zuletzt bearbeitet: 29.02.2008 03:49 Uhr
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Die Rückkehr eines Siegertyps
Thailand | Ex-Regierungschef stellt sich dem Gericht
Mit Rosen und Jubelrufen wurde Thaksin Shinawatra gestern bei seiner Ankunft in Thailand empfangen. Der vor anderthalb Jahren von der Armee gestürzte Ex-Regierungschef hat viele treue Anhänger. Besonders die Landbevölkerung liebt den Milliardär, der seinerzeit eine kapitalistische Politik mit populistischen Geschenken für die Armen paarte. Thailands intellektuelle Mittelschicht und die Royalisten dürften seine „große Rückkehr“ dagegen weitaus skeptischer sehen.
Seine Zeit im Ausland verbrachte Thaksin hauptsächlich in London und Hongkong und machte unter anderem mit dem Kauf des Erstliga-Fußballclubs Manchester City Schlagzeilen. In der Heimat führte ihn der erste Weg geradewegs ins Oberste Gericht: Der ehemalige Ministerpräsident muss sich wegen Korruption und Amtsmissbrauchs verantworten. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm und seiner Frau Pojaman Shinawatra bis zu 15 Jahre Haft.
Zunächst bleibt der 58-Jährige gegen Kaution auf freiem Fuß. Er will angeblich nicht auf die politische Bühne zurück. Beobachter gehen aber davon aus, dass er auch nach der Auflösung seiner Partei und ungeachtet des gegen ihn verhängten fünfjährigen Politikverbots vom Exil aus die Fäden zog.
Der Enkel eines armen chinesischen Einwanderers in der nordthailändischen Provinz Chiang Mai war zu einem der reichsten Unternehmer des Landes aufgestiegen. In den 90er Jahren ging er in die Politik und verbuchte 2001 den größten Wahlsieg in der Geschichte Thailands. 2005 konnte seine Partei ihre Mehrheit sogar noch ausbauen.
Dass er einen autokratischen Stil pflegte, wichtige Posten gern mit Verwandten besetzte und seine politische Macht auch geschäftsmäßig nutzte, nahmen Thaksin vor allem die Intellektuellen übel. Den entscheidenden Riss bekam das Bild des Siegertyps jedoch erst vor rund zwei Jahren, als bekannt wurden, dass seine Familie ihre Anteile an dem von ihm gegründeten Telekom-Konzern Shin Corp steuerfrei für rund 1,6 Milliarden Euro nach Singapur verkauft hatte.
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