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Gute Chancen im Bereich Textil

Die in Münchberg und Naila ausgebildeten Fachleute für Textilien haben beste Berufsaussichten. Das erfahren Besucher an den Infotagen an beiden Schulen.

Von Helmut Engel
  • Zukünftige Schülerinnen konnten sich selbst im Nähen üben. Foto: Helmut Engel
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Münchberg/Naila - Sehr gut angenommen haben Interessierte die Infotage an der Textilfachschule in Münchberg und an der Staatlichen Berufsschule für Bekleidungstechnik in Naila. Beide Schulen haben in Deutschland ein Alleinsstellungsmerkmal: Die Textilfachschule ist die einzige Schule in Deutschland, in der Textiltechniker in Vollzeit in den fünf Schwerpunkten Weberei-, Maschen- und Vliesstofftechnik sowie Veredlung und Prüfwesen ausgebildet werden. Dazu kommt das ebenfalls zweijährige Fachschulstudium zum Textilbetriebswirt. An der Nailaer Schule wird seit vielen Jahrzehnten erstklassiges Fachpersonal für die Bekleidungsindustrie ausgebildet.

Am Tag der offenen Tür bekamen in Naila viele junge Leute einen Einblick in die Ausbildung zur bekleidungstechnischen Assistentin oder zur Textiltechnikerin. Schulleiterin Monika Nestvogel gab mit einigen Schülerinnen einen Überblick über Berufslaufbahnen, die Ausbildung, Studienfahrten und Projekte, die teils in Kooperation mit Partnern entstehen. Nestvogel betonte, dass in Naila "hervorragende technische Fachleute ausgebildet werden". Der Weg zur Modedesignerin sei ein weiter, wenngleich die Ausbildung auch kreative Fächer umfasst.

Das gesamte Schulhaus umwehte der Wind der großen weiten Modewelt. So wurden die Besucher Zeuge, wie Schülerinnen an Schneiderpuppen drapierte Modelle abzeichneten oder Modelle für die Herbst- und Winterkollektion entwarfen. Insbesondere Hosenröcke sind in der kommenden Saison im Trend. Vorgestellt wurde auch das laufende Projekt "Aus alt mach neu", das Verena Wieske-Singer als Lehrkraft begleitet.

Wer sich von der Arbeit der jungen Leute selbst ein Bild machen möchte, hat die Chance, zur Selber Kulturnacht am 16. April in der Ofenhalle des Factory-In die Ausstellung "Upcycling" zu bestaunen, von der bereits einige Stücke in Naila zu sehen waren. So wurde ein Rock aus alten Hosen geschneidert, ein Kleid aus einem nicht mehr gebrauchten Regenschirm. Präsentiert wurde auch eine Kollektion von Röcken aus unterschiedlichen Epochen der Modegeschichte. Diese hatten bereits im Herbst ihre Premiere im "Café Kitsch" in Kronach.

Im Technikum konnten sich die Besucher überzeugen, dass die Schule auch technisch auf dem neuesten Stand ist. Und die Gäste konnten sich am Nähen von "Give-aways" wie Anhänger für den Geldbeutel versuchen. Weiter war eine Schweißmaschine zu bestaunen, mit der man wind- und wasserdichte Nähte produzieren kann. Im EDV-Raum stand das moderne Handwerkszeug einer bekleidungstechnischen Assistentin zur Besichtigung.

Die Infotage in Münchberg sind nicht nur eine Orientierungshilfe für künftige Textiltechniker oder Textilbetriebswirte, sie sind Treffpunkt für Ehemalige, die heute in ganz Europa in führenden Textilunternehmen in verantwortungsvollen Positionen sind. Gleichzeitig ist der Tag der offenen Tür eine Berufsbörse, erklärte der stellvertretende Schulleiter Dieter Rücker: "Viele Betriebe suchen hier künftige Mitarbeiter". Dass es so aber nicht geht, verriet Rücker auch: "Die angehenden Textiltechniker werden von ihren früheren Ausbildungsbetrieben auf die Technikerschule geschickt und gehen danach wieder dorthin zurück." Rücker riet den Betrieben: "Fangt von unten mit der Ausbildung an und stellt Auszubildende in den textilen Berufen wie Weber oder Veredler ein". Die Studierenden der Textilfachschule Münchberg können in allen Bereichen der textilen und artverwandten Industrie eingesetzt werden. Mit ihrem Wissen würden sie zu begehrten Fachleuten als Schicht-, Abteilungs- oder Produktionsleiter, Beauftragte für Sicherheit und Umweltschutz, Qualitätsmanagement-Beauftragte, Ausbildungsleiter oder Mitarbeiter im Einkauf, Vertrieb oder in der Kundenbetreuung. Die sehr gut und spezifisch ausgestatteten Maschinensäle und Laboratorien seien Garanten für eine praxisbezogene Schulausbildung, erklärte Rücker: "Unsere Münchberger Bildungsstätte hat einen hohen Stellenwert bei den Industrieunternehmen. Um unsere Absolventen reißen sich die Firmen."

Großen Zulauf an der Schule habe das Prüfwesen, "weil es heute nichts gibt, was nicht geprüft wird". In zwei Labors werden die Textilien unter anderem auf Farbechtheit bei Schweiß, Reibung und Reißfestigkeit getestet. Die Veredler beschäftigen sich mit der Ausrüstung: Hier wird die Ware für den Endanbieter gebrauchsfertig gemacht.

Die an der Textilfachschule ausgebildeten Betriebswirte können in der Textil- und der Bekleidungsindustrie tätig werden. "Der Textilbetriebswirt nimmt eine Vermittlerfunktion an der Schnittstelle zwischen Textiltechnologie und Betriebswirtschaft, zwischen textiler Fertigung und Vermarktung ein", erklärte Rücker. Nach ihrer Ausbildung verfügen die Studenten über ein breit gefächertes Wissen über Materialien, Maschinen und Prozesse sowie über Konsumverhalten, Zielgruppen und Kommunikationspolitik. Neben Einkauf und Disposition, Produktentwicklung und Vertrieb erstreckt sich das Tätigkeitsfeld der Textilbetriebswirte auch auf die Modeindustrie sowie Groß- und Einzelhandel. Ihr Können stellen die Textilbetriebswirte wieder in einer Schülerfirma unter Beweis.

Um unsere Absolventen reißen sich die Firmen.

Stellvertretender Schulleiter

Dieter Rücker


    
    

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Die neuesten Kommentare

Wo denn?

von Oedoelhoerb x am 17.03.2016 20:04
...ja, aber nicht bei uns! Es gibt doch bei uns schon fast keine Textilfirmen mehr! Wieviele sind in den letzten Jahren/Jahrzehnten verschwunden!? Hier wird den Leuten immer noch Sand in die Augen gestreut, wie toll doch die Textilindustrie ist. Und schaut Euch doch nur mal die Lohnentwicklung der Textiler im Gegensatz z.B. zu den Metallern an!! - Aber das wird immer geflissentlich ausgeblendet, weil man ja den "schönen Schein" bewahren will!
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