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Frischzellenkur

Länder wie Norwegen oder Frankreich haben längst verbindliche Frauenquoten beschlossen.
Kerstin Dolde zur Frauenförderung der Telekom
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Die Telekom wird weiblicher. Bis 2015 will das Unternehmen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen mit Frauen besetzen. Mit seinem klaren Ja zu Chancengleichheit, Fairness und Moral setzt der Konzern ein deutliches Zeichen: Der rosa Riese verschreibt sich damit nicht nur nachhaltig der Frauenförderung. Er will zugleich den von Männern dominierten Führungsetagen eine Art Frischzellenkur verpassen.

Das Potenzial ist da, sagt Telekom-Chef René Obermann. Er hat Recht. Schülerinnen, weibliche Auszubildende oder Studentinnen sind im Vergleich zu den männlichen Konkurrenten zumeist besser. Beim Fortschreiben der Karriere fallen die qualifizierten Frauen oft schnell hinter Mitbewerber zurück: In Führungspositionen sind sie handverlesen. So weist die Statistik des Jahres 2009 für die 80 umsatzstärksten Unternehmen nur eine einzige Frau im Vorstand aus: Barbara Kux bei Siemens. Das ist im europäischen Vergleich äußerst blamabel: Länder wie Norwegen oder Frankreich haben verbindliche Frauenquoten für die Aufsichtsgremien börsennotierter Unternehmen längst festgeklopft. Belgien, Finnland, Schweden und Spanien haben die Weichen dafür bereits gestellt. Die Industrienation Deutschland hinkt da gewaltig hinterher.

Klar könnte man sagen, viele Frauen nutzen ihre Chancen und Möglichkeiten nicht. Das wäre zu einfach und zu kurz gedacht. Der Global Player Telekom hat die Zeichen der Zeit verstanden. Weltweit weht der Wind anders. Nur die "gläserne Decke", die viele weibliche Talente an ihrem Weg nach oben hindert und die der Konzern mittels Quote durchbrechen möchte, gibt es in der Tat.

Die Zeit wird es richten. Personalchefs und Headhunter werden in wenigen Jahren auf die Jagd nach weiblichen Führungskräften gehen (müssen): Das Stichwort heißt Demographie. So ist das Handeln der Telekom heute noch ein Alleingang. Aber einer, der Schule macht. Die Gesellschaft hat ganz unabhängig davon den Auftrag, familien- und damit frauenfreundlicher zu werden: Die Voraussetzungen müssen her, damit ein Ja zum Kind nicht gleichbedeutend mit Karriereverzicht ist. Dann erübrigt sich die an sich überflüssige Debatte um Frauenquoten und Quotenfrauen ein für alle Mal.

    
    

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