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Das wahre Böse

Die Pfarrer vor Ort in den Gemeinden leiden unter dem Generalverdacht.
Maximilian Busl zum Missbrauchsskandal
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Himmelangst und bang kann es einem werden, sieht man derzeit auf die katholische Kirche. Kaum hat ein Mönch oder Abt kleinlaut zugegeben, dass in seinem Kloster der Missbrauch von Kindern offenbar an der Tagesordnung war, melden die Nachrichtenagenturen schon den nächsten Fall. Tag für Tag werden die Menschen mit diesen unglaublichen Vorgängen aufs Neue konfrontiert.

Die Amtskirche des deutschen Papstes erinnert derzeit eher an Sodom und Gomorrha als an einen Hort des Friedens und des Glaubens. Die Nächstenliebe scheint so mancher Pfarrer oder Pater gründlich falsch zu verstehen. Selbst so berühmte Stätten kirchlichen Lebens wie Kloster Ettal oder das Gymnasium der Regensburger Domspatzen sind keine Orte, an denen Kinder sicher vor den widerwärtigen Handreichungen katholischer Geistlicher sind.

Man möchte gar nicht wissen, was sich alles im Dunkel unter den Soutanen abspielte, das jetzt, wohlfeil lange Zeit nach Ablauf der Verjährungsfristen, langsam bekannt wird. Hunderte von Opfern, systematische seelische und körperliche Misshandlungen, sexueller Missbrauch - die Liste der Verbrechen in kirchlichen Einrichtungen liest sich grauenhaft und erschütternd.

Doch der wahre Skandal liegt in der Kirchenführung. Sie vertuschte über Jahrzehnte hinweg alle Verfehlungen ihrer Patres und Pfarrer. Kategorisch und mit erschreckender Bigotterie wiesen die Bischöfe alle Vorwürfe zurück und verbaten sich jegliche Form von Nachfrage und Kritik - weltweit übrigens, siehe die USA, siehe Irland. Die alten Männer im Vatikan haben stets, wohlwissend um die teuflischen Schrecken des wahren Bösen im Priestergewand, geschwiegen und mit den zittrigen Fingern auf andere, noch Bösere, gezeigt.

Unter der aktuellen Entwicklung leiden - ungeachtet ihrer Verdienste - die Pfarrer in den Gemeinden vor Ort. Sie stehen jetzt unter einem Generalverdacht gegen die Geistlichkeit. An diesen Pfarrern liegt es, eine Revolution von unten zu beginnen und die Schlangengrube trockenzulegen. Die Täter im Talar gehören vor Gericht, damit die Menschen, die im Glauben Zuflucht und Sicherheit suchen, nicht ihren Halt verlieren.

    
    

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