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Im eigenen Land nur geduldet

Tibet-Krise | Edgar Puchta aus Münchberg vor Ausbruch der Unruhen auf Rundreise
  • fpmhz_edgar Der Münchberger Edgar Puchta vor dem Potala-Palast in der tibetischen Hauptstadt Lhasa
     
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Münchberg Jeden Tag sitzt der Münchberger Edgar Puchta bei den Nachrichtensendungen vor dem Fernseher, um sich über die anhaltenden Unruhen in Tibet zu informieren. Noch vor wenigen Wochen war er genau dort, wo die Tibeter sich gegen die Unterdrückung ihres Volkes durch die übermächtigen chinesischen Besatzer auflehnen.

„Bei einer Rundreise durch den Himalayastaat, mit Besuchen der noch wenig erhaltenen Klöster und bei Begegnungen mit Einheimischen habe ich ein bisschen Einblick gewonnen in das dortige Leben, das offensichtlich von den Chinesen bestimmt wird.“ Vor allem bei seinem viertägigen Besuch in der tibetischen Hauptstadt Lhasa habe er dies zu spüren bekommen. „An jeder Ecke stehen Leute, meist in Uniform, die alles zu überwachen scheinen. Es ist, als ob alles kontrolliert wird.“ Es sei nicht zu übersehen, dass die Tibeter in ihrem eigenen Land nur geduldet seien. Die meisten der Läden gehörten ohnehin den Chinesen. Auch habe er den Eindruck gewonnen, nicht zuletzt aus den vorsichtigen Erzählungen des Reiseleiters, dass die wichtigen Ämter in Stadt und Land von Chinesen besetzt seien und die Tibeter nur niedrige Arbeiten verrichten dürften. Der Reiseleiter sei übrigens ein Tibeter gewesen, der in Peking studiert habe, unter anderem die deutsche Sprache. Wenn die Reisenden Fragen zu China gestellt hätten, hätte sich der Reiseleiter diese zwar mit einem Lächeln angehört, aber kein Wort darüber sei über seine Lippen gekommen.

Bei der Fahrt durchs Hochland, wo die Nomaden mit ihren Yaks unterwegs sind, hat Edgar Puchta eine scheinbar heile Welt vorgefunden. Wenn nicht immer wieder die zerstörten Überreste von Gebäuden zu sehen gewesen wären. „Da wird bewusst, welche große Anzahl von Klöstern es hier einst gegeben hat.“ Ein besonderes Erlebnis war für Edgar Puchta auch die 25 Stunden lange Fahrt mit dem Lhasa-Express. „Die Chinesen und Tibeter saßen zusammengepfercht auf Holzpritschen und durften bei Zwischenstopps den Zug nicht verlassen.“

Seit der Münchberger Edgar Puchta wieder zu Hause ist, ist das unterdrückte Tibet sein Thema. Und weil ihm all das missfallen hat, was die chinesischen Besatzer mit dem Volk anstellen, will er nie mehr chinesischen Boden betreten.

Irene Gottesmann

    
    

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