zuletzt bearbeitet: 30.08.2010 17:52 Uhr
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Neues Leben im alten Rathaus
Kinder, Touristen und historisch interessierte Besucher sollen von der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes etwas haben. 135 000 Euro kosten die Arbeiten.
Bobengrün - Genugtuung, vor allem aber Freude herrscht bei den Bobengrünern über die Sanierung des alten Rathauses. Das im Jahr 1912 erbaute Gebäude in der Dorfmitte ist ortsbildprägend und steht unter Denkmalschutz. "Als wichtiger Bestandteil der Dorferneuerung war die dringend erforderliche Sanierung bereits vor über zehn Jahren erkannt und angeschoben worden", erinnert sich zweiter Bürgermeister Christian Wages. Die Verwirklichung war aber an der Finanzierung gescheitert.
Ermöglicht wurde die energetische Sanierung des Bauwerks, in dem die Verwaltung der früheren Gemeinde und Schulräume untergebracht waren, durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II, die zirka 87 Prozent betragen. Es wird derzeit im Innenbereich und an der Außenfassade gearbeitet. Wages lobt auch den Planer, den örtlichen Architekten Jürgen Hoffmann, der trotz Denkmalschutz die Verantwortlichen überzeugen konnte, Kunststofffenster einzubauen. Anstelle der veralteten Nachtspeicheröfen wird eine neue Heizung eingebaut, die mit Holzpellets befeuert wird. Angebracht sind die Heizkörper bereits im Erdgeschoss, wo eine Kinderkrippe des Bad Stebener Lutherkindergartens untergebracht ist. Seit einigen Tagen werden in den renovierten Räumen, in denen vor Jahrzehnten einmal Schüler unterrichtet wurden, wieder 16 Buben und Mädchen im Alter von null bis drei Jahren betreut. Mit 45 000 Euro ist die Heizungsanlage der größte Einzelposten der Sanierung. Rund 41 000 Euro betragen die Gesamtkosten der Fenster. Saniert und erneuert wird auch ein Teil der Dachfläche des mit Schiefer eingedeckten Hauses, hinzu kommt die Dämmung der Geschossdecke zum Dach. Hier sind die Kosten mit 23 000 Euro veranschlagt. Die farbliche Neugestaltung der Außenfassade schlägt mit zirka 26000 Euro zu Buche. An der nördlichen Fassade werden Zementplatten entfernt und unter der Dachwölbung kleine, schon stark verblasste Malereien wieder sichtbar gemacht.
"Erfreulich, dass wir fast ausschließlich Firmen aus der Umgebung bei der Auftragsvergabe berücksichtigen konnten", sagt Christian Wages, der auch das Nutzungskonzept vorstellt. Im Erdgeschoss kommen eine Kinderkrippe, das "Storchennest", und die Tourist-Information unter. Im Obergeschoss sollen in einer Art Heimatmuseum Bobengrüner Handarbeiten der Filetstickerei und Infos, Bilder und Schaustücke zum neuen "Planetenweg" gezeigt werden. In einem Raum wird das alte Handwerk der örtlichen Wagnerei Sommermann und deren spätere Skifertigung nachgestellt, daneben wird die Geschichte der Bobengrüner CVJM-Pfingsttagung und auch der örtlichen Vereine dokumentiert. "In unserem Konzept sind auch Wanderausstellungen", sagt Wages, der die Sanierungskosten von 135 000 Euro für das historische Gebäude als "gut angelegtes Geld" bezeichnet.
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