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"Verständliche Trauerreaktion"

Skandal | Dekan Erwin Lechner äußert sich zum Missbrauchsfall in Sparneck.
  • fpmhz_hawe_lechner_150410 Dekan Erwin Lechner
     
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Sparneck - Angeblich sei der Kirchenvorstand vor 23 Jahren beim Wechsel des am Dienstag suspendierten Pfarrers auf die Pfarrstelle in Sparneck von dem Vorfall in dessen vorheriger Gemeinde in Kenntnis gesetzt worden. Das zumindest hat gestern im Rahmen der Umfrage in Sparneck eine Frau, die nicht mit Namen genannt werden wollte, der Frankenpost gegenüber behauptet, die zudem von einer "Strafversetzung" sprach.

Dekan Erwin Lechner sagte, damit konfrontiert, dass er eine laut der vorliegenden Unterlagen eine "Strafversetzung" ausschließe, der Pfarrer habe sich damals selbst auf die Stelle beworben. Ob dem Kirchenvorstand vorab etwas von dessen Verfehlung mitgeteilt wurde, dazu könne er nichts sagen. "Normalerweise wird das aber nicht gemacht", sagte er.

Er selbst übe das Amt als Dekan des Münchberger Kirchenkreises seit sieben Jahren aus. Mit dem Sparnecker Pfarrer habe er in dieser Zeit immer wieder und gut zusammengearbeitet. Der 54-Jährige sei allgemein akzeptiert gewesen. Dafür spreche auch seine Wahl zum Seniorpfarrer. Damit habe er die Interessen der Pfarrerinnen und der Pfarrer im Kirchenkreis wahrgenommen.

Auch dies ist ein Amt, von dessen Pflchten er nun entbunden wurde. Überhaupt bedeutet die Suspendierung, dass der 54-Jährige bis auf Weiteres keinerlei Funktion und Tätigkeit innerhalb der Kirche und der Gemeinde mehr wahrnehmen wird. Aktuell sei er, Lechner, dabei, eine Regelung für dessen Vertretung zu organisieren. Wie diese aussieht, dazu konnte Lechner noch nichts sagen. Zeitnah, schon heute oder morgen, wolle er jedoch eine Lösung dafür in der Kirchengemeinde vorstellen. Nach dem üblichen Verfahren werde ein Kollege die Pfarramtsführung übernehmen. Ob diese pfarramtliche Vertretung auch Weißdorf einschließt, sei noch offen.

Laut Lechner hat die Nachricht die Mitglieder des Kirchenvorstands völlig überrascht und bestürzt. "Das waren verständliche Trauerreaktionen", sagte Lechner. Schließlich habe der Pfarrer seit 23 Jahren als Seelsorger in der Marktgemeinde gearbeitet. "Man kennt sich, man hat sich aneinander gewöhnt, da gibt es zum Teil enge persönliche Beziehungen." Es sei auch die Frage aufgekommen, ob man die mehr als 23 Jahre zurückliegende Sache nicht auf sich beruhen lassen könne, sagte Lechner (siehe dazu auch den Artikel oben).

Der Dekan stellte aber klar, dass nach juristischen Maßstäben eben ein Missbrauch an einer Schutzbefohlenen vorliege, der nun auch entsprechend verfolgt und aufgeklärt werde. Nächste Woche werde der Landeskirchenrat das Untersuchungsverfahren offiziell eröffnen. Das Schiedsgericht der bayerischen Landeskirche wird in der Folge ein Urteil fällen.

Parallel dazu hat die Staatsanwaltschaft Hof aufgrund der Berichterstattung in der Frankenpost und dem Ersuchen der Landeskirche ihre Ermittlungen in der Sache aufgenommen, teilte Leitender Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt auf Anfrage der Frankenpost mit. Thomas Schuberth-Roth

    
    

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