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Hof - Ralph Goldmann, Geschäftsführer des Kletterparks Untreusee in Hof, will am See ein "Riesen-Labyrinth" anlegen. Auf einem 6500 Quadratmeter großen Areal neben dem Basketballplatz und dem Weg zur Unterführung nach Krötenbruck möchte er eine - laut eigenen Angaben - in Deutschland bislang einmalige Attraktion bauen. Der Irrgarten soll eingezäunt und begrünt werden, der Innenbereich selbst besteht aus über 2000 quadratisch angeordneten und veränderbaren Holzelementen, durch die sich die Besucher Wege suchen müssen. Er rechne mit Kosten von etwa 200 000 Euro, sagt Ralph Goldmann am Freitag nach der Stadtratssitzung. Dort war vorher eine heftige Diskussion um das Projekt entbrannt, das er nur realisieren kann, wenn die Stadt den bestehenden Bebauungsplan ändert. Zum einen hatte die Verwaltung die gesamte Idee erst am Dienstag im Bauausschuss bekannt gegeben (in nichtöffentlicher Sitzung); zum anderen war das Projekt am Freitag Bestandteil jenes Tagesordnungspunkts, der den SPD-Antrag zur "Verwirklichung eines Gesamtkonzepts für den Tourismus am Untreusee" behandelte.
Änderung des Bebauungsplans
Zum nach langen Reden einstimmig errungenen Beschlussvorschlag gehören nun die Sätze: "Der Stadtrat signalisiert seine Zustimmung zum Bau des Riesenlabyrinths" und "Der Stadtrat beschließt das Aufstellen eines Bebauungsplans". Damit kann die Stadtverwaltung alle weiteren Schritte zeitnah einleiten, die für den Bau notwendig sind - beispielsweise das Aufstellen jenes Bebauungsplans. Die ursprünglich vorgeschlagene Wortwahl "Der Stadtrat erteilt seine grundsätzliche Zustimmung" hatten die Räte der SPD-Fraktion abgelehnt. Mit nur drei Tagen Vorlaufzeit lasse sich eine solche Entscheidung nicht übers Knie brechen, sagte Rainer Kellner. Die Verwaltung hätte den Stadträten die Pläne auch schon eher zeigen können, monierte er ebenso wie seine Fraktionskollegen.
Die Pläne waren Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und Jürgen Ultsch vom Bauamt bereits seit vergangenem Jahr bekannt, sagte Investor Ralph Goldmann auf Anfrage nach der Sitzung. Gemeinsam habe man den Standort ausgesucht und dafür sogar den ursprünglich geplanten verworfen.
Vorwürfe an Fichtner
Mit dem vorsichtig formulierten Signal auf Zustimmung sorgt der Stadtrat nun dafür, dass die Rahmenbedingungen für das Projekt geschaffen werden können - ob Goldmann dann tatsächlich bauen darf, darüber beschließt letztlich der Bauausschuss.
Die SPD-Räte warfen Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und der CSU einen "Salto rückwärts" in ihren Aussagen vor: Noch vor Wochen hätten sie alle Pläne der SPD, den Untreusee mit touristischen Attraktivitäten zu versehen, abgelehnt. Jene Ideen, die die SPD in einen Antrag verpackt, über die die Frankenpost ausführlich berichtet und die die Verwaltung am Freitag zur Beschlussfassung aufbereitet hatte, waren mit der Diskussion um den Irrgarten ein wenig in den Hintergrund gerückt. Den Räten ging es hauptsächlich darum, ob sie über die Vorschläge als gesammeltes Paket oder einzeln abstimmen sollte.
Am Ende hat der Stadtrat, einhergehend mit der Entscheidung zum Labyrinth, Kenntnis von den Punkten im Gesamten genommen.


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