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C wie chaotisch

Wieder fragen viele entsetzt, wo unter Merkels Regie das Konservative bleibe
Cornelie Barthelme zur Stammzellen-Debatte
  • barthelme_SW_120805 Wahl ist Wahl
     
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Weil Menschen keine Mäuse sind, hat der Genforscher Rudolf Jaenisch vermutlich nicht das Allheilmittel für alle möglichen, das Leben erschwerenden und bedrohenden Krankheiten gefunden. Wäre der Mensch eine Maus, könnte er sich künftig ein Fetzchen Haut aus dem Arm schneiden und dessen Zellen in der Petrischale so umprogrammieren lassen, dass sie – in seine Blutbahnen gespritzt – ihn gesund werden ließen. Und außerdem jede Forschung mit embryonalen Stammzellen verzichtbar machten.

Nicht einmal der in Massachusetts forschende Jaenisch selbst glaubt daran, dass ihm ein für allemal gelungen ist, das Stammzellen-Problem zu lösen. Weit weg in Berlin allerdings würde sich die CDU exakt das wünschen. Über Nacht hätte sich dann eines ihrer ärgsten Beschwernisse verflüchtigt. Über die Frage nämlich, ob sie deutschen Forschern erlauben sollen, jüngere embryonale Stammzellen als bislang zu benutzen, sind nicht nur die Christdemokraten untereinander in Hader geraten. Obendrein haben sie sich – voran Forschungsministerin Annette Schavan und die Kanzlerin – darüber auch noch mit der katholischen Kirche zerstritten. Dieser Zank aber rührt an einen ohnehin schwer gereizten Nerv der großen Partei mit dem großen C im Namen.

Unter Anleitung ihrer Kanzlerin haben die Christdemokraten mit ihrem Fristöffnungsbeschluss von Hannover ihre über Jahrzehnte natürlichen Verbündeten geheißen, sich herauszuhalten aus ihren Debatten. Prompt reagieren die wie lästige Zwischenrufer behandelten Bischöfe gereizt. Und grimmig. Ärger noch als der Vorwurf von Unmoral aber müsste die Parteichefin der Aufruhr in den eigenen Reihen alarmieren. Schon wieder fragen viele Christdemokraten entsetzt, wo denn unter Angela Merkels Regie das Konservative in ihrer Partei bleibe. Die Getrennten und Geschiedenen und Unverheirateten in der Parteispitze können sie gerade so erdulden. Aber dass sich nun auch noch die studierte Theologin Schavan offen gegen die Lehre ihrer Kirche stellt – das scheint ihnen unerträglich.

Da mag Angela Merkel noch so oft ihre Orientierung am christlichen Menschenbild beschwören. Auch die Wähler im Land müssen glauben, das große C stehe dann doch eher für mittleres Chaos.

    
    

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