zuletzt bearbeitet: 12.03.2009 20:37 Uhr
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Oft unterschätzt: Rauchmelder retten Leben
Naila – Die Kästchen sind klein, weiß und rund – und können Leben retten. Dennoch sind Rauchmelder in den deutschen Haushalten kaum verbreitet. Um auf die große Bedeutung dieser kleinen Lebensretter hinzuweisen, ist am heutigen Freitag, dem 13. März, der „Rauchmeldertag“.
Naila – Die Kästchen sind klein, weiß und rund – und können Leben retten. Dennoch sind Rauchmelder in den deutschen Haushalten kaum verbreitet. Um auf die große Bedeutung dieser kleinen Lebensretter hinzuweisen, ist am heutigen Freitag, dem 13. März, der „Rauchmeldertag“. Ausgerufen haben ihn der Verband der Sachversicherer, der Deutsche Feuerwehrverband und der Zentralverband der Elektrotechnik und Elektronikindustrie.
Auch die Feuerwehr Naila möchte die kleinen weißen Kästchen mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken. Kommandant Hans Münzer und Pressereferent Dieter Centner haben selbstverständlich Rauchmelder bei sich zu Hause angebracht. Denn sie wissen: Es ist ein großer Irrtum, zu glauben, dass man es im Fall der Fälle, wenn ein Brand ausbricht, immer rechtzeitig bemerkt und aus dem Gebäude herauskommt. Laut Statistik brennt es in Deutschland im Schnitt 200 000 Mal im Jahr, dabei sind etwa 600 Tote zu beklagen. Der Rauchmelder mit seinem lauten, grellen Alarmton warnt, wenn Rauch im Raum ist, was vor allem nachts, wenn die Menschen schlafen, Leben retten kann. Der laute, schrille Ton ist auf keinen Fall zu überhören. Dann wird es höchste Zeit zur Flucht, denn oft bleiben nur drei bis vier Minuten, bis die Konzentration der Rauchgase einen lebensbedrohlichen Wert erreicht hat.
Großer Irrtum
Brände entstehen nicht nur durch Fahrlässigkeit, wie die sprichwörtliche Zigarette im Bett, sondern häufig durch technische Defekte. „Beginnt ein Brand, bildet sich sofort ein Cocktail aus giftigen Gasen, aus Möbeln, Polstern, aus PVC, aus Kabelummantelungen“, sagt Kommandant Hans Münzer. Besonders das geruchlose Kohlenmonoxid ist heimtückisch: „Ist der Mensch im Tiefschlaf, genügen drei bis vier Atemzüge, um bewusstlos zu werden“, ergänzt Münzer. „Nachts passieren die gravierenden Todesfälle. Im Tiefschlaf bekommen die Menschen vom Schwelbrand nichts mit und haben keine Chance.“
Der Rauchmelder funktioniert nach einem optischen Prinzip: Im Innern des Kästchens wird ständig ein Lichtstrahl erzeugt. Daneben liegt eine Photozelle; der Lichtstrahl erreicht sie nicht. Wenn allerdings durch die Lufteintrittsöffnungen Rauch in das Kästchen gelangt, wird der Lichtstrahl gestreut und Licht trifft auf die Photozelle. Sofort geht der durchdringende Alarmton an. Gespeist wird der Rauchmelder von einer Batterie, einem 9-Volt-Block, der das Gerät etwa ein Jahr mit Strom versorgt. „Geht die Batterie ihrem Ende zu, warnt ebenfalls ein akustisches Signal“, erläutert Kommandant Münzer. Dennoch sollte regelmäßig überprüft werden, ob der Rauchmelder funktioniert, wozu man nur auf einen Testknopf drücken muss. Es gibt aber auch spezielle Langzeitbatterien, die zehn Jahre lang halten. Wer neu baut, kann dafür vorgesehene Rauchmelder auch direkt an die Stromversorgung anschließen.
Optisches Prinzip
Wie viele Rauchmelder in einer Wohnung angebracht werden sollten, hängt von der Bauweise ab. Der Rauchmelder wird an der Zimmerdecke montiert, denn Rauch steigt nach oben. Er kann leicht mit zwei Schrauben an der Decke angebracht werden. Auf jeden Fall sollte einer im Flur hängen. „Das ist der Fluchtweg. Wenn der verqualmt oder abgeschnitten ist, wird es kritisch“, sagt der Feuerwehr-Kommandant. Auch in Schlaf- und Kinderzimmern sowie im Büro zu Hause sollte ein Rauchmelder sein, wegen der Computer. Rauchmelder sind nicht teuer. Es gibt verschiedene Angebote; für einen Doppelpack muss man ab 12 Euro rechnen. Beim Renovieren darf man die Kästchen nicht überstreichen, denn die Luftöffnungen müssen frei bleiben.
„In jedem Privathaushalt sollten Rauchmelder ebenso selbstverständlich sein wie ein Zylinderschloss in der Haustür, wie Telefon und Fernseher“, sagt Kommandant Hans Münzer. Dass dies nicht der Fall ist, habe mehrere Ursachen: mangelnde Kenntnis darüber, wie ein Brand entsteht; die Zuversicht, einen selbst werde es schon nicht treffen; der Irrtum, einen Brand rechtzeitig bemerken zu können und genug Zeit zur Flucht zu haben. „Oder die Menschen stellen sich das Gerät zu kompliziert vor – aber es ist ganz einfach“, meint Münzer.
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