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Ressort Wunsiedel
Erschienen am 16.11.2009 00:00
Auftrag, gegen Vorurteile zu wirken
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Auftrag, gegen Vorurteile zu wirken
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Wunsiedel - Auf den Neonazi-Aufmarsch vom vergangen Samstag unmittelbar vor der Wunsiedler Jean-Paul-Schule (siehe auch Seite 15) will Rektor Reinhard Dengler (Foto) von der Grundschule reagieren: Er sieht für Lehrer und Eltern den klaren Auftrag, im Wirken gegen stumpfe Ausländerfeindlichkeit, gegen Vorurteile gegenüber Fremden, gegen Hass und gegen Misstrauen nicht nachzulassen. "Im täglichen Unterricht werden wir diesem dunklen Gedankengut aktiv entgegen wirken", kündigte der Schulleiter gestern in einer Pressemitteilung an.

Weitere heißt es in der Mitteilung: "Unsere Schule - und hier spreche ich auch für alle anderen Schulen der Stadt Wunsiedel - distanziert sich in aller Form von rechtem Gedankengut. Nicht nur die jüngere deutsche Geschichte sollte uns mehr als drastisch vor Augen geführt haben, welche verheerenden Auswirkungen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben. Am Marktplatz und vor den einzelnen Gedenkstationen in der Stadt wurde dies nicht zuletzt auch durch die Verlesung der Namen der durch rechtsextreme Gewalt seit 1990 umgekommen Mitbürger erschreckend greifbar. Dagegen wenden sich alle Demokraten in unmissverständlicher Form."

Zivilcourage gefragt

Die Kinder müssten als zukünftige mündige Bürger mit Zivilcourage ausgestattet werden, um verantwortlich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Dengler: "Natürlich setzt dies voraus, dass hier ein Konsens mit den Erziehungsberechtigten gegeben sein muss. Dessen bin ich mir für die überwältigende Mehrheit unserer Eltern sicher, was nicht zuletzt durch die zahlreiche Anwesenheit der Elternschaft auf dem Marktplatz mehr als deutlich unterstrichen wurde."

"Wenn in den Familien durch das persönliches Vorbild und den wertschätzenden Umgang miteinander der Grundstock für späteres demokratisches Handeln gelegt wurde, können Kindergärten, Grundschulen und alle weiterführenden Schulen darauf aufbauen", meint der Schulleiter. Dies sei im ureigensten Sinn systemrelevant. "Nur so kann unsere demokratische Grundordnung, die wir mehr und mehr bewusst wahrnehmen, schätzen und schützen sollten, auch für unsere Kinder und Kindeskinder erhalten bleiben."

 
 

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