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Wunsiedel - Mit einer großen Aktion zum Volkstrauertag will das Bündnis "Wunsiedel ist bunt" am morgigen Samstag der Opfer rechter Gewalt gedenken. Um 14 Uhr beginnt die etwa vier Stunden dauernde Aktion. "Wir wollen dabei an die 30 Menschen erinnern, die während eines sogenannten Todesmarsches von SS-Schergen im Zeitelmoos ermordet wurden", sagt Organisator Karl Rost (Foto). Außerdem solle an diesem Tag der mehr als 140 Männer, Frauen und Kinder gedacht werden, die seit 1990 von rechten Schlägern getötet wurden. Wie berichtet hatte die rechtsextreme NPD für Samstag einen Trauermarsch für ihren kürzlich verstorbenen Gönner Jürgen Rieger geplant. Dieser ist vom Landratsamt Wunsiedel nicht genehmigt worden. Das Verbot des Aufmarsches hat gestern auch das Verwaltungsgericht Bayreuth bestätigt.
Straße des Gedenkens
Wie geplant kann dagegen die Veranstaltung des Bündnisses "Wunsiedel ist bunt" am Samstag um 14 Uhr mit einer Ansprache von Karl Rost beginnen. Gegen 14.30 Uhr schreiten die Teilnehmer die "Straßen des Gedenkens" ab. "Dabei handelt es sich um die Wege, auf denen im April 1945 Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald durch Wunsiedel nach Flossenbürg getrieben wurden. In Wunsiedel sind dies die Bibersbacher Straße, Karl-Sand-Straße, Jean-Paul-Straße und Hackerplatz. Anschließend gibt es am Marktplatz Musikbeiträge und Gastreden. Bisher haben sich unter anderem Bürgermeister Karl-Willi Beck, CSU-Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Friedrich und die Grünen-Landtagsabgeordnete Ulrike Gote angesagt.
Drei Stationen, 150 Namen
Um 16 Uhr versammeln sich die Teilnehmer in der Stadtkirche zur Teilnahme an der ökumenischen Friedensdekade. An der Kirche, an der Ecke Maxi-Kindergarten/Wirtschaftsschule und am Luisenburg-Gymnasium werden bei einem Stationengottesdienst, der neben den drei genannten Stationen auch den Weg dazwischen mit einbezieht, jeweils 50 Namen der Opfer von Neonazis verlesen. Die Gottesdienstteilnehmer führen 30 Holzkreuze mit, auf denen jeweils fünf Opfer genannt werden. Höhepunkt des Gedenkens wird das Entzünden der Lichter gegen das Vergessen sein. In der Bibersbacher Straße, Karl-Sand-Straße, Jean-Paul-Straße, am Hackerplatz, in der Marktredwitzer Straße, Feldstraße/Kemnather Straße, Koppetentorstraße, am Gabelmannsplatz und an der Steinernen Brücke werden die Teilnehmer eine Lichterkette bilden. Entlang dieser Straßen haben Zeitzeugen den Zug der KZ-Häftlinge beobachtet. M. Bäu.












