Hof - Am Anfang war die Frage nach der eigenen Identität. Wer ist diese Gemeinde, wie ist sie aufgestellt, welches Bild hat sie von sich selbst? Das sollte schließlich Eingang finden in die Feierlichkeiten zu einem mittelgroßen Jubiläum: Die Hofer Christuskirche wird heuer 70 Jahre alt. Um den Kirchweih-Termin am 5. November gruppiert sich eine ganze Reihe von Veranstaltungen (siehe Kasten). Das Programm reicht von Kabarett bis Capella Curia, von der afrikanischen Musik bis zum historischen Vortrag.
"Der Mittelpunkt ist das Konzert des christlichen Musikers Martin Pepper am 5. November", sagt Pfarrer Martin Gölkel. Um diesen Jubiläumstag herum haben die Kirchenvorstände und er eine kleine Reihe auf die Beine gestellt, in der sich die Gemeinde wiederfinden soll: "In der Christuskirche gab es schon immer Konzerte, da wollten wir ansetzen", erklärt Gölkel. Bewusst bauen die Verantwortlichen auf ein "weltliches" Programm - jeder soll sich angesprochen fühlen.
Was immer mitschwingt bei den Feiern, ist der Respekt vor den Erbauern der Kirche, sagt Martin Gölkel. "1938 und '39 hätten die Menschen auch andere Sorgen gehabt, als eine Kirche zu bauen." Doch ganz bewusst hätten die Hofer damals dieses Gotteshaus errichtet und mit dem Namen versehen, den es trägt: "Nicht Hitler-, sondern eben Christus-Kirche." Das Gotteshaus werde oftmals als Nazi-Kirche hingestellt, weiß Gölkel, doch habe er mittlerweile ganz neue Wahrnehmungen gemacht: "Überall dort, wo wenig Licht hinscheint, haben die Maler damals heimlich David-Sterne eingearbeitet." Die zwei gleichschenkligen Dreiecke übereinander fänden sich auf dem gemalten Gewand Jesu, im ziselierten Sternenhimmel und zwischen den Evangelisten.
3000 Gemeindeglieder hat Pfarrer Martin Gölkel unter sich, viele engagierte weiß er hinter sich - auch bei den Vorbereitungen fürs Jubiläumsjahr. "Das ist sehr komfortabel: Schließlich soll der fröhlich bezeugte Glaube zum Leben gehören."



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