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Satte Gewinne

Die Arzneimittelpreise bieten das größte Einsparpotenzial im Gesundheitswesen
Bruno Herpich zu Kosten im Gesundheitswesen
  • FPND_Lei_Herpich_4c_v2 Von Bruno Herpich
     
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Das Geschäft mit der Gesundheit boomt. Kaum jemand weiß das mehr zu schätzen als die Pharmaindustrie. Schließlich bescheren ihr die unzähligen Wehwehchen der Deutschen satte Gewinne. Und die Preisspirale dreht sich weiter - nach oben versteht sich. Denn jedes neue Medikament, das Bayer und Co. auf den Markt bringen, lässt ihre Geldquellen schier endlos sprudeln. Das hat einen ganz simplen Grund: Die Industrie darf die Preise für innovative Arzneimittel willkürlich selbst festlegen - bezahlen müssen sie der Patient und seine Krankenkasse. Und das Beste: Wird ein Präparat neu zugelassen, steht es 15 Jahre lang unter Patentschutz, was einer Lizenz zum Gelddrucken gleichkommt. Vor allem in Deutschland. Bis zu 80 Prozent, so hat der Pharmakologe Peter Schönhöfer vorgerechnet, liegen hier die Preise über denen in anderen europäischen Ländern.

Dieser Abzocke will nun Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler einen Riegel vorschieben. Um die Kostenexplosion im Gesundheitswesen einzudämmen, legt sich der FDP-Politiker mit den mächtigen Pharma-Riesen an. Und er fährt schwere Geschütze auf, droht mit Zwangsrabatten und Preismoratorien. Dies wären allerdings nur Sofortmaßnahmen ohne Langzeitwirkung. Dauerhafter Erfolg wird den Plänen Röslers nur beschieden sein, wenn der Minister es schafft, der Industrie eine faire Preisbildung abzuringen, und vor allem, ihr aufzuerlegen, für jedes neue Präparat eine vernünftige Kosten-Nutzen-Bewertung vorzulegen. Denn neu heißt nicht gleich gut.

Vor dem Gesundheitsminister liegt ein steiniger und steiler Weg. Zumal ihm selbst aus Regierungskreisen eisiger Wind ins Gesicht bläst. Und das bei einem Gegner, der freiwillig keinen Deut von seiner Strategie des maximalen Abkassierens abweichen wird - immer zu Lasten der Krankenkassen und damit der Allgemeinheit. Deshalb verdient der Versuch, die festgefahrenen Strukturen eines Marktes, der einigen Wenigen Milliardengewinne beschert, aufzubrechen, höchste Anerkennung. Die allein nützt dem Minister allerdings herzlich wenig. Was er braucht, ist Unterstützung auf breiter Front. Denn fest steht: Die Arzneimittelpreise bieten das größte Einsparpotenzial im Gesundheitswesen.

    
    

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