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Die Neue im Sudhaus

Alexandra Hager hat ihren Traumjob gefunden. Die 18-Jährige ist am Mittwoch mit großer Zuversicht in ihre Ausbildung als Brauerin gestartet. Sie will zupacken, jetzt kann sie es.

Von Sandra Hüttner
  • Kontrolle der Vorderwürze am Läuterbottich im Sudhaus: Braumeister Daniel Heindl (links) und Oberbrauer Uwe Heller schauen Alexandra Hager über die Schulter - alles passt.
    Hüttner
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Naila - Das einzige weibliche Wesen in der Männerwelt der Bürgerbräu Naila: Alexandra Hager, der neue Lehrling. Freche, blonde Kurzhaarfrisur, ein sympathisches, wenn auch scheues Lächeln und mit dem festen Willen, ranzuklotzen, so präsentiert sie sich, der Neuzugang bei der Bürgerbräu Naila. Sie ist eine junge Dame, der es egal ist, dass zu diesem Beruf Gummistiefel, klobige Sicherheitsschuhe und Arbeitslatzhosen gehören.

"Ich bin kein Typ fürs Büro, ich will einfach zupacken, eben arbeiten", sagt die junge Frau aus dem Issigauer Ortsteil Reitzenstein, die gestern ihren ersten Ausbildungstag in der Bürgerbräu Naila als Brauerin und Mälzerin hatte. Die 18-Jährige ist eigentlich mehr über den Beruf "gestolpert", wie sie selbst sagt. Nach dem Abschluss der neunten Klasse an der Volksschule Frankenwald in Naila begann Alexandra Hager eine Lehre an der Berufsfachschule für Sozialpflege, merkte aber, dass es nicht die richtige Berufswahl war; ein Praktikum mit einem einschneidenden Erlebnis brachte die endgültige Gewissheit. Nach anderthalb Jahren brach sie die Lehre ab und machte sich auf die Suche nach einer neuen Ausbildungsstelle.

    
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Im Internet las sie bei der Arbeitsagentur Hof die Lehrstellenausschreibung der Bürgerbräu Naila. Bewerbung, Vorstellungsgespräch und Probearbeiten folgten. Dann kam die Zusage von Brauereimeister Daniel Heindl, der sich aus den insgesamt 15 Bewerbern letztendlich für Alexandra Hager entschied. Alle anderen waren junge Männer gewesen. "Ich hab keinerlei Bedenken, dass es Alexandra nicht schafft. Sie hat sich während dem Probearbeiten geschickt angestellt. Auch ist bei ihr echtes Interesse vorhanden, zudem hat sie sich tapfer geschlagen. Während der Ferienarbeiter jammerte, hat Alexandra ohne Kommentar gearbeitet und durchgehalten."

Männerdomäne

Diese Einschätzung bestätigten auch Oberbrauer Uwe Heller und Hendrik Wulf. Brauereimeister Daniel Heindl weiß, dass dieser Beruf durchaus als Männerdomäne bezeichnet wird. "Nur wenige Frauen erlernen den Beruf Brauer und Mälzer einfach so. Meist ist es so, dass eine Familienbrauerei vorhanden ist und eine Weiterführung im Raum steht." In den vier Tagen des Probearbeitens in der Bürgerbräu Naila erhielt die 18-Jährige einen Einblick in ihre zukünftige Arbeits- und Ausbildungsstätte; sie erlebte das Bierabfüllen, reinigte die Kessel in den Kellerräumen und hat das Biersieden miterlebt. "Die praktische Arbeit gab mir die Bestätigung, dass das der Beruf ist, den ich erlernen will. Hinzu kommt, dass es mit den Kollegen keinen Zickenkrieg gibt. Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen", beschreibt Alexandra Hager ihre ersten Eindrücke.

In ihrer dreijährigen Lehrzeit wird die 18-Jährige verschiedene Abteilungen durchlaufen, die Berufsschule befindet sich in Kulmbach. Wie bei vielen anderen Lehrausbildungen wird die Berufsschule im Blockunterricht abgehalten; jeweils zehn Unterrichtswochen pro Ausbildungsjahr. Ob auch andere junge Damen in der Klasse sind, das weiß die junge Frau noch nicht. "Das ist aber auch egal, denn in der Bürgerbräu arbeite ich auch ausschließlich mit Männern zusammen. Was da klappt, wird wohl auch in der Schule funktionieren."

Bis zur Meisterschule

Drei Jahre dauert die Lehre zur Brauerin und Mälzerin. Im Anschluss kann sie die Meisterschule besuchen. "Mit dem Meistertitel in der Tasche steht einem die Welt offen", sagt Braumeister Daniel Heindl. "Aber mir gefällt es in der Heimat besser." Doch bis es für Alexandra Hager hinaus in die weite Welt gehen kann, vielleicht als Braumeisterin, vergeht noch etwas Zeit.



Das Berufsbild

Brauerinnen und Mälzerinnen stellen aus Getreide Malz her und verarbeiten es zusammen mit Wasser, Hopfen und Hefe zu verschiedenen Biersorten. In Brauereien produzieren sie verschiedene Biersorten, in Mälzereien stellen sie Malz her. Sie arbeiten darüber hinaus in der Herstellung von Obst- und Gemüsesäften und anderen nichtalkoholischen Getränken. In Betrieben der Nahrungsmittelproduktion stellen sie Bier- und Hefeextrakt her. Darüber hinaus sind ihre Kenntnisse auch im Vertrieb von Brauereianlagen und -bedarf gefragt. In den Brauereien und Mälzereien arbeiten sie in Abfüllhallen, im Sudhaus sowie in Gär- und Lagerkellern oder in Keimstraßen. Im Büro erledigen sie die Eintragung von Mess- und Prüfergebnissen in Listen und Ordner sowie in Datenverarbeitungsprogramme am Computer. Vor allem in kleineren Betrieben wie Hausbrauereien mit Kellerwirtschaften übernehmen sie manchmal auch den Ausschank des Gerstensafts in der Gaststätte.

 
    
    

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Die neuesten Kommentare

Naja.

von tacheles am 03.09.2010 08:47
Seit wir eine Frau als Kanzlerin haben, bin ich gegen Frauen in Männerberufen.....
(0)

Und,

von Bergziege w (55) am 05.09.2010 22:13
ein Mann ist als Kanzlerin besser?Etwa Herr Westerwelle?
(0)

Respekt!

von unbekannt am 05.09.2010 14:18
Der war gut...nein!!! Sehr gut!
Ansonsten habe ich auch nichts gegen Frauen in Maennerberufen!
(0)

Wenn

von Bergziege w (55) am 02.09.2010 09:52
man Frauen in "Männerdomänen" eine Chance gibt,dann schaffen die das auch.Und die Vorurteile bei "Männerberufen" kommen häufig von den Männern selbst.Orginalaussage:
"Warum willst du denn nicht lieber ins Büro", bei einer Bewerbung meiner Tochter als Mechatroniker.
Und was den "Zickenkrieg" betrifft.Das hab ich immer genauso empfunden.Ein paar Vorurteile abgebaut und es ist ein sehr gutes Arbeiten mit Männern,selbst als einzi(e)ge Frau.
(0)
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