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Schlossberg als Schaufenster der Natur

Nordhalben - Tiefe Einblicke in die Erdgeschichte haben die Teilnehmer einer Exkursion am Tag des "Geotops" in Nordhalben gewonnen. Ziel war der hergerichtete Schlossberg-Steinbruch. Rund 30 Interessierte nahmen das Angebot des Geoparks Schieferland, der Bürgerinitiative "NohA" sowie der Eisenbahnfreunde Rodachtalbahn an, einen weiteren höchst aufschlussreichen Aspekt des Nordhalbener Hausbergs kennenzulernen. Die Voraussetzungen dazu schafften die NohA-Aktivisten, die nicht nur in annähernd 4000 Arbeitsstunden den Hang von Wildwuchs freilegten, sondern auch die Talsohle des 1900 begonnenen Tagebaus besucherfreundlich gestalteten.

Ausgangspunkt für die Exkursion war der Steinwiesener Bahnhof, von wo der Wallenfelser Koordinator des Geoparks, Dr. Harald Tragelehn, eine Gruppe der Teilnehmer mit der Rodachtalbahn nach Nordhalben begleitete. Unterwegs erläuterte er die geologischen Strukturen des Frankenwalds und wies auf weitere Zeugnisse des Gesteinsabbaus auf der Strecke hin.

Am Nordhalbener Bahnhof konnten sich die Fahrgäste und hinzugekommene Einheimische an einem Informationsstand des Landesamts für Umwelt über weitere geologische Projekte in Bayern kundig machen. Viele waren nach Gesprächen überrascht, dass es den "Tag des Geotops" bereits seit 2002 gibt, dieser aber im Bekanntheitsgrad hinter anderen "Projekttagen" noch zurücksteht.

Im planierten Sohlenbereich des in der Fachliteratur schon lange bekannten Steinbruchs begrüßte dann NohA-Initiator Otmar Adler die Teilnehmer und stellte die Einsätze der ehrenamtlichen Helfer und kostenlos mitwirkenden Firmen aus Nordhalben am Schlossberg vor. Dr. Tragelehn berichtete zunächst von den geologischen Kräften, die den Frankenwald geformt haben und die anhand der in Nordhalben zutage tretenden Strukturen gut sichtbar sind.

Interessant waren auch mitgebrachte Gesteinsproben und Fundstücke mit Abdrücken prähistorischer Lebewesen im Schiefer, die der örtliche Spezialist Ralf Mohr gesammelt hatte. Walter Schultes erzählte, mit welchen Mitteln seine Familie den Bruch nach dem Krieg betrieben hatte. Den Weg hinauf zur Kuppe kreuzen noch weitere Zeugnisse der Verwerfungstätigkeiten in den Schiefer- und Grauwackeschichten. Aber auch zur Siedlungs- und Burggeschichte hatte Dr. Tragelehn den Teilnehmern Wissenswertes mitzuteilen, die von oben mit wiedergewonnener Freisicht den Blick in die vier umliegenden Täler genossen.

Bürgermeister Josef Daum begrüßte die Exkursionsteilnehmer mit einem kurzen historischen Abriss Nordhalbens unter dem roten Holzpilz und zeigte sich einmal mehr dankbar für den "Samenkorneffekt" durch NohA. Bei der anschließenden Einkehr am Bahnhof erfuhren die Teilnehmer, dass der mittlerweile als solcher anerkannte Schlossberg-Bruch Chancen hat, in ein Verzeichnis der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen zu werden. nn

    
    

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