Hof - Zum ersten Mal seit vielen Jahren stand der Grill kürzlich auf der Terrasse. Da haben die Teilnehmer der Klausurtagung ziemlich geguckt - Horst Ackermann hat das immer anders gemacht. Doch der Dekanatsjugendreferent hat Hof im Sommer verlassen, seit ein paar Wochen ist sein Nachfolger im Haus. Sebastian Damm ist 30, er spielt gern, er fährt Motorrad, segelt und mag Witze. Der gebürtige Unterfranke ist ein gemütlicher Kerl, das Haar hat er zum Pferdeschwanz gebunden, beim Reden faltet er oft die Hände. Sebastian Damm lernt gerade viel dazu, sieht im Moment viel Neues, erlebt zurzeit viel Unbekanntes: Er ist neuer Dekanatsjugendreferent im Evangelischen Jugendwerk Hof - zusammen mit Cornelius Kelber (EJW) und Tanja Reidelbach vom CVJM bildet er die Dreierspitze der evangelischen Jugendarbeit im Dekanat Hof.
"Im Moment verändern sich viele kleine Dinge", sagt Damm über seine ersten Wochen in Hof. Die Sache mit dem Grill ist eines davon, die vielen Vorlieben, Herangehensweisen und Arbeitsschwerpunkte sind andere. Verwaltung, Gremienarbeit, das Schülercafé, Mitarbeiterführung und das Planen von Veranstaltungen gehören zum Alltag des neuen Jugendreferenten.
Der ist in Hof zumindest nicht ganz neu: Der Diakon der Rummelsberger hat drei Jahre lang Jugendarbeit in Berg gemacht. "Von dort aus konnte ich schon ein bisschen ins Hofer Haus hineinschnuppern." Jetzt hat Damm von seinen Kollegen zunächst 100 Tage bekommen, in denen er sich hinein tasten kann in seine Aufgaben. "Bis ich alles einmal gemacht habe, wird aber wohl ein Jahr vergehen", ist er sich sicher.
Sebastian Damm ist ein offener Mensch, er ist aber keiner, der auf die Leute zu stürmt: "Ich denke, gerade bei Jugendlichen würde das eher abschrecken." So knüpft er Kontakte zu den Schülern, die ins Café Colours zum Mittagessen kommen und zu den Jugendlichen, die in den Gruppen und Gemeinden in Stadt und Land aktiv sind. Brettspiel-Nachmittage, eine Theatergruppe und natürlich "Rock am Stein" gehören zu den Aktionen, über die er sich im Moment Gedanken macht.
"Ich lache gern, Humor ist mir wichtig - doch auch das Ernstsein gehört dazu", erzählt er. Darin sieht Damm seine Aufgabe: Er muss da sein als Ansprechpartner, auch und gerade, wenn jemand Probleme hat.
"Viele machen im Jugendalter erstmals Erfahrungen mit dem Tod - wenn zum Beispiel die Oma stirbt. Jugendliche haben viele Fragen, die vielleicht im Erwachsenenkreis eher übergangen werden." Durch seine theologische Ausbildung könne er vielleicht sogar einige Antworten geben, überlegt Damm - vor allem aber komme es ihm darauf an, im Gespräch nach Lösungen zu suchen. Am liebsten ist es ihm dann, wenn sich die Botschaft, die er vermitteln möchte, selbst erklärt: "Gott ist unter uns, er lässt die Welt nicht allein. Wir sind ihm wichtig."


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