zuletzt bearbeitet: 27.08.2007 02:01 Uhr
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„Das eine ist nie wie das andere Mal“
Ein Führerschein der etwas anderen Art: Vom „Erdferkel“ zum Heißluftballon-Piloten
Liter, ja Krüge voll Sekt flossen am Sonntag in Bad Steben – und zwar über Claus Moller aus Kirchenlamitz: Der 45-Jährige vom „Hot Air Balloon-Team Hof“ wurde beim Ballon-Festival als Pilot in den Adelsstand erhoben.
Herr Moller, wie fühlen Sie sich jetzt nach der Taufe?
Nass, aber gut. Schließlich gehöre ich jetzt offiziell zum Kreis der Ballöner.
Die Fahr-Lizenz haben sie aber schon länger – oder?
Ja, seit Mitte Juli. Im Oktober vergangenen Jahres habe ich mit dem Schein begonnen. Es gibt 20 Schulungsfahrten, die, wie in der Fahrschule, von einem Ausbilder begleitet werden. In den Theoriestunden wird man auf sein Dasein als Pilot vorbereitet.
Wann hat man die Prüfung bestanden?
Wenn man sein Handwerk fehlerfrei beherrscht: Der Prüfer möchte sehen, dass man in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen und die dann durchzuziehen.
Wie war Ihre Jungfernfahrt als Pilot?
Unvergesslich. Das Wetter war ideal. Etwas nervös war ich schon; man hat keinen mehr neben sich, der aufpasst. Man muss sich im Klaren sein, dass man Verantwortung für seine Passagiere trägt.
Wie kommt man dazu, Ballon-Pilot zu werden? Waren sie schon immer Fan von diesen Himmelsgiganten?
Eigentlich nicht. Ich habe früher bei der Schmidt-Bank gearbeitet, die einen Ballon sponserte. Eine Kollegin hat mich im Jahr 2001 dazu gebracht, einfach einmal mitzufahren. Seitdem ist bei mir und dem Großteil der Familie das Ballon-Fieber ausgebrochen. Nach meiner ersten Fahrt und meiner Pilotenprüfung war ich als „Erdferkel“, als Verfolger, unterwegs.
Was ist das Faszinierende an diesem Sport?
Alles: Das eine Mal ist nie wie das andere. Es ist ein Highlight. Man steigt sanft in die Lüfte, man schwebt; da ticken die Uhren anders als im Flugzeug. Es ist toll, wenn man von oben die Rehe im Wald sehen kann.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Man muss mindestens 17 Jahre sein. Einträge in der Verkehrssünderkartei sind tabu. Man muss ein Führungszeugnis vorlegen. Den gesundheitliche Zustand, vor allem die Sehkraft, überprüft der Flugarzt.
Höhenangst darf man keine haben, oder?
Ich habe schon häufig erlebt, dass Höhenangst beim Ballon-Fahren weggeblasen wird. Die Passagiere sind zu sehr damit beschäftigt, zu staunen.
Was wünschen sie sich für Ihre Ballöner-Zukunft?
Vor allem, dass weiterhin alles glatt läuft. So heil wie man gestartet ist, möchte man schließlich auch wieder auf den Boden zurück.
INTERVIEW: K. K.
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