Baubeginn noch 2100
Damit, so Beck, sei der Grundstock für ein Energievorhaben besonderer Art gelegt, das in dieser Form Pilotcharakter für das ganze Land habe. "Energie aus der Region für die Region" laute die Devise. Das Ziel, wie berichtet, als guter Vorsatz beim Neujahrsempfang in Wunsiedel vorgestellt, sei es, den Menschen in der Region eine regenerative und autarke Energieversorgung anzubieten, gleichzeitig aber auch einen Beitrag zur CO2-Reduzierung zu leisten.
Noch in diesem Jahr, vermutlich im Sommer, will die SSW Wunsiedel GmbH im Industriegebiet "Am Wintersreuther Weg" in Zusammenarbeit mit der GELO-Holzwerke GmbH Weißenstadt mit dem Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks mit angeschlossener Pelletsproduktion beginnen. Ausschließlich heimisches Holz aus dem Fichtelgebirge soll darin als Rohstoff verarbeitet werden - aktive Wertschöpfung aus der Region für die Region, wie Beck betonte.
Bei der Investition von rund zehn Millionen Euro will die Gesellschaft einheimische Betriebe und Kommunen mit ins Boot nehmen. - ein Plan, der neue Arbeitsplätze bringen soll. Deshalb, so der Bürgermeister, stehe die GmbH für weitere Partner und Investoren offen, die die gleichen Ziele verfolgten.
Basis des Modells ist die komplette Verwertung des Rohstoffs Holz, den Gelo aus heimischen Wäldern gewinnt. Mit etwa 250 000 Festmetern Einschnitt und modernster Sägewerkstechnik zählt die Weißenstädter Firma zu den 50 größten und renommiertesten Holzverarbeitungsbetriebe Deutschlands.
Bei der Produktion fallen jährlich rund 18 000 Kubikmeter Sägespäne an, die sich im Rahmen des Projekts ideal für die Herstellung von Holzpellets eignen. Daraus werden in dem Biomasse-Heizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt. Rund sechs Millionen Kilowattstunden Strom, so haben Fachleute errechnet, werden in das öffentliche Stromnetz für die Kunden der SWW eingespeist.
Komplette Verwertung
Mit der als Nebenprodukt anfallenden Wärme können aus den Spänen hochwertige Pellets gefertigt werden. Und damit wiederum, so der Bürgermeister, könnten mithilfe zentraler Heizanlagen öffentliche Gebäude, aber auch sogenannte Dorfheizungen gespeist werden. Der Anfang sei bereits gemacht: In Breitenbrunn wollen sich 32 Haushalte auf diese Art versorgen lassen. Die beiden Geschäftsführer der Wun Bioenergie GmbH, Marco Krasser und Wolf Christian Küspert, haben ausgerechnet, dass mit Strom aus dem Wunsiedeler Kraftwerk rein rechnerisch 2000 Durchschnittshaushalte versorgt werden könnten. Die Pellets könnten weitere 2500 Haushalte wärmen. Die Baupläne für das Werk sollen in einer der nächsten Bauausschuss-Sitzungen genehmigt werden.


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