zuletzt bearbeitet: 21.03.2010 18:04 Uhr
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Vom Ist-Zustand zum Abhaken der Wunschliste
Naila - Robert Sandig hat ein Jahr voller Daten und Fakten hinter sich. Bei dem Jugendhilfeplaner des Landkreises laufen sämtliche Drähte in Sachen Sozialraumanalyse zusammen, und das zum zweiten Mal. Nach der ersten Datensammlung vor sechs Jahren ist die Analyse jetzt fortgeschrieben worden. "Damit erfüllt der Landkreis eine gesetzliche Pflichtaufgabe", sagt Sandig.
Zu diesen Pflichten zählt nämlich die Jugendhilfeplanung.
Zahlen und Fakten
Und um planen zu können, müsse der Landkreis den Ist-Zustand unter die Lupe nehmen. Daher werden alle Jugendhilfe-relevanten Zahlen und Fakten gesammelt. "Wir brauchen hieb- und stichfeste Fakten", sagt Sandig, immerhin werde die Analyse nicht fürs Regal erstellt. Je nach Ergebnis kann sie eine ganze Reihe Maßnahmen nach sich ziehen, die Geld kosten. Geld, das die Städte und Gemeinden selbst aufbringen müssen.
Unter die Lupe genommen wird zunächst der Ist-Zustand. Hier trumpft Naila zwar mit einer langen Liste an Einrichtungen für die Jugend auf. So verfügt die evangelische Kirchengemeinde über ein Jugendzentrum und Jugendräume gibt's bei CVJM, CJB, BRK, FT, FSV, Gebirgs- und Wanderverein, TSV Lippertsgrün, evangelischer Jugend Marlesreuth, im evangelischen Gemeindehaus Marxgrün und beim THW. Aber ein städtisches Angebot, frei von Konfession oder Mitgliedschaft im Verein, gibt es - anders als in den meisten größeren Kommunen des Landkreises Hof - bislang nicht. "Doch das soll sich ändern, vielleicht schon nächstes Jahr", kündigt Sandig an - und verweist auf die ehrgeizigen Pläne für den "Offenen Jugendtreff Naila". Er soll für über 700 000 Euro am Anger 4 entstehen, dort also, wo im Moment noch das ehemalige Bekleidungshaus Rank steht.
Baubeginn in diesem Jahr
Auf 280 Quadratmetern und einem schönen Außenbereich will die Stadt als Träger des Treffs alles anbieten, was das Kinder- und Jugendherz begehrt. Für die Betreuung sollen 1,5 Stellen geschaffen werden, in die sich ein Diplom-Sozialpädagoge und ein Erzieher teilen.
"Respekt, dass die Stadt hier ihrer Aufgabe gerecht wird", sagt Robert Sandig und erzählt von konstruktiven Gesprächen, die er mit Bürgermeister Frank Stumpf in der Vergangenheit geführt habe.
Treffen die ausstehenden Fördermittelbescheide wie erwartet im Nailaer Rathaus ein, soll mit dem Bau noch in diesem Jahr begonnen werden.
Ganz ähnlich sieht es übrigens in Schwarzenbach am Wald aus: Auch hier halten Vereine und Kirchengemeinden zwar Jugendräume und Jugendheime, etwa CVJM und Bergwacht, vor, eine offene Jugendarbeit gibt es bislang allerdings nicht. Entsprechend formuliert sind deshalb die Ziele im Teilplan Jugendarbeit:
Schaffung eines Jugendtreffs mit hauptamtlicher Fachkraft unter Trägerschaft der Stadt Schwarzenbach am Wald oder anerkannter Träger,
Raumprogramm etwa 100 Quadratmeter,
geeignete Lage mit Außenbereich,
Schaffung von 0,8 Stellen, zu besetzen mit einem Sozialpädagogen und
Neuaufbau einer offenen Jugendarbeit in Verbindung mit mobiler Jugendarbeit und Gemeindejugendarbeit mit verbandlicher Jugendarbeit.
Zur Umsetzung der Maßnahmen des Teilplans Jugendarbeit sind die Kommunen übrigens mittelfristig angehalten, das heißt, in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren, erklärt Sandig abschließend. glas
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