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Töpen - Mit Dr. Georg Freiherrr von Waldenfels, Staatsminister a.D., hat die Kirchengemeinde Töpen einen "Mann der ersten Stunde" gefunden: "20 Jahre Mauerfall - Erinnerungen an den Herbst 1989" lautete das Thema des jüngsten Gemeindeabends, zu dem Pfarrer Gerhard Schneider mit Waldenfels einen kompetenten Zeitzeugen gewann.
Von Waldenfels, der damals gemeinsam mit Werner Mergner, dem heutigen Redaktionsdirektor der Frankenpost Hof, mit einer Zange den Zaun in Ullitz öffnete, schilderte den Zuhörern bildhaft, was sich vor 20 Jahren in den ersten Stunden dieses "unfassbaren Geschehens" an der deutsch-deutschen Grenze ereignet hat. So sei es ihm, Waldenfels, ganz schön mulmig zumute gewesen, als er, wenige Stunden vor diesem Ereignis, zusammen mit dem damaligen Chefredakteur und Mitherausgeber der Frankenpost, Heinrich Giegold, bei Rudolphstein einen Übertritt in die damalige DDR wagte. Indes, der Versuch scheiterte, obwohl er einen Ausweis des Bayerischen Landtages bei sich gehabt hätte. "Aber", sagte Waldenfels schmunzelnd, "einen Kaffee gab es bei den Grenztruppen dann trotzdem."
Pfarrer Gerhard Schneider freute sich, dass Waldenfels so spontan zugesagt habe, zu diesem historisch so bedeutsamen Thema anlässlich des Abends im Gemeindezentrum zu sprechen. Schneider bezeichnete Waldenfels als heimatverbunden und bodenständig, als einen, "der weiß, welche Bedeutung das Vogtland hat und der in der Politik, ob national oder international, immer an vorderster Front stand". Ihn, Waldenfels, habe man gerne als Gast in Töpen, sagte Pfarrer Schneider. Wunderbar sei es auch, dass Zeitzeugen wie die Mergners und die Brunners aus Mödlareuth diesen Abend begleiten. Schneider bezeichnete die Ereignisse von 1989 als "ein Wunder ohnegleichen". Vor dem Hintergrund der friedlichen Revolution habe damals auch Töpen deutsch-deutsche Geschichte geschrieben.
Unterstützung durch die Kirche
Mödlareuth und die Gemeinde Töpen seien ein idealer Anschauungsplatz um zu sagen: "Deutschland muss zusammenbleiben und darf den Gedanken an Einigkeit niemals mehr aufgeben", betonte von Waldenfels. Umso unverständlicher sei es für ihn, dass es heute wieder Menschen gibt, die vermutlich alles wieder vergessen haben. Deutlich gemacht hätte das die Wahl am 27. September: "Man hält den Atem an und kann es nicht fassen, dass heute genau jene Menschen wieder in den Landtagen und beim Bund sitzen, die damals in der maroden DDR Positionen bekleideten, betonte Dr. Georg von Waldenfels.
Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass es gerade die evangelischen Kirchen gewesen seien, die in der Zeit des Umbruchs maßgeblich Unterstützung geleistet hätten, die es ermöglicht haben, sich in den Gotteshäusern tatkräftige Hilfe zu holen, die gemeinsam mit den friedlichen Demonstranten an den Umzügen teilnahmen. Besonders sei hervorzuheben, dass in Plauen das begann, was dann als Wiedervereinigung mit der Kernaussage "Wir sind das Volk" friedlich endete.
"Diese Nachricht drang damals nur gerüchteweise zu uns, die TV-Kameras richteten sich nur auf die großen Städte", sagte der Staatsminister a. D. Waldenfels wörtlich: "Es war eine der unglaublichsten und mutigsten Leistungen der Menschen auf den Straßen, die damals nicht wussten, ob sie die Nacht im Gefängnis zubringen müssten."
Bei der anschließenden Diskussion wurde vor allem die Forderung laut, dass gerade der heutigen Jugend dieses Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte anschaulicher vermitteln werden müsse. Ein Punkt, den Pfarrer Gerhard Schneider gerne aufgriff und in den folgenden Abenden zum Thema machen will.


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