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Maximale Entspannung

Vom Zimmermann zum Sauna-Weltmeister: Dominik Vasen kommt am 22. Januar in die Therme nach Bad Steben. Er wird den Besuchern dann auch etwas wedeln.

Von Patrick Gödde
  • Dominik Vasen ist Sauna-Weltmeister und Deutscher Vize-Meister. Am 22. Januar kommt er nach Bad Steben. Sein Ziel: Er möchte den Besuchern ein besonderes Erlebnis bringen - und genussvolle Entspannung.
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Bad Steben - Saunieren heißt schwitzen. Aus jeder Pore. Auch aus Poren, die sonst in Sachen Transpiration eine untergeordnete Rolle spielen. Schnell schmecken die Lippen salzig, der Puls ist im Kopf zu spüren. Der Schweiß rinnt über den Schädel, den Hals über die Brust zu Boden. Saunagänger schwören darauf. Viele sagen, dass sie die ungewollten Stoffe mit dem Schweiß direkt aus dem Organismus fließen spüren. Einer, der sich damit richtig auskennt und weiß, wie er die Menschen richtig zum Schwitzen bekommt, ist der Nürnberger Dominik Vasen - Sauna-Weltmeister in der Kategorie Entspannung, Deutscher Vize-Meister und Wedel-Champion. Am 22. Januar kommt er mit seinem Partner Benjamin Bräutigam zur "Langen Bad Stebener Saunanacht" in die Therme.

Die Sauna-Szene hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Noch immer gibt es auf der einen Seite zwar das gemütliche, ausschließlich der Entspannung dienende Saunieren, auf der anderen Seite hat sich aber etwas entwickelt, das sich wohl nur mit dem Begriff "Event-Sauna" beschreiben lässt. Licht-Show, laute Musik und Verkleidungen sollen das Erlebnis für die Sauna-Gänger noch erweitern. Auch in dieser Kategorie finden Meisterschaften statt. Dominik Vasens Metier ist das nur bedingt. Es kommt nicht von ungefähr, dass er seinen WM-Titel in der Kategorie Entspannung geholt hat. "Ich bleibe da eher ich selbst", sagt er. Ganz ohne Show geht es aber auch bei ihm nicht. Den Weltmeister-Aufguss 2014 bestückte er mit sanften Lavendeldüften und wohlig stimmender Musik, beispielsweise Klängen aus dem Wald. Ätherische Düfte steigen in die Atemwege, bringen die nötige Frische in der Hitze der Sauna. Es ging darum, den Aufguss und die Show mit allen Sinnen zu genießen, und das gelingt. "Die Vielfalt macht es aus", sagt Vasen - und er behält recht. Jury und Gäste gaben dem Franken die meisten Punkte in der Kategorie Entspannung. Die Weltmeisterschaft fand damals in Bad Gastein statt. Dominik Vasen war einer der Teilnehmer aus 34 Ländern.

In dem 34-jährigen Mittelfranken steckt also nicht nur ein Geist, dem die meditative Einkehr und Entspannung wichtig ist, sondern auch ein wenig Rampensau. Das streitet der Champion nicht ab, relativiert aber: "Es ist schön, Leute um sich zu haben, die das gleiche Ziel verfolgen - Entspannung", sagt Vasen. Deswegen sehe die ganze Angelegenheit, ob Rampensau oder nicht, eh gelassen. "Bei mir kommt doch auch nur heiße Luft", sagt er mit einem Augenzwinkern.

Das Standardprogramm will Dominik Vasen nicht abspulen. "Ich möchte den Gästen immer etwas Besonderes bieten", sagt er. Dieser Anspruch ist es offenbar, samt der Entspanntheit, der Dominik Vasen die Titel gebracht hat. Dabei fing der Weg des Mannes mit den Tribal-Tattoos auf der linken Brust und dem linken Arm ganz anders an. Nach der Schule lässt er sich zum Zimmermann ausbilden, ein im Vergleich doch eher trockener Job. "Als ich dann bei der Bundeswehr war, habe ich aus Langeweile den Rettungsschwimmer gemacht", sagt Dominik Vasen. Die Verbindung zu den Bädern in Nürnberg war gefestigt - besonders zu einem: In einem Freizeitbad führt er zehn Jahre lang die Sauna, macht dort auch die Ausbildung zum Saunameister. Vieles von dem, was ihm die Mitarbeiter des Bades zuvor über Aufgüsse, Zusammensetzung und Wirkung erzählt haben, erhält nun die theoretische Grundlage. "Ich habe damals viel über Anatomie gelernt", erinnert sich Dominik Vasen. Die Funktionsweise des Körpers, besonders der Atemwege, die Reaktion des Organismus auf die Hitze und die Inhaltsstoffe der Aufgüsse - all das steht im Mittelpunkt der Ausbildung. Ein Wissen, das er nun seit einigen Jahren mit Erfolg anwendet.

Wenn Dominik Vasen am 22. Januar von 18 Uhr an in die Therme in Bad Steben kommt, dann bringt er seinen Partner Benjamin Bräutigam mit. Dann soll auch die Show nicht zu kurz kommen. Neben einem entspannenden Lavendelaufguss erleben die Besucher dann auch stimmungsvolle Beleuchtung, Musik und Verkleidungen der beiden Aufguss-Künstler. "Es gibt auch einen Barkeeper-Aufguss, bei dem wir den Aufguss vor den Augen der Zuschauer mixen", sagt Dominik Vasen. Auch das kann zum Ziel führen: zur maximalen Entspannung.

Es ist immer schön, Leute um sich zu haben, die das gleiche Ziel haben - Entspannung.

Dominik Vasen, Sauna-Weltmeister

 
Tipps vom Sauna-Experten

Beim Gang in die Hitze der Sauna ist einiges zu beachten. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte jeder Saunagänger vorher duschen, gerne auch mit Duschgel. "Wichtig ist vorher auch ein warmes Fußbad. Mit warmen Füßen schwitzt man besser", sagt Dominik Vasen.

Nach dem Gang in die Sauna sollte man allerdings beim Duschen auf das Duschgel verzichten. Denn durch das starke Schwitzen seien die Hautporen offen. Mit Duschgel würde man die nur wieder künstlich verschließen.

Das Wichtigste beim Saunieren ist aus Sicht des Experten die Wechselwirkung zwischen heiß und kalt, die den Körper belebt und ihn - worauf so viele Menschen schwören - gegen viele Herausforderungen des Alltags abhärtet.

Der größte Irrtum vieler Saunagänger ist für Dominik Vasen der Volksglaube, dass man vom Saunieren abnehmen könnte. "Abnehmen kann dabei nur der Saunameister, denn der ist der Einzige, der sich in der Sauna bewegt. Für alle anderen gilt, dass sie sich eben nicht bewegen sollten", sagt der Weltmeister.

Von 1999 bis 2010 fand in Finnland eine Sauna-Weltmeisterschaft der anderen, deutlich gefährlicheren Art statt. Die Teilnehmer kämpften darum, wer es am längsten in der Sauna aushält. Im Mutterland der Sauna holten sich in jedem Jahr Finnen selbst den Titel. Allerdings endete die WM-Historie tragisch: Bei der Weltmeisterschaft 2010 brachen die Finalisten Wladimir Ladyschenski und Timo Kaukonen in der Sauna zusammen. Der mit einem Schmerzmittel gedopte Ladyschenski starb, Kaukonen musste mit schweren Verbrennungen, die bleibende Schäden hinterließen, ins Krankenhaus eingeliefert werden. Es war das Aus für die WM.

    
    

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