» zur Übersicht Meinungen
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   
Es braucht eine Reform

Warum nur laufen Eltern nicht Sturm gegen jene, die ihre Kinder missbrauchen?
Maximilian Busl zum Wort der Bischöfe
  • FPND_Lei_Busll_4c_v2 Extreme Mittel
     
Bild von

Die bayerischen Bischöfe haben die Zeichen erkannt. Sie wollen einen Reinigungsprozess einleiten, der am Ende möglicherweise das Problem des Missbrauchs von Kindern durch katholische Geistliche in den Griff bekommt. Es geht um Wahrheit, um Aufklärung und Offenheit. Es geht nicht darum, ein Gebet für Vergebung zu sprechen und den Opfern eine Kerze zu stiften, so wie sie es taten in Vierzehnheiligen.

Und sie bewegt sich doch, so möchte man ausrufen. Der Skandal um Priester, die sich an Kindern vergreifen - sexuell und gewalttätig - beutelt und zerreißt die Kirche. Während die Welt darauf wartet, dass der Papst eindeutig Stellung bezieht, handeln die bayerischen Bischöfe. Sie werden künftig eng mit der Staatsanwaltschaft als Strafverfolgungsbehörde zusammenarbeiten. Sie werden den Verdacht auf Missbrauch melden und den Täter der weltlichen Justiz überantworten. Sie werden sich um die Opfer kümmern und nicht länger wegschauen. So kündigen sie es an, und die Menschen werden genau darauf achten, ob es wieder nur leere Worte sind.

In der Vergangenheit war zu oft das Wort wichtiger als die Tat. Die Teppiche in den Klöstern und Kirchen waren groß, um all den Dreck zu verbergen, den Bischöfe und Priester allenthalben darunter kehrten - und es bis heute tun. Noch größer aber als die Schuld der Geistlichen ist offenbar die Geduld oder das Wegschauen der Gläubigen. Wie nur kann es sein, dass Eltern nicht Sturm laufen gegen all jene, die ihre Kinder missbrauchen? Warum nur wird den Tätern mehr Glauben geschenkt als den Opfern? Schon lange könnte dieser Schweinestall ausgemistet sein, der sich unter dem Schutz der kirchlichen Obrigkeit gedieh.

Mit Scham und Betroffenheit haben die Bischöfe reagiert, sagen sie. Nun, man will es ihnen glauben. Auch, dass ihre Ankündigungen aufrichtig sind. Nur eine transparente Kirche kann eine ehrliche Kirche sein. Die Kirche muss ihre Verlogenheit überwinden. Der 2000 Jahre alte Männer-Verein braucht dringend eine Reform, um seine Berechtigung zu erneuern. Die Wahrheit muss endlich siegen. Eine Kerze am Altar für die Opfer und ein Gebet der Vergebung reichen nicht. Das sind Zeichen der Verhöhnung, nicht der Versöhnung.

    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf frankenpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Meinungen

Wen die Hunde beißen

Heute beginnen die 62. Berliner Filmfestspiele. Die Berlinale in der deutschen Hauptstadt ist ein cineastischer Wettbewerb von Weltrang. Für Stars und Sternchen bieten sie Anlass, sich auf dem roten Teppich darzustellen. »mehr
    
    

 
Die Justiz zeigt Zähne...

Die Justiz zeigt Zähne. Endlich! Besonders dreiste Steuerhinterzieher müssen hinter Gitter, hat der Bundesgerichtshof je... »mehr
    
 
    

 
Auf einer Wellenlänge...

Angela Merkel besucht Nicolas Sarkozy, und ganz Paris träumt von der Liebe. Selten haben Deutschland und Frankreich in S... »mehr
    
 
    

 
Gefahr erkannt

So also sieht Abschied von gewohnten Sicherheiten und sicher geglaubten Gewohnheiten aus: "Wir haben eine Welt geschaffe... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

Party

 
    

Nachrichten

 
    

Sport

    
    

Prospekte aus der Region

Reichel Holzspezi
    
    

Magazine

Wir in Wunsiedel Februar 2012
Nördliches Fichtelgebirge Ausgabe 4
Thüringen im Blick
Schlaglichter 2011
Gesundheitsführer Kulmbach
Gesundheitsführer Naila
Hochzeitsmagazin November 2011
Frankenreiter November
Börsenforum Oktober 2011
Leserreisen Oktober 2011
Berufsmagazin
Besser Bauen schöner Wohnen
5. Sechsämterland Holztage
Gesundheitsführer Hof 2011
Gesundheitsführer Münchberg
Gesundheitsführer Selb
Erfolgreiche Familienunternehmen
Bikers Guide
Gesundheitsführer Rehau
Gesundheitsführer Wunsiedel
    
Anzeige
Marktplatz und Bayreuther Woche
Logo Frankenwäldler
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    
    

Mit roten Händen gegen Kindersoldaten

Mit knallroter Farbe die Hände anmalen: Das machten am Mittwoch eine Menge Politiker in Berlin. Die Politiker waren Abgeordnete des deutschen Parlaments - des Bundestages. »mehr
    
    

Die Sache mit den Beiträgen

Frage des Tages
Ein Leser fragt: "Warum muss ich für meine verstorbene Frau Krankenversicherungsbeiträge zahlen?" "Diese Frage stellen Bezieher einer Hinterbliebenenrente häufig", erklärt Rudolf Degelmann von der AOK Bezirksdirektion Hof auf Anfrage unserer Zeitung. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Die neuen Party-Pix vom Wochenende 

Fasching in Schönwald, HipHop-Party im Hofer H.1, 80er-Fete im Rockwerk - hier geht es zu den aktuellen Bildern vom Feier-Wochenende. »mehr
    
    

Börseninformationen