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Nach 38 Jahren kommt das Aus

Geldmangel | Nach fast vierjähriger Diskussion beschließt das Ratsgremium gegen vier Stimmen aus finanziellen Gründen die Schließung einer einst sehr beliebten Freizeiteinrichtung.
Von Thomas Hampl
  • fpnai_hallenbad_110310 Sinkende Besucherzahlen und ein erneut gestiegenes Defizit. Die Zahlen waren ausschlaggebend für den Beschluss des Selbitzer Stadtrates.
     
  • fpnai_am_thh_hallenbad_1103 Nach 38 Jahren schließt das Selbitzer Hallenbad zum Schuljahresende für immer seine Pforten. Foto: Sammer
     
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Selbitz - Die Würfel sind gefallen. Der Selbitzer Stadtrat hat, wie bereits kurz berichtet, in seiner Sitzung am Dienstag gegen vier Stimmen beschlossen, zum Schuljahresende das städtische Hallenbad endgültig dichtzumachen. Noch im Juli vorigen Jahres hatte sich in einer äußerst turbulenten Ratssitzung eine knappe Mehrheit der Räte gegen eine Schließung ausgesprochen.

Färber, Moser, Höllein, Vogt

Bei ihrer Meinung von damals blieben zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Färber (Parteifreie Wähler) und die SPD-Räte Angela Moser, Dieter Höllein und Markus Vogt. Anders als noch im Juli stimmten von der CSU Christine Hohberger-Puff und Carsten Kirschner sowie von der ÜWG Ilse Wraneschitz-Meier und Ina Hundhammer-Schrögel für die Schließung.

Christa Fickenscher und Roland Vogel von der CSU hatten an der Sitzung im Juli vorigen Jahres nicht teilnehmen können. Beide stimmten am Dienstag ebenso wie ihr Fraktionskollege Gunther Leupold für die Schließung, ebenso Bürgermeister Klaus Adelt (SPD), die Parteifreien Wähler Hendrikus van Gaalen und Stefan Busch sowie Helmut Miksche, Margit Zink-Brunner und Helmut Färber von der SPD.

Zuvor hatten Bürgermeister Klaus Adelt und die Vorsitzende des Hallenbad-Fördervereins, Christa Fickenscher, nochmals aus ihrer Sicht Stellung zur Hallenbad-Problematik genommen. Dem folgte erneut eine ausführliche Diskussion, während der sich Bürgermeister Klaus Adelt, auch von seiner eigenen Fraktion, teils massive Vorwürfe gefallen lassen musste (siehe weitere Artikel). Vor allem die Vorhaltungen, er habe einfach nicht den Willen gehabt, sich für das Hallenbad einzusetzen, wies der Bürgermeister umgehend von sich. Die Diskussion hatten auch einige interessierte Selbitzer verfolgt, die den Saal nach der Sitzung teils unter lautstarkem Protest verließen.

Grund für die erneute Beschlussvorlage war in erster Linie die in der nächsten Woche anstehende Verabschiedung des Haushalts. Bis dahin wollten die Räte geklärt haben, ob das Defizit nur bis Juli oder für das ganze Jahr einzuplanen ist. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass ein Mitarbeiter im Hallenbad Ende des Schuljahres aus Altersgründen ausscheidet.

Bürgermeister Klaus Adelt führte nach einem Hinweis auf das erneut ansteigende Defizit und den sprunghaften Anstieg der Strom-

und Energiekosten drei Gründe an, die für eine Schließung des Hallenbads sprächen. Als Erstes nannte er die wirtschaftliche Situation der Kommunen im Allgemeinen und die finanzielle Lage der Stadt Selbitz im Besonderen, die alleine schon die Schließung des Hallenbads notwendig mache. Selbst bei allen Einsparmöglichkeiten werde es schwer, einen genehmigungsfähigen Haushalt auf die Beine zu stellen. Angesichts des geringeren Einkommensteueranteils und der gestiegenen Kreisumlage spiele das Defizit des Hallenbads eine wichtige Rolle.

Als zweiten Grund nannte Adelt die Sicherheit der Badegäste. Das jüngste Gutachten habe ergeben, dass das Dach an sich zwar nicht einsturzgefährdet sei, die abgehängte Decke aber ein Problem darstelle. Deren Aufhängung drohe durchzurosten. Der Gutachter fordere deshalb eine Erneuerung der Decke in diesem Jahr beziehungsweise die Sicherung mit einem Netz. Bekanntlich habe die Stadt aber kein Geld für eine Sanierung, über die bereits seit dem Jahr 1988 nachgedacht werde.

Eine Alternative

Als dritten Grund führte Adelt schließlich die Personalkosten an. Nachdem zur Jahresmitte ein Mitarbeiter in den Ruhestand gehe und ein weiterer die Möglichkeit habe, in einer Nachbargemeinde im Bäderwesen zu arbeiten, würde der Haushalt der Stadt eine spürbare Entlastung erfahren.

Abschließend wies der Bürgermeister auf die weiter sinkenden Besucherzahlen hin. "Aus meiner Sicht macht die Sanierung des 38 Jahre alten Hallenbads keinen Sinn", sagte Adelt. "Es erscheint nur sinnvoll, zusammen mit anderen Gemeinden ein Hallenbad ohne Kirchturmdenken zu errichten."

    
    

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Die neuesten Kommentare

Merkwürdig

von freierbuerger m (38) am 11.03.2010 15:31
Mich wundern nur die Zahlen in der Statistik. Im Jahr 2002 war das Defizit mit ca. 185.000 Euro und 39.000 Besuchern in etwa genau so groß wie 2009 mit nur noch 26.000 Besuchern.

Anscheinend hat die Besucheranzahl überhaupt keinen Einfluß auf das Defizit. Zahlen die alle keinen Eintritt oder sind das alles nur Schulklassen beim Schwimmunterricht?
(0)

Das liegt sicher..

von unbekannt am 12.03.2010 23:32
... an der "Fixkostendegression", die sich bei rückläufigen Besucherzahlen auch in eine Progression rechnen läßt!
Egal... es gibt in dieser Gleichung sicher einige "Variable"... und wenn Du die selbst erfinden darfst... dann geht jede Rechnug so auf, wie Du sie gerne hättest!

!
(0)

liegt vielleicht

von ratio am 11.03.2010 16:23
an der kommunalen "kameralistischen "
Buchführung, die kaum jemand versteht, ausserdem sind Kommunen äusserst flexibel beim Ansatz"interner Verrechnungssätze". Zu deutsch: mittels "kreativer BUchführung" kann ich alles gut- oder schlechtrechnen.
Zum Schmunzeln über Hof, Hauptstadt von Absurdistan:
In den Fluren der Ämter steht an der Tür "Unternehmensbereichsleiter Herr x y" Der leitet weder einen Unternehmensbereich noch hat er eine doppelte Buchführung, noch erstellt er
einen Gewinn -und Verlustrechnung, noch eine Bilanz. Du wirst also schon angelogen, bevor Du die Türe aufmachst.
(0)

Bad schließt..

von toasti42 m (45) am 10.03.2010 23:44
...warum??? weil kein Geld da ist,...
ich wohne in einem Ort die haben sogar den Begriff Bad .........
im Stadtnamen.
ABER es gibt seit einigen jahren ich glaub es sind schon vier oder fünf kein Hallenbad mehr... was soll das.??? Hat die bayrische Regierung für seine Regierungsbezirke kein Geld mehr?? wo soll denn noch gespart werden,... bei den Steuern die ein Arbeitnehmer zu zahlen hat... geschweige denn von den Spritpreisen. Ich bin kein Nachbarlands--Tanker, ich fahr jeden Tag 90 km einfach auf die Arbeit...
und da bleiben keine Steuergelder übrig?? ich bin ja nicht der einzige der pendelt, aber da langt man sich doch an den Kopf... ach ich sag nix mehr bevor ich noch ausfällig wer.. habe die Ehre!!!!!
(0)
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