Wunsiedel - Beim Mais ist es die Sorte "Mon 810". Bei der Kartoffel ist es "Amflora". Beide Pflanzen
sind gentechnisch verändert und für Gegner ein Reizthema. "Amflora" darf nun angebaut werden, wie die Europäische Kommission am Dienstag entschieden hat. Erstmals seit zwölf Jahren wurde damit wieder eine gentechnisch veränderte Pflanze für den kommerziellen Anbau zugelassen. "Amflora" stelle keine Gefahr für Menschen, Tiere und die Umwelt dar, sagt der zuständige EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli.

Die Gen-Kartoffel ist nicht zum Verzehr bestimmt, sondern ist ein Stärkelieferant für die Papier- und Klebstoffindustrie. Der Bauernverband und der Bund Naturschutz sind gegen die Zulassung.
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Die Gen-Kartoffel ist nicht zum Verzehr bestimmt, sondern ist ein Stärkelieferant für die Papier- und Klebstoffindustrie. Trotzdem stehen Landwirte, Verbraucher-, Natur- und Umweltschützer der Zulassung kritisch gegenüber - auch im Landkreis Wunsiedel. "Dass Amflora zugelassen worden ist, macht keinen Sinn", sagt der Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) für Oberfranken, Werner Reihl. Denn mittlerweile gebe es Kartoffelsorten, die nicht gentechnisch verändert seien, aber dennoch genauso viel oder sogar noch einen höheren Ertrag als "Amflora" brächten. "Das sind ganz normale Liniensorten, gegen die nichts auszusetzen ist", sagt Reihl im Gespräch mit der Frankenpost.
Generell halte der BBV nichts vom Anbau gentechnisch veränderter Sorten. "Für uns gilt: Was der Verbraucher nicht will, bauen wir auch nicht an", betont der Bauernpräsident. "Das ist für uns überhaupt kein Thema." Gerade erst sei er mit dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, zusammen gewesen. Er habe von großen Stärkefabriken in Süddeutschland berichtet, die versichert hätten, Landwirte mit gentechnisch veränderten Kartoffeln nicht durch ihr Werkstor zu lassen.
"Natürlich gibt es Firmen, die ausschließlich ihre finanziellen Interessen verfolgen und einen schnellen Euro machen wollen", sagt Werner Reihl. Er jedoch rate allen seinen Kollegen: "Lasst die Finger davon!"
Als einen "politischen Kniefall vor der BASF" bezeichnet der Geschäftsführer des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Wunsiedel, Karl Paulus, die Brüsseler Entscheidung. Bereits vor 13 Jahren hatte der Biochemie-Konzern die Zulassung von "Amflora" beantragt un
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"Noch einmal: Wir warnen massiv vor dieser Entwicklung", betont Karl Paulus. Die Landwirtschaft in der Bundesrepublik sei ohnehin schon in Gefahr. Und wenn die Bauern Leibeigene der Großkonzerne würden, seien die Folgen für die bäuerliche Landwirtschaft und die Kulturlandschaft nicht mehr absehbar.



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