zuletzt bearbeitet: 18.01.2008 18:03 Uhr
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Romantische Musik von hier
Aufnahme | Ulrike Bloß, Ludger Arens und Karsten Hörl bringen CD heraus
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Orgelbauer Karsten Hörl aus Helmbrechts präsentiert die neue CD -
Die Münchbergerin Ulrike Bloß und das Orchester „Stringente“ aus München bei der Probe für das Rheinberger-Orgelkonzert, das es jetzt auf CD zu hören gibt. An der neuen Hörl-Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Jakob, Mitterteich, spielt Ludger Arens aus Münchberg.
Münchberg/Helmbrechts – Es ist noch gar nicht so lange her, da begeisterte das Münchner „Stringente“-Kammerorchester München unter Leitung der jungen Münchberger Dirigentin Ulrike Bloß die zahlreichen Besucher im Helmbrechtser „Stoffwerk“. Auch Organist Ludger Arens, der am Münchberger Gymnasium unterrichtet, hat schon bei Solokonzerten von sich hören gemacht.
Nun haben die jungen, engagierten Künstler gemeinsam eine CD aufgenommen. Darauf sind das Orgelkonzert g-moll von Josef Gabriel Rheinberger sowie vier weitere Beispiele romantischer Orgelmusik zu hören, und zwar Gustav Adolf Merkels „Larghetto“, Franz Liszts „Ave Maria von Arcadelt“, Max Regers „Melodia“ und Sigfrid Karg-Elerts „Nun danket alle Gott“. Eingespielt wurde das Ganze von Tonmeister Bernd Friebe (Tritone-Studio Hof) in der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Mitterteich. Dort war 2006 die neue „Pfarrer-Richter-Gedächtnisorgel“ eingeweiht worden. Gebaut hatte sie der junge Helmbrechtser Orgelbauer Karsten Hörl. Neben Ludger Arens wurde sie bei den CD-Aufnahmen von Matthias Schraml, Kirchenmusiker an der Mitterteicher Stadtpfarrkirche, gespielt.
„Beim Mozart-Klavierkonzert seinerzeit im ,Stoffwerk‘ war ich sehr angetan vom Engagement und der künstlerischen Qualität des ,Stringente‘-Orchesters“, erzählt Karsten Hörl. Er habe daraufhin mit Dirigentin Ulrike Bloß ein Gespräch geführt – und dabei sei die Idee geboren worden, ein Orgelkonzert mit dem Kammerorchester einzustudieren und eine CD zu produzieren.
Alles „live“ eingespielt
Im Herbst letzten Jahres reiste „Stringente“ dann zu einem Probenwochenende nach Mitterteich. Um das Ganze kostengünstig zu halten, übernachteten die jungen Musiker in der Jugendherberge Tannenlohe. An nur einem Tag wurde die CD eingespielt – eine reife Leistung unter „Live“-Bedingungen: „Das ist ja nicht wie im Tonstudio“, erklärt Karsten Hörl. „Kaum denkt man, jetzt passt die Aufnahme, da fährt draußen vor der Kirche ein Lkw vorbei, oder ein Notenbuch fällt herunter, und alles muss noch einmal gemacht werden.“ Sehr angetan war der Orgelbauer von der angenehm ruhigen, souveränen Art, in der Ulrike Bloß das Orchester dirigierte und managte. Inzwischen studiert die Musikerin übrigens wieder – und zwar in Hamburg und Weimar.
Für Karsten Hörl war dieses Wochenende auch deshalb ein besonderes Erlebnis, weil er „seine“ Orgel wieder einmal unter Konzertbedingungen zu hören bekam, diesmal mit großem Orchester. „Es freut einen natürlich, wenn andere Musiker einem bestätigen, dass das Instrument einen sehr angenehmen, weichen Klang hat, der gerade bei romantischer Musik wunderbar mit dem Orchester harmoniert“, sagt der Helmbrechtser. Kurz zuvor war bereits die CD „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“ an dieser Orgel aufgenommen worden. 14 Chor- und Orgelmusikstücke sind darauf zu hören, gespielt von Matthias Schraml, dazu singt der Kirchenchor St. Jakob.
Zum Entspannen
Dass nun eine CD vorliegt, die nicht nur Freunden der reinen Kirchenmusik ein Ohrenschmaus sein wird, freut Hörl. „Ich höre diese CD selbst sehr gerne und lege sie auf, wenn ich mich entspannen will oder auch beim Autofahren“, sagt er. Außerdem vermittelt sie ihm eine besondere Genugtuung: „Sie zeigt, dass in der Region junge Musiker zu Hause sind, die Hervorragendes leisten.“ Er selbst ist derzeit damit beschäftigt, die Orgel der Hofer Friedhofskirche zu restaurieren, die im März fertig werden soll.
Noch kurz zum Hauptwerk auf der neuen CD: Josef Gabriel Rheinberger gehört zu den erfolgreichsten Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er war Hofkapellmeister König Ludwigs II. und komponierte zahlreiche Werke. Zu seinen Schülern zählten Engelbert Humperdinck und Wilhelm Furtwängler. Mozart und Bach waren seine Leitbilder. Das g-Moll-Konzert für Orgel und Orchester komponierte er 1894. Es beginnt lyrisch, steigert sich dann zur Dramatik. Abschließend wechselt moll beschwingt zu Dur und mündet in einen berauschenden Höhepunkt.
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