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Mobilfunkkritiker lassen nicht locker

Rückblick | Seit Oktober 2008 hat eine kleine Gruppe Selbitzer viel für die Aufklärung in Sachen Strahlenbelastung getan. Ein zweiter Anlauf für ein Bürgerbegehren ist nicht ausgeschlossen.
Von Thomas Hampl
  • fpnai_am_IRM_061109 Ganze Ordner von Infomaterial haben die Mitglieder der Initiative Risiko Mobilfunk inzwischen zusammengetragen. Im Bild (von links) Heike Ludwig, Ursula Spörl, Renate Ströhla aus Naila und Hans Saalfrank, der als einer der Ersten Alarm geschlagen hatte. Foto: Hampl
     
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Selbitz - Nicht nachlassen in ihrem Bemühen um einen gesundheitsverträglichen Mobilfunk im Stadtgebiet von Selbitz will die Initiative Risiko Mobilfunk (IRM), die vor einem Jahr aus der Taufe gehoben wurde. Wie Ursula Spörl und Heike Ludwig, zwei der drei Sprecherinnen der Initiative, mitteilen, konnten in den vergangenen Monaten viele Selbitzer für einen sinnvollen Umgang mit Mobilfunk sensibilisiert werden. Diese Aufklärungsarbeit werde fortgeführt.

Antenne in der Feldstraße

Zur Erinnerung: Als der Mobilfunkanbieter O2 im August 2008 die Antennenanlage auf dem städtischen Hochhaus in der Feldstraße aufrüstete, schlugen einige der Bewohner und Anlieger Alarm. Der Grund hierfür waren gesundheitliche Probleme, die sich eigenen Angaben zufolge nach der Aufrüstung der Mobilfunkanlage schlagartig verstärkten. Zu diesen Problemen zählten Schlafstörungen, Panikattacken, Herzrasen und andere Symptome, die wieder verschwanden, wenn die betroffenen Personen einige Zeit an einem anderen Ort waren.

Dieser Protest war quasi die Geburtsstunde der IRM, die sich erstmals im Oktober 2008 im Cafe Weiss traf. Seither ist in Selbitz einiges an Protestaktionen gelaufen. Schlagzeilen machte die Initiative unter anderem mit einem geplanten Bürgerbegehren, das dann im August letztlich an einem Formfehler scheiterte. Wie berichtet, war in der Fragestellung eine falsche Hausnummer für das Gebäude mit der Antennenanlage angegeben worden. Deshalb ließ das Landratsamt das Bürgerbegehren trotz der in 14 Tagen rund 420 gesammelten Unterschriften (nötig gewesen wären 370) nicht zu.

Davon wiederum lassen sich aber die IRM-Mitglieder nicht entmutigen. Ursula Spörl: "Wir hatten gehofft, dass wir mit unserem Begehren Erfolg haben. Aber es kam anders als geplant. Andere Gründe für die Ablehnung wären aber schlimmer gewesen als der Formfehler."

Neue Fragestellung

Dass es ein weiteres Bürgerbegehren geben könnte, schließen die Sprecherinnen der Initiative nicht aus. "Wir würden uns dann jedoch in der Fragestellung nicht mehr alleine auf die Feldstraße beschränken", sagt Heike Ludwig. "Unser Augenmerk liegt mittlerweile nicht mehr bei der einen Antennenanlage, sondern auf dem ganzen Stadtgebiet und den Außenorten. Das Interesse der Initiative gilt der Mobilfunkverträglichkeit in der ganzen Stadt." Wichtiges Ziel sei dabei die Aufklärung der Selbitzer Bürger. "Viele wissen nicht, wie gefährlich Mobilfunkstrahlung sein kann, und dass massive gesundheitliche Probleme auftreten können."

Auch an Aufklärungsarbeit ist schon viel geschehen. Ursula Spörl und Heike Ludwig erinnern in diesem Zusammenhang an den Vortrag von Siegfried Zwerenz, dem Vorsitzenden des Vereins "Bürgerwelle", bei der Selbitzer Bürgerversammlung im vorigen November, weiter an den Besuch der Biologin und Herausgeberin des Buchs "Generation Handy", Heike-Solweig Bleuel, an der Selbitzer Schule und den Infostand zum bundesweiten Aktionstag "Risiko Mobilfunk".

Erreicht hat die Initiative zudem, dass die Stadt Selbitz in Zusammenarbeit mit dem Nailaer Arzt Dr. Horst Eger eine Gesundheitsbefragung gestartet hat. Befragt wurden Haushalte in einem Umkreis von 400 Metern um den Antennenstandort in der Feldstraße. Ursula Spörl rechnet damit, dass die Ergebnisse in den nächsten Wochen vorliegen werden. Aufbauend auf die Ergebnisse der Befragung werde die Initiative dann ihre Arbeit fortsetzen.

Gesundheitsbefragung

Angedacht ist laut Heike Ludwig eventuell ein weiterer Infostand der Initiative beim Selbitzer Weihnachtsmarkt. Beibehalten würden auch sicherlich die Stammtischtreffen. Im nächsten Jahr wolle man sich unter anderem mit der Auswirkung von Mobilfunkstrahlen auf die Natur beschäftigen und dazu kompetente Referenten einladen. "Wir werden nicht zulassen, dass das Thema Mobilfunk totgeschwiegen wird", betont Ursula Spörl.

    
    

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Die neuesten Kommentare

früh dran

von schneemann2 m (31) am 06.11.2009 09:05
Mobilfunk gibts seit über 15 Jahren in unserer Gegend, warum kommen die erst jetzt drauf?
Oder wird hier nach dme FloriansPrinzip gehandelt, denn wenn die Sender in der Stadt weg sind, werden halt um die Ortschaften herum stärkere Sender aufgestellt und die böse Strahlung mit der gleichen Leistung in den Ort geballert. Die Generation, die auf dem Bild zu erkennen ist, wird den Mobilfunk vermutlich nicht nutzen und sich auf den Festnetzanschluß verlassen, bei Leuten unter 70 schaut das aber anders aus, Jüngere haben mittlerweile keinen Festnetzanschluß mehr und telefonieren nur noch mobil. Erklärt denen mal, sie sollen jetzt die Ortschaft verlassen, weil da kein Netz mehr vorhanden ist...
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