» zur Übersicht Naila
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   
Rettung aus allerhöchster Not

  • fpnai_Suchaktion_221209 Großeinsatz im Wald bei Gemeinreuth. Rund eineinhalb Stunden nach der Alarmierung war der vermisste Mann gefunden. Foto: Integrierte Leitstelle Hochfranken
     
Bild von

Schwarzenbach am Wald - In letzter Minute ist in der Nacht zum Samstag dank eines Großeinsatzes der Rettungskräfte im Raum Schwarzenbach am Wald ein 60-jähriger Mann vor dem Erfrieren gerettet worden. Wie bereits kurz berichtet, war am Freitag gegen 23.30 Uhr ein Notruf des Mannes bei der Integrierten Leitstelle Hochfranken (ILS) eingegangen. Der Mann aus einem Schwarzenbacher Ortsteil gab an, dass er auf dem Nachhauseweg von der Bushaltestelle Gemeinreuth zwischen Straßdorf und Bernstein gestürzt sei und sich im Wald verirrt habe. Der daraufhin alarmierte Helfer vor Ort (HvO) sowie der Rettungsdienst konnten die Person jedoch nicht finden.

Eisige Temperaturen

Daraufhin wurde der Kommandant der Stützpunktwehr Schwarzenbach am Wald, Markus Hannweber, alarmiert, der die Lage weiter erkundete und das weitere Vorgehen mit der Polizei abklärte. Wie Hannweber nach der geglückten Rettungsaktion im Gespräch mit der Frankenpost sagte, durften die Einsatzkräfte aufgrund der eisigen Temperaturen keine Zeit verlieren. Erschwert worden sei der Einsatz dadurch, dass der Einsatz eines Polizeihubschraubers mit Spezialausrüstung (Wärme-/Infrarotkamera) aufgrund der Wetterlage nicht möglich war.

Polizei und Feuerwehr übernahmen gemeinsam die weitere Koordination der Vermisstensuche. Zunächst wurden über die ILS die Feuerwehren Bernstein, Meierhof und Schwarzenbach am Wald sowie die Bergwacht Schwarzenbach am Wald und die Hundestaffel des Roten Kreuzes aus Hof. Die gemeinsame Einsatzleitung aller Beteiligten wurde im Mehrzweckfahrzeug (MZF) der Feuerwehr Schwarzenbach am Wald eingerichtet.

Nach Worten Hannwebers hatte die Einsatzleitung während der Suche ständig telefonischen Kontakt zum Vermissten. Der Mann habe angegeben, völlig orientierungslos und verletzt seit mehreren Stunden im Wald zu sein.

Die "Handyortung" der ILS habe schließlich ergeben, dass sich der Vermisste in einem Radius von viereinhalb Kilometern um den Schwarzenbacher Ortsteil Gemeinreuth befinden müsste. Eine genauere Ortung sei aufgrund des dichten Waldes nicht möglich gewesen.

Handy-Ortung

Schließlich hätten die Feuerwehren systematisch verschiedene Waldwege abgefahren. Auf Anweisung der Einsatzleitung hätten die Wehren einzeln ihre Martinshörner eingeschaltet. Der Vermisste sei telefonisch befragt worden, ob er etwas hören könne und wie sich die Lautstärke verändert. So sei es möglich gewesen, das Suchgebiet einzugrenzen.

Zwischenzeitlich waren auch die Bergwacht und die Hundestaffel des BRK aus Hof eingetroffen. Die Bergwacht wurde Hannweber zufolge dazu eingeteilt, die Hundestaffel bei ihrer Suche zu unterstützen und gegebenenfalls mit ihren Spezialfahrzeugen den Patiententransport im unwegsamen Gelände zu übernehmen. Als Erstes fanden die Suchtrupps der Feuerwehr eine Taschenlampe und zwei Einkaufstaschen. Daraufhin seien sofort ein Fahrzeug der Feuerwehr, ein Hundeführer der Polizei und eine Einsatzkraft der Feuerwehr mit dem Quad der Bergwacht in das genau definierte Suchgebiet geschickt worden. Um 1.20 Uhr schließlich, eineinhalb Stunden nach Alarmierung der Feuerwehr, kam die freudige Mitteilung vom Hundeführer: "Person gefunden!" Die zwischenzeitlich über die Einsatzzentrale der Polizei in Bayreuth angeforderte Wärmebildkamera der Bundespolizei kam deshalb nicht mehr zum Einsatz.

Die Schwarzenbacher Bergwacht übernahm mit ihrem Rettungsfahrzeug den Patiententransport aus dem unwegsamen Gelände und übergab den leicht verletzten und unterkühlten Patienten an den Rettungsdienst. Nach notärztlicher Erstversorgung wurde der Vermisste ins Krankenhaus gebracht.

Unwegsames Gelände

Hannweber zufolge hat diese Rettungsaktion gezeigt, dass durch einen koordinierten und organisationsübergreifenden Einsatz aller Hilfsorganisationen schnell Erfolg erzielt werden kann. "Ein wichtiger Faktor war dabei die Ortskenntnis der Ortsteilwehren." Erleichtert über den guten Ausgang der Rettungsaktion ist auch der Nailaer Polizeichef Klaus Bernhardt. Auch er bescheinigt allen Rettungskräften eine hervorragende Arbeit. "Alle eingesetzten Organisationen arbeiteten trotz des Zeitdrucks hervorragend zusammen", sagte Bernhardt.

Insgesamt waren laut Mitteilung der Feuerwehr über 60 Helfer eingesetzt, darunter 32 Feuerwehrleute aus Schwarzenbach am Wald sowie der Außenorte Bernstein und Maierhof, fünf Polizeibeamte mit einem Suchhund, elf Helfer der Bergwacht, sechs Helfer der BRK-Hundestaffel mit drei Hunden, der Einsatzleiter Rettungsdienst und vier Rettungskräfte sowie der Notarzt. red

    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Ehrenamt......

von Noholy m (40) am 23.12.2009 11:59
für alle "Motzbatzen" ( wie mütze sie bezeichnet) und leute die nicht wissen was EHRENAMT ist: einfach mal anklicken:http://www.youtube.com/watch?v=ds1sg5D1IEM&feature=fvsr

Gruß.
(0)

Beruhigend...

von muetze w (29) am 22.12.2009 11:15
...dass unsere hiesigen Rettungskräfte "funktionieren". Schön, dass so viele im Ehrenamt parat stehen, um in Not zu helfen.
Gruß,

Mütze
(0)

ehrenamt

von alexxr81 m (30) am 22.12.2009 13:25
Ja find´s auch schön, dass so viele im Ehrenamt parat stehen - gerade und obwohl dass Ehrenamt so oft mit Füßen getreten wird!!

Übrigens werden wir auch an den Feiertagen rund um die Uhr für Sie da sein wenn Sie uns brauchen - ehrenamtlich versteht sich!

Grüße ein "Ehrenamtlicher"
(0)

Ich glaube gern...

von muetze w (29) am 22.12.2009 14:45
...dass es ein paar "Motzbatzen" gibt, die Ihnen und anderen Ehrenamtlichen die Ausübung Ihrer Tätigkeit vergällen. Aber keine Sorge: Die Mehrheit (zu der ich mich hier zähle) weiß Ihre Dienste wirklich zu schätzen. Nicht entmutigen lassen von den Miesmachern. grinsen
(0)
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf frankenpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Naila

Zauberhaftes Eis

Tiefengrün - Der Kälteeinbruch ist für die meisten Menschen unangenehm. Aber der Frost zaubert auch kleine bizarre Kunstwerke, die vor allem an Fließgewässern zu bewundern sind. »mehr
    
    

 
72 Stunden Einsatz für Selbitz...

Zur Hauptversammlung erinnert die Landjugend Weidesgrün an ihr großes Jubiläum. Aber auch heuer hat man große Pläne.... »mehr
    
 
    

 
SPD Naila sieht nur kleine Verbesserung

Naila - Die SPD in Naila wendet sich gegen die Darstellung des Bezirksvizepräsidenten Eberhard Siller, CSU, und des CSU-... »mehr
    
 
    

 
Abschied eines Lehrer-Trios

Das kommt höchst selten vor: Rektor und Konrektor scheiden beide zusammen aus dem Schuldienst aus. In der Volksschule Se... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

Party

 
    

Nachrichten

 
    

Sport

    
    

Magazine

Wir in Wunsiedel Februar 2012
Nördliches Fichtelgebirge Ausgabe 4
Thüringen im Blick
Schlaglichter 2011
Gesundheitsführer Kulmbach
Gesundheitsführer Naila
Hochzeitsmagazin November 2011
Frankenreiter November
Börsenforum Oktober 2011
Leserreisen Oktober 2011
Berufsmagazin
Besser Bauen schöner Wohnen
5. Sechsämterland Holztage
Gesundheitsführer Hof 2011
Gesundheitsführer Münchberg
Gesundheitsführer Selb
Erfolgreiche Familienunternehmen
Bikers Guide
    
Anzeige
Marktplatz und Bayreuther Woche
Logo Frankenwäldler
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    
    

Heikle Mission über dem Meer - Einsatz im Offshore-Windpark

Aus der Nordsee ragen Türme in den Himmel. Zwölf Windräder drehen sich in dem Windpark alpha ventus - 50 Kilometer vor der Küste. Ralf Klooster und seine Kollegen beobachten die riesigen Anlagen fast rund um die Uhr. Wenn etwas nicht stimmt, müssen sie reagieren.

 »mehr
    
    

Die Sache mit dem Namensrecht

Frage des Tages
Eine Frau hat bei ihrer Hochzeit vor gut 20 Jahren den Namen des Mannes angenommen, weil sie keinen Doppelnamen wollte. Würde sie erst jetzt heiraten, könnte sie den "Mädchennamen" behalten. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Hof konkret: Die OB-Wahl in Hof - Wer hat die besten Konzepte und Ideen? 

Ihre Meinung ist gefragt
Die nächste Ausgabe unserer Talksendung „Konkret – der Talk der VR-Bank Hof“ widmet sich der Oberbürgermeister-Wahl in Hof.
Machen Sie mit bei unserer Umfrage zur Talk-Runde „Hof konkret“ unter dem Motto "Die OB-Wahl in Hof - Wer hat die besten Konzepte und Ideen?“! »mehr
    
    

Börseninformationen