanden zu den Konfirmanden wechseln - traten mit einem selbstverfassten Aufruf vor den Altar und verurteilten den Verfasser des anonymen Briefes. Er habe eine ganze Kirchengemeinde in einen Abgrund gestürzt. Sie machten klar, dass sie im kommenden Jahr von Pfarrer Welzel konfirmiert werden wollen.

Kirchenvorstandsmitglied Karin Trnetschek betonte, dass der Kirchenvorstand "bestürzt, fassungslos und traurig" darüber sei, dass eine "Vorzeige-Kirchengemeinde" von einer anonymen Person mit ein paar Worten zerstört werden könne. Dabei hätte Welzel für seinen "Fehltritt" bereits "hinlänglich gebüßt" und ihn zutiefst bereut. In Sparneck habe er 23 Jahre lang vorbildlich gewirkt und sich nichts zuschulden kommen lassen. In einer kurzen Predigt zeigte die Lektorin Situationen auf, in denen Menschen am liebsten alles hinschmeißen wollen. Hilfe lieferte in diesen Situationen die Bibel - und deshalb verlasse man sich auch in Sparneck auf Gottes Wort. In einer Fürbitte bat Karin Trnetschek Gott darum, Pfarrer Welzel die Missetat von damals zu verzeihen und der anonym bleibenden Frau beizustehen, damit ihr Name nicht in den Schmutz gezogen würde. Sie betete auch dafür, dass die Familie Welzel weiterhin familiär und in Liebe miteinander umgehen kann, und dafür, dass die "Kirchenoberen" die Fakten genau prüfen, um eine gerechte Entscheidung treffen zu können. Sie hoffe, dass die Kirchengemeinde aus diesem "feigen Anschlag" gestärkt hervorgeht und noch enger zusammenwächst.

Auf Einladung von Vertrauensmann Jörg Hager trugen sich anschließend viele Gottesdienstbesucher in Unterschriftenlisten ein, die in dieser Woche der Landeskirchenleitung in München übergeben werden sollen. Bis dahin liegen sie in den Sparnecker Geschäften und in der Raiffeisenbank aus.

Musikalisch ausgeschmückt wurde der Solidaritätsgottesdienst durch den Kirchen- und den Posaunenchor.

Am Rande der Veranstaltungen kündigten einige der Jubelkonfirmanden an, im kommenden Monat nicht mitzufeiern, wenn Welzel den Gottesdienst nicht halten darf.

Andere Meinung: Im Zuge der Diskussion gibt es auch andere Stimmen. In Sparneck haben Unbekannte Zettel ausgehängt mit folgendem Inhalt: „. . .und wer denkt an das Opfer?! Kindesmissbrauch ist strafbar!!!!! Welcher Christ kann Missbrauch befürworten?!“

    
    

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»Alle 67 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

????

von unbekannt am 22.04.2010 13:18
Oh man....Habt ihr eigentlich mal gelesen was ihr da alles von Euch lasst??? Irgendwann muss es doch mal wieder gut sein....So viel Frust kann doch gar kein einzelner Mensch angestaut haben, um immer und immerzu da was einzuschreiben!!! Egal wem ihr Recht gebt oder zu wem ihr steht, lasst doch mal die zickerei. Das ist ja schlimmer wie im Kindergarten! Überlegt doch mal wie alt ihr seid! Jetzt ist es mal wieder gut!
(0)

"Zarathustra"

von unbekannt am 21.04.2010 21:02
Ich denke, hier hat der kleine Freund "Neid" wieder teuflisch mitgespielt" bei diesem Beitrag. Es ist doch ein Unding, dass man sowas sagt. Nur weil das eigene Leben keine solchen Bereicherungen bietet und man nicht so weit gekommen ist,dass über 1000 Menschn hinter einem stehen,ist das kein Grund jmdn zu verurteilen!
Wie dem auch sei,ich bleibe bei meiner Meinung. Ausnahmensweise lasse ich mich von niemandem beirren. Meine Stimme hat Hermann.
Wünsch noch viel Spaß hier! Macht euch selbst kaputt und erfreut euch am Niedergang einer ganzen Familie!Ich hoffe,dass dieser Pfarrer so schnell wieder im Amt ist, dass ich meine Kinder bei ihm taufen lassen und ich mich bei ihm vermählen kann. Denn selbst vor Gericht zählen nicht nur "Fakten".Es wird ÜBERALL berücksichtigt, was der Mensch geleistet hat und wie er sich in der Zwischenzeit benommen hat bzw sich etwas zu Schulden hat kommen lassen.
Ihr "ohne christlichen Glauben", die "aufrecht durchs Leben gehen"-
Adios
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Taufe...

von unbekannt am 23.04.2010 16:06
also ich glaub hier hat jemand net wirklich was mitbekommen, wenn man richtig zughört oder gelesen hätte, wüsste man mittlerweilen, das dieser pfarrer in sparneck NIE mehr pfarrer sein wird und "wohl" auch nirgends anders wo lt "frau bischöffin", dann wirde es wohl leider nichts mit der taufe und heirat dann??- schade, denn dann habt ihr wohl nicht den sinn dessen verstanden, wie frau greinert schon deutlich sagte, man wird nicht von DEN Pfarrer getrauft-getraut-konfirmiert sondern DURCH einen Pfarrer, dann solltet ihr es wohl eh bleiben lassen, wenn man den Sinn nicht mal versteht, sondern es nur um DEN geht.
Ich frag mich langsam echt was in Sparneck abgeht, das jetzt sogar schon die ganzen Konfirmationen abgesagt wurden weil keiner ohne 'DEN`konfirmieren will- WAS SOLL DAS DENN BITTE, Frau Greinert hatte da völlig recht.Total abnormal hier alles echt.Man muss sich schämen in sparneck zu wohnen, da jeder von aussen denk man stehe auch hinter dem Pfarrer.
(0)

Schluss

von unbekannt am 21.04.2010 16:41
Könnt ihr denn nicht versuchen euch einzufühlen in die Angehörigen, die auf Schritt und Tritt bewacht werden. Es wird eine Bestrafung geben, ganz klar, aber dazu werdet ihr alle mit eurem Streit und Hass sicherlich nicht beitragen!Zum Schluss möchte ich nícht nur eine "Partei" verurteilen, sondern gar keine. Es sind beide Ansichten in gewisser Weise berechtigt. Aber bitte, nicht in diesem Ton. Vor Gericht ginge die Verurteilung so auch nicht von Statten. Also sorgt lieber dafür, dass eure Leichen im Keller nie jemand entdecken wird, denn sonst kommt auf euch das Gleiche zu!
(0)

Nein, viel schlimmer

von Zarathustra m (47) am 21.04.2010 20:02
das gleiche würde auf uns nicht zukommen, denn wir hätten nicht diesen"was für ein toller Pfarrer-Bonus". Für uns wäre es noch viel schlimmer.Kein Mensch würde nach so einem Vergehen je wieder in Frieden in dieser Sparnecker Gemeinde leben können. Ich finde daß das Verhalten der pro Welzel Anhängern mehr als heuchlerisch und scheinheilig ist. Ob dieser Pfarrer etwas in dieser Gemeinde geleistet hat oder nicht sollte keine Rolle spielen. Habe selten so eine scheinheilige Gemeinde gesehen. Lieber ohne christliche Glauben, dafür aber aufrecht durchs Leben gehen, als so.
Ich bin froh, daß meine beiden Kinder nicht getauft sind. Meine Ehefrau ist auch nicht getauft und ich werde nun höchstwahrscheinlich auch aus der Kirche austreten. Also ich habe den Glauben verloren.
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